Mieterhöhungsschreiben rechtssicher formulieren

Als Vermieter sind Sie verpflichtet, eine Mieterhöhung schriftlich anzukündigen. Andernfalls ist diese wirkungslos. Für ein solches Mieterhöhungsschreiben gibt es Vorgaben, die Sie einhalten müssen. Sonst kann der Mieter das Schreiben schon allein der Form halber anzweifeln. Wir informieren Sie in diesem Beitrag, wie Sie ein Mieterhöhungsschreiben rechtssicher formulieren.

Ein Schreiben, das eine Mieterhöhung ankündigt, wird von vielen Mietern gefürchtet und gern angezweifelt. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass Sie das Mieterhöhungsschreiben rechtssicher formulieren. Andernfalls kann der Mieter einen Widerspruch einlegen, der in vielen Fällen sogar eine aufschiebende Wirkung hat. Für Sie bedeutet dies mitunter, dass die Mieterhöhung nicht zum von Ihnen geplanten Termin in Kraft treten kann.

Diese Punkte muss ein Mieterhöhungsschreiben beinhalten:

  • Name und Anschrift des Mieters,
  • Neuer Mietbetrag,
  • Hinweis, ab wann der neue Betrag zu zahlen ist (mit Datum),
  • Frist, zu welchem Zeitpunkt die Mieterhöhung gilt (Denken Sie als Vermieter daran, dass Sie die Miete erst zu Beginn des dritten Kalendermonats erhöhen können. Wird das Schreiben am 02. März zugestellt, ist eine Mieterhöhung zum 01. Juni möglich.),
  • Grund der Mieterhöhung (z. B. Modernisierungsmaßnahme).

Mieterhöhungsschreiben – Mieterhöhung begründen

Damit eine Mieterhöhung rechtssicher durchgesetzt wird, müssen Sie als Vermieter im Mieterhöhungsschreiben den Grund für die Erhöhung der Miete darlegen. Im Folgenden klären wir Sie auf, welche Gründe es gibt und was bei diesen jeweils zu beachten ist.

Anheben der Miete auf die ortsüblichen Vergleichsmiete

Die ortsübliche Vergleichsmiete wird in einem Mietspiegel festgehalten, der von der Stadt oder der Gemeinde erstellt wird. Vor allem für kleinere Orte und Gemeinden liegt kein Mietspiegel vor. In diesem Falle orientieren Sie sich am Mietspiegel der nächstgrößeren Stadt.

Wenn die Miete, die Sie Ihrem Mieter berechnen, stark von der ortsüblichen Vergleichsmiete abweicht, sind Sie berechtigt, eine Mieterhöhung vorzunehmen. Dies gilt für Mieten für Altbauten, in denen Mieter schon seit längerer Zeit leben, aber auch für Neubauten. Die Anpassung kann bis zur oberen Grenze der ortsüblichen Vergleichsmiete erfolgen, wobei die Anpassung innerhalb von drei Jahren nicht mehr als 20 Prozent betragen darf. Dies gilt auch, wenn die ortsübliche Vergleichsmiete noch nicht erreicht wurde. Dabei handelt es sich um die sogenannte Kappungsgrenze.

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Anheben der Miete wegen Moderisierungsmaßnahmen

Im Mieterhöhungsschreiben müssen Sie als Vermieter genau darlegen, welche Modernisierungsmaßnahmen Sie ergreifen wollen. Verschaffen Sie Ihrem Mieter einen detaillierten Überblick über die anstehenden Arbeiten und informieren Sie ihn über:

  • Art und Umfang der Arbeiten
  • Beginn und voraussichtliche Dauer
  • Gesamtkosten der Modernisierung
  • Aufschlüsselung der einzelnen Kosten
  • Nachvollziehbare Berechnung der Mieterhöhung aufgrund der Kosten

Sind mehrere Mietwohnungen von der Modernisierungsmaßnahme betroffen, so legen Sie noch einen Verteilerschlüssel fest.

Fehler im Mieterhöhungsschreiben und die Auswirkungen

Unterläuft Ihnen als Mieter ein Fehler im Mieterhöhungsschreiben – ungenau oder fehlerhaft formuliert –greift die Mieterhöhung erst später oder gar nicht. Sollten Sie zum Beispiel eine Modernisierungsmaßnahme unvollständig ankündigen, so verlängert sich die Frist für die Erhöhung der Miete von drei auf sechs Monate.
Auch wenn Sie die Miete über die ortsübliche Vergleichsmiete hin anheben, hat der Mieter das Recht, die Zustimmung zur Mieterhöhung zu verweigern. Empfehlenswert ist daher die Verwendung eines Musters für ein Mieterhöhungsschreiben. Bei uns im Portal finden Sie beispielsweise solche Vorlagen.

Senden Sie das Mieterhöhungsschreiben per Einschreiben an den Mieter. Wenn er nicht reagiert und nicht widerspricht, können Sie bei Nichtzahlung der Mieterhöhung auf diesen Mietrückstand mit Abmahnung reagieren.

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