Energie sparen mit Klimaanlagen

Endlich ist der Sommer da. Gefühlt wird es immer heißer draußen. Viele investieren daher in Klimaanlagen. Der Nachteil: Der Stromverbrauch dieser Geräte ist hoch. Wie Du trotzdem mit Klimaanlagen Energie sparen kannst, verraten wir Dir hier. 

Das Jahr 2020 war in Deutschland das zweitwärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Durch den Klimawandel steigen die Temperaturen weltweit. Bisher kannten wir Klimaanlagen meist nur aus dem Urlaub in südlicheren Gefilden. Mittlerweile schaffen sich aber auch hierzulande immer mehr Menschen eine Klimaanlage oder andere alternative Kühlmethoden an, um die heißen Sommer besser zu überstehen. Das Problem besteht nur darin, dass der Energieverbrauch der Anlagen schnell sehr hoch werden kann.

 

Kühlung ist teuer

Die Internationale Energie Agentur IEA gab bekannt, dass bereits im Jahr 2016 circa 2.000 Terawattstunden Strom für die Kühlung von Gebäuden verbraucht wurden. Die Agentur erwartet innerhalb der nächsten drei Jahrzehnte einen Zuwachs von mehr als drei Prozent pro Jahr. Damit ist dieser Zuwachs acht Mal schneller als beim Heizen in den vergangenen drei Jahrzehnten. Weltweit werden zehn Prozent der gesamten Energie für Klimaanlagen und ähnliches verbraucht. Das ist enorm. Um die Erde nicht noch weiter aufzuheizen, sollten wir also schauen, was wir tun können – und trotzdem einen kühlen Kopf bewahren.

 

Nachfrage nach Klimaanlagen steigt

Der Fachverband Gebäude-Klima (FGK) gab bekannt, dass der Verkauf von Klimaanlagen jährlich bei circa 200.000 Geräten lag. Seit dem Jahr 2018 ist ein signifikanter Anstieg zu bemerken. 2018 waren es 20 Prozent und 2019 verzeichnete 15 Prozent mehr Klimageräte, die verkauft wurden. Heute besitzen nach Schätzungen des Bundesumweltamtes rund 1.65 Millionen Haushalte in Deutschland eine eigene Kühlanlage.

 

Wie kann Energie mit Klimaanlagen gespart werden?

Bereits bei der Auswahl des Gerätes hast Du in der Hand, wie hoch der Energieverbrauch am Ende sein wird. Am energieeffizientesten ist ein installiertes Splitgerät. Schlechter schneiden hingegen ein mobiler Monoblock sowie eine mobile Splitanlage ab. Du fragst Dich, wo der Unterschied zwischen den Geräten besteht?

  • Bei einem Monoblock handelt es sich um ein montagefreies, mobiles Kühlgerät. Dieses kannst Du flexibel in unterschiedlichen Räumen einsetzen. Das Problem bei diesen Klimaanlagen besteht darin, dass sie enorm ineffizient sind. Warme Luft, die von außen einströmt, muss wiederum gekühlt werden. Zudem ist der Geräuschpegel hier am höchsten.
  • Leiser und effizienter sind Split-Klimaanlagen. Hier sind ein Innengerät, der Wärmetauscher, und ein Außengerät, der Kompressor, über eine Kältemittelleitung sowie über Strom miteinander verbunden.
  • Sind mehrere Innengeräte – bis zu fünf – mit einem Außengerät verbunden, spricht man von einem Multisplit-System.

Mit circa 70 bis 110 Euro musst du an Mehrkosten für Strom rechnen, wenn Du eine Klimaanlage installiert hast. Dies ist natürlich nur ein durchschnittlicher Wert. Je öfter Du das Gerät nutzt und je mehr Geräte Du installiert hast, desto höher wird dementsprechend Dein Energieverbrauch. Bei der Auswahl einer energieeffizienteren Kühlanlage kannst Du hier ein paar Euro einsparen.

Günstige Klimageräte verfügen häufig über eine niedrige Energieeffizienzklasse. Eine Klimaanlage der Energieeffizienzklasse A+++ kannst Du beispielsweise im Vergleich zu einem Gerät der Energieeffizienzklasse B rund 50 Prozent Energie sparen. Es lohnt sich also bei der Anschaffung etwas mehr Geld für ein energiesparendes Gerät zu investieren. Das reduziert auf lange Sicht die Kosten für Energie und schont zudem das Klima.

Wenn Du noch etwas mehr für Deinen Geldbeutel und die Erde tun möchtest, kannst Du Ökostrom selbst erzeugen. Gerade jetzt im Sommer kann sich eine Solaranlage auf dem Balkon lohnen.

 

Kleine Tipps, große Wirkung

Smarte Steuerungen bei Klimaanlagen ermöglichen ebenso eine Reduktion der Stromkosten. Durch intelligente Steuerungssysteme erkennen die Geräte von selbst, ob ein Fenster offen ist oder jemand zu Hause. Ebenso können Wetterdaten mit einbezogen werden. Falls Du bereits eine Klimaanlage installiert hast, kannst Du diese mit einer smarten Steuerung nachrüsten.

Auch über die Raumtemperatur kannst Du etwas Geld sparen. Mit jedem Grad, zu welchem das Zimmer heruntergekühlt werden soll, steigen auch die Energiekosten. Also überlege Dir, wie kalt Du es wirklich im Innenbereich brauchst. Eine Erhöhung der Temperatur um ein bis zwei Grad senkt bereits den Verbrauch, ohne dass der Wohnkomfort massiv beeinträchtigt wird.

Ein gut gewählter Standort der Klimaanlage ist ebenso sinnvoll. Platziere das Gerät so, dass die kühle Luft dort ankommt, wo sie zuerst benötigt wird. Wenn Du beispielsweise auf der Couch sitzen und entspannen möchtest, stelle die Klimaanlage direkt neben die Couch. Eine direkte Sonneneinstrahlung und andere Wärmequellen neben der Anlage sollten vermieden werden. Ein Platz am Fenster ist ebenso eher kontraproduktiv.

TIPP: Stoßlüften ist sehr effektiv, um einen Raum herunterzukühlen. Schließe Fenster und Türen, schließe möglichst Rollläden, Jalousien und Vorhänge. Sobald die gewünschte Temperatur erreicht ist, schaltet die Klimaanlage ab. Dann kannst Du einen Ventilator laufen lassen, damit die kühle Luft gut im Raum verteilt wird. Ein Ventilator braucht viel weniger Strom als eine Klimaanlage.