Denkmalschutz für Wohnung aufheben lassen? Das ist möglich.

Wohnen in historischem Flair: Das hat für viele Menschen einen ganz besonderen Charme. Aber der Denkmalschutz für eine Wohnung bringt ebenso Herausforderungen mit sich, die Sie schnell an Ihre finanziellen Grenzen führen können. Wir von Vermietet.de sorgen in diesem Artikel für Klarheit darüber, wann und wie Sie den Denkmalschutz für eine Eigentumswohnung aufheben lassen können.

Historische Fassaden, Fenster, Türen und Bodenbeläge: Viele Gebäude in Deutschland sind aus guten Gründen erhaltenswert und erfreuen sich aufgrund des besonderen Flairs einer hohen Beliebtheit unter Eigentümern. Um die mitunter strengen Auflagen der Denkmalschutzbehörde der Länder erfüllen zu können, müssen Eigentümer nicht nur viel Geld, sondern ebenso Aufwand in die Wohnung unter Denkmalschutz investieren. Daher wünschen sich viele Besitzer, die Investition ins Baudenkmal gründlicher überlegt zu haben.

Nicht selten sind denkmalgeschützte Gebäude relativ alt oder dermaßen schlecht erhalten, dass Sanierungen nicht möglich sind oder – wie ein Fass ohne Boden – das Budget der Eigentümer sprengen. Aus diesem Grund hat der Denkmalschutz seine Grenzen – in der Zumutbarkeit beziehungsweise Unzumutbarkeit. Dies geht aus einer Grundsatzentscheidung des Bundesverfassungsgerichtes (BVG) hervor. Gemäß dieser Entscheidung muss der Eigentümer einer Denkmalschutz-Wohnung eine Wirtschaftlichkeitsberechnung durchführen. Darin sind die Kosten für die Erhaltung und Bewirtschaftung gegen die dauerhaften Erträge und den Gebrauchswert des Denkmalschutzgebäudes zu rechnen.

Wie können Sie den Denkmalschutz für eine Wohnung aberkennen lassen?

Sie haben berechnet, dass die Kosten für den Erhalt des Denkmalschutzes für Ihre Wohnung die Erträge und den Gebrauchswert übersteigen? Dann können Sie beim Landesamt für Denkmalpflege einen Antrag auf Aberkennung des Denkmalschutzes stellen. Hierzu führt die Landesbehörde eine Begutachtung durch und entscheidet, ob dem Antrag stattgegeben wird oder nicht.

Eine weitere Möglichkeit, ist im Rahmen von Sanierungen oder Umbauten den Denkmalschutz der Wohnung als Vorfrage zur Prüfung beim Verwaltungsgericht zu stellen. Dann prüft das Verwaltungsgericht, ob im Zuge der baulichen Vorhaben bzw. nach Beendigung, die Denkmalschutz-Eigenschaften weiterhin gegeben sind und das „öffentliche Interesse an der Erhaltung“ bestehen bleibt.

Da nicht nur ganze Gebäude unter Denkmalschutz gestellt werden, sondern auch einzelne Bereiche oder Bauteile wie beispielsweise ein Treppenhaus oder beim Ensembleschutz die Fassade, ist es theoretisch ebenfalls möglich, dass der Denkmalschutz für eine Eigentumswohnung aberkannt wird. Es gilt aber immer den Einzelfall zu prüfen.

Steuervorteile & Fördermittel für Denkmalschutzimmobilien

Bevor Sie sich nun aufgrund hoher Sanierungskosten überlegen, einen Antrag auf Aberkennung des Denkmalschutzes zu stellen, prüfen Sie genau, ob Sie die Kosten durch steuerliche Abschreibungen oder Fördermittel reduzieren können. Eigentümer einer Denkmalschutz-Wohnung oder -Immobilie können viele Kosten regulär steuerlich absetzen und darüber hinaus von der sogenannten Sonder-AfA Gebrauch machen. Zusätzlich zur AfA gibt es Förderungen von der KfW Bank für energetische Sanierungen.
Ferner können Sie Anträge auf Befreiung von bestimmten baurechtlichen Bestimmungen oder Anforderungen der Energieeinsparverordnung aufgrund des Denkmalschutzes für die Wohnung stellen.
Denn: Denkmalschutz geht bei vielen Vorhaben vor anderen gesetzlichen Bestimmungen.

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Achtung: Für den Fall, dass eine Immobilie erst kürzlich unter Denkmalschutz gestellt wurde, haben Eigentümer je nach Landesgesetz die Möglichkeit zum Widerspruch gegen den Bescheid oder eine Feststellungsklage am Verwaltungsgericht.

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