Vermieterbescheinigung – was muss sie beinhalten?

Bereits im Jahr 2015 wurde das Meldegesetz erlassen, dass die Vergabe einer Vermieterbescheinigung oder Wohnungsgeberbestätigung enthält. Demnach ist der Vermieter verpflichtet, seinem Mieter den Wohnungswechsel für das Einwohnermeldeamt zu quittieren. In diesem Beitrag erläutern wir Ihnen die Bestandteile und bieten eine rechtssichere Vorlage für Ihren Gebrauch.

Auskunftsrecht bei der Vermietung

Mit Hilfe der Bescheinigung des Vermieters beim Einzug können sich Ihre neuen Mieter beim Meldeamt anmelden. Diese Daten können seitens des Vermieters jederzeit abgefragt werden. Auf diese Art können SIe als Vermieter jedoch auch herausfinden, ob in Ihrem Haus möglicherweise ohne Ihr Wissen untervermietet wird. Doch auch Sie sind verpflichtet, Meldebehörden Auskunft über alle Personen zu geben, die in Ihrem Immobilien wohnen.

Das Meldegesetz schrieb bei seiner Einführung zunächst auch die Bescheinigung durch den Vermieter beim Auszug vor. Zwischenzeitlich ist das Gesetz jedoch angepasst worden, demnach entfällt für die Pflicht, ein Dokument über den Auszug auszustellen. Die Änderung wurde damit begründet, dass die Wohnungsgeberbestätigung bzw. Vermieterbescheinigung mit einem hohen Verwaltungsaufwand verbunden ist.

Achtung: Die Vermieterbescheinigung muss auch dann ausgestellt werden, wenn ein befristeter Mietvertrag abgeschlossen wird. Im gewerblichen Mietrecht gibt es dagegen keine Pflicht, den Einzug eines Mieters zu bestätigen.

Inhalt der Vermieterbescheinigung

Grundsätzlich ist die Vermieterbescheinigung formlos, muss aber folgende Angaben enthalten:

  • Name und Anschrift des Vermieters / Wohnungsgebers / Eigentümers
  • Art des meldepflichtigen Vorgangs, d.h. Einzug oder Auszug, mit Datum
  • Anschrift der Wohnung / des Hauses
  • Namen aller meldepflichtigen Personen, die einziehen/ausziehen

Achtung: Die Vermieterbestätigung muss alle Personen benennen, die einziehen. Das schließt auch minderjährige Kinder Ihrer Mieter ein.

Bescheinigung des Vermieters für Wohngemeinschaften und Zweitwohnsitz

Die Vermieterbescheinigung gilt für alle Mieter und jegliche Art der Wohnsituation. Das bedeutet, dass die Bescheinigung vom Vermieter ebenso für Zweitwohnsitze ausgestellt werden muss, wie für die Hauptmeldeadresse des Mieters. Auch bei Einzug einer Wohngemeinschaft muss die Vermieterbestätigung für jeden Mieter und deren Untermieter ausgestellt werden.

Rechtsfolgen einer fehlenden Vermieterbescheinigung

Ihre Mieter haben die Pflicht, sich binnen 14 Tage nach Einzug in eine neue Wohnung oder ein neues Haus beim zuständigen Einwohnermeldeamt zu melden. Geschieht dies nicht rechtzeitig, können Geldbußen verhängt werden. Besonders negativ wirken sich fehlende Vermieterbescheinigungen auf Personen aus, die Leistungen vom Jobcenter beziehen. Sie müssen neben dem Einwohneramt auch dem Jobcenter ihre Vermieterbescheinigung vorlegen. Falls der Vermieter die Vermieterbescheinigung nicht rechtzeitig oder fehlerhaft ausstellt, hat der Mieter das Recht und die Pflicht, dies beim Einwohnermeldeamt anzuzeigen. Dem Vermieter kann dann ein Bußgeld von bis zu 1.000 Euro drohen. Wesentlich schärfer wird geahndet, wenn der Vermieter wissentlich ein falsches Dokument ausstellt. Hierbei handelt es sich um eine Scheinanmeldung, die das Gesetz durch die Vermieterbescheinigung gerade verhindern will. Dieser Straftatbestand kann mit einem Bußgeld von bis zu 50.000 Euro geahndet werden.

Praktische Auswirkung der Vermieterbescheinigung für private Vermieter

Auch wenn die im Meldegesetz festgelegte Vermieterbescheinigung weiteren bürokratischen Aufwand für die Mietverwaltung bedeutet, lässt sich dieser in überschaubarem Rahmen halten. Mit unseren Mustern kann die Ausstellung der Vermieterbescheinigung auch bei größeren Wohnungsbeständen eine schnelle und zuverlässige Einhaltung dieser Pflicht sicherstellen.
Damit Sie rechtssichere und somit inhaltlich korrekte Vermieterbescheinigungen ausstellen, haben wir für Sie ein Muster erstellt, welches wir regelmäßig an die aktuelle Rechtslage anpassen.

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