Eigenbedarfskündigung – Gründe für die Beendigung des Mietverhältnisses

Mieter genießen dem Gesetz nach einen besonderen Schutz. Wenn sie eine Wohnung oder ein Haus zur Miete übernommen haben, können sie nicht einfach grundlos gekündigt werden. Erfahren Sie in diesem Artikel, wie Sie eine Eigenbedarfskündigung mit welchen Gründen durchsetzen.

Eigenbedarfskündigung – Gründe gesetzeskonform darlegen

Möchten Sie als Vermieter eine Eigenbedarfskündigung aussprechen, sind Sie verpflichtet, diese zu begründen. Es ist empfehlenswert, wenn Sie bereits im Kündigungsschreiben eine ausführliche Begründung abgeben. Der Mieterschutz bei Eigenbedarf erlaubt es, dass der Mieter der Kündigung widersprechen darf. Der Widerspruch hat eine aufschiebende Wirkung. Dies bedeutet, dass sich die Kündigungsfrist verlängert, wenn es etwa zu einem Prozess kommt. Dies ist möglich, wenn Mieter und Vermieter keine Einigung erzielen. Sollte der Termin für die Verhandlung nach dem Auszugstermin liegen, braucht der Mieter die Wohnung zunächst nicht zu verlassen.

Wenn Sie eine schnelle und reibungslose Kündigung anstreben, ist es wichtig, dass Sie die Eigenbedarfskündigung und die Gründe hierfür ausführlich darlegen. Nur so können diese im Streitfall von einem Rechtsanwalt entsprechend gewertet werden. Eine Klage wird so in vielen Fällen verhindert.

Eigenbedarfskündigung – nur wenige Gründe werden akzeptiert

Es gibt nur wenige anerkannte Gründe für eine Eigenbedarfskündigung. Wie es der Name schon sagt, dürfen Sie die Kündigung für den Mieter nur dann aussprechen, wenn Sie die Wohnung oder das Haus selbst nutzen möchten. Dies bedeutet jedoch nicht, dass Sie persönlich den Wunsch haben müssen, in die Wohnung einzuziehen. Auch Familienangehörige und enge Verwandte werden bei der Eigenbedarfskündigung als Grund akzeptiert. Grundsätzlich bekommen Sie keine Probleme, wenn Sie die Wohnung Ihren Kindern oder den Eltern zur Verfügung stellen möchten. Auch für den von Ihnen getrennt lebenden Ehepartner dürfen Sie eine Eigenbedarfskündigung aussprechen.

Für eine Eigenbedarfskündigung sprechen auch Gründe der Pflege, zum Beispiel von Familienangehörigen. Dies können auch ein Onkel, eine Tante oder eine Cousine sein. Wenn diese Verwandten ohne den Bedarf einer Pflege in die Wohnung einziehen möchten, muss ein anderer Grund vorliegen.

eigenbedarfskündigung-gründe

Onkel, Tanten, Cousins, Cousinen und weitere entferntere Verwandte werden oftmals nicht ausnahmslos akzeptiert. Befinden sich diese Personen jedoch in einer schwierigen Lebenssituation, gibt es Gerichte, die auch entferntere Verwandte in den Bereich des Eigenbedarfs einordnen.

Wichtig ist deshalb, dass Sie in der Kündigung nicht nur darlegen, wer in die Wohnung einziehen soll, sondern auch die genauen Gründe für den Eigenbedarf angeben. Dies ist umso wichtiger, je entfernter die Verwandtschaft ist. Bei Ihren Kindern, Eltern oder bei einem Enkelkind reicht es aus, wenn Sie angeben, dass die entsprechende Wohnung oder das Haus benötigt wird.

Berechtigte Eigenbedarfskündigungsgründe liegen auch vor, wenn es einen Pflegebedarf gibt und Sie die Wohnung benötigen, um eine Pflegekraft einziehen zu lassen, die sich dauerhaft um die pflegebedürftige Person kümmert.

Eigenbedarfskündigung – Gründe und Fristen

Wenn bei einer Eigenbedarfskündigung die Gründe ausreichen, sind Sie dennoch nicht zu einer fristlosen Kündigung berechtigt. Die Eigenbedarfskündigung gehört in den Bereich der fristgerechten Kündigungen, und so ist es wichtig, dass Sie die Kündigungsfristen kennen. Diese ist von der Mietzeit abhängig, die der betreffende Mieter bereits in der Wohnung gelebt hat.

Liegt die Mietzeit unter fünf Jahren, können Sie mit einer Frist von drei Monaten kündigen. Die Frist bezieht sich immer auf das Monatsende. Liegt die Mietzeit zwischen fünf und acht Jahren, hat der Mieter sechs Monate Zeit, sich eine neue Wohnung zu suchen. Und wenn der Mieter bereits seit mehr als acht Jahren in der Wohnung oder in dem Haus lebt, müssen Sie eine Kündigungsfrist von neun Monaten berücksichtigen. Dabei spielen die Eigenbedarfskündigung Gründe keine Rolle. Auch wenn Sie die Wohnung dringend benötigen, weil sich beispielsweise ein Pflegebedarf ergeben hat, sind Sie verpflichtet, die Kündigungsfristen einzuhalten.

Form der Eigenbedarfskündigung

Sind die Eigenbedarfskündigung Gründe anerkannt, ist es wichtig, dass Sie für die Kündigung die richtige Form wahren. Andernfalls riskieren Sie eine Fristverlängerung aufgrund eines Formfehlers. Nutzen Sie für die Kündigung wegen Eigenbedarf ein Muster (das finden Sie im Nutzerbereich von Vermietet.de) und legen Sie den Eigenbedarf mit Gründen ausführlich und schlüssig in dem dafür vorgesehenen Feld dar. Schweifen Sie bei Ihrer Begründung lieber etwas aus, als dass Sie sich zu kurz fassen. Wenn der Mieter innerhalb der Frist ausziehen soll und Sie einem Rechtsstreit zuvorkommen möchten, können Sie dies mit der richtigen Form des Kündigungsschreibens erreichen.

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