Die Bürgschaft für die Miete

Die Gefahr eines Mietausfalls ist für Vermieter allgegenwärtig. Zwar ist es üblich, die Bonität potenzieller Mieter zu prüfen und sich Dokumente wie Mietschuldenfreiheitsbescheinigungen und Gehaltsnachweise vorlegen zu lassen. Doch all diese Maßnahmen beziehen sich nur auf den Status Quo und vergangenes Verhalten. Ob Deinem Mieter künftig das Begleichen der Miete zuverlässig möglich sein wird, lässt sich durch keinen Check vorab ermitteln. 

Sicherlich wirst Du als Vermieter zwar die Zahlung einer Mietkaution verlangen, doch diese darf höchstens drei Nettokaltmieten betragen. Die Alternative hierzu ist die Mietkautionsbürgschaft, die von Banken im Falle einer guten Bonität Deines Mieters vergeben werden kann. Doch diese Möglichkeiten bieten nur geringen Schutz, da deren Höhe begrenzt ist. Aus diesem Grund macht es durchaus Sinn, eine Bürgschaftserklärung zur Miete einfordern. Wir von Vermietet.de erläutern wir Ihnen im folgenden Beitrag, welche Bürgschaft für die Miete geeignet ist und bieten Ihnen zum Download die Bürgschaft für Mieter als Vorlage an.

Eine Bürgschaft zur Miete ist aus verschiedenen Gründen praktisch. Einerseits schützt sie davor, Messi-Mieter oder Mietnomaden aufzusitzen, da diese höchstwahrscheinlich kein intaktes Umfeld haben, das ihnen eine Bürgschaft zur Verfügung stellt. Andererseits schließt Du aus, dass Dir durch Zahlungsausfälle vermeidbare Außenstände entstehen. Wenn Du einer Bürgschaft für die Miete zustimmst, solltest Du konkret prüfen, ob der vom Mieter benannte Bürge über die Bonität verfügt, eventuell entstehende Verbindlichkeiten zu begleichen. Wenn Du eine Mietbürgschaftserklärung vereinbaren möchtest, muss diese Vereinbarungen vom Mieter und dessen Bürgen unterzeichnet werden. Mündliche Absprachen sind nicht zulässig. In jedem Falle solltest Du beachten, dass auch die Höhe einer Mietbürgschaft fast immer auf die Absicherung von drei Nettokaltmieten beschränkt ist.

Mit welchen Bürgschaften kannst Du Dich als Vermieter absichern?

Insbesondere dann, wenn Du an wirtschaftlich schwache Personen wie Studenten oder Auszubildende vermietest, oder Du die Bonität Deines Mieters als fragwürdig einstufst, kannst Du durch eine Elternbürgschaft die Miete absichern. Dabei handelt es sich für gewöhnlich um eine Ausfallbürgschaft zur Miete. Das bedeutet, dass Du vor der Inanspruchnahme einer Bürgschaftsleistung Maßnahmen ergreifst, um die Außenstände von Deinem direkten Vertragspartner, dem Mieter, einzufordern.

Anders verhält es sich bei der selbstschuldnerischen, auch als gesamtschuldnerischen Bürgschaft bekannten Sicherheitsleistung. Diese werden regelmäßig im Rahmen der Makler- und Bauträgerverordnung gewährt. Hier kannst Du direkt an den Bürgen herantreten. Für Vermieter bietet eine Bürgschaft mit dem Vermerk „auf erstes Auffordern“ den größten Vorteil. Denn bei einer Bürgschaftserklärung zur Miete mit dieser Anmerkung erhältst Du Deine Außenstände umgehend und ohne eine langfristige Prüfung des Sachverhalts.

bürgschaft miete2

Hast Du einen Bewerber bereits abgelehnt oder diesem mitgeteilt, dass Du seine Bonität anzweifelst? Dann kann eine freiwillige Bürgschaft ein Anker sein, denn sichert den Vermieter ebenfalls gegen sämtliche durch das Mietverhältnis entstehenden Verbindlichkeiten des Mieters ab. Entscheidend ist dabei, dass die Bürgschaft nicht erbeten, sondern komplett aus freien Stücken geschlossen wurde. Tritt ein privater Bürge demnach freiwillig an Dich heran, z.B. um Dich nach erfolgter Absage umzustimmen, ist die Vorgabe der Freiwilligkeit erfüllt. Sollte die Bürgschaft jedoch erzwungen sein, da der Mietvertrag sonst nicht zustande kommen würde, liegt keine Freiwilligkeit vor.

Für den Fall, dass sich Dein Mieter bereits im massiven Zahlungsverzug befindet, kann eine Rettungsbürgschaft erste Hilfe leisten. In diesem Fall springt ein Bürge als Retter ein und stellt dem Vermieter eine Mietsicherheit. Aus diesem Grund gilt für die Rettungsbürgschaft keine Begrenzung in Höhe von maximal drei Nettokaltmieten. Schließt ein Bürge eine Rettungsbürgschaft ab, so verpflichtet er sich zur Zahlung der gesamten Verbindlichkeiten Deines Mieters, die aus dem Mietverhältnis resultieren. Aus diesem Grund stellt diese Form der Bürgschaft für den Bürgen ein enormes Risiko dar und wird nicht häufig abgeschlossen.

Prüfe Bürgen sorgfältig!

Als Bürge sollte für Dich nur eine Person in Frage kommen, die im Fall von Mietrückständen und Außenständen zahlungsfähig ist. Es empfiehlt sich daher, die Bonität und Zahlungsmoral eines persönlich haftenden Bürgen sorgfältig zu prüfen. Denn lediglich bei Bank- und Versicherungsbürgschaften liegt Ihnen eine rechtsgültige und sichere Bürgschaftserklärung zur Miete vor und Du hast jederzeit die Möglichkeit, vom Mieter erzeugte Außenstände über die externe Absicherung der Mietbürgschaftserklärung, beispielsweise der Mietkautionsbürgschaft, einzufordern. Im Zweifelsfall verlangst Du entweder Kautionszahlungen oder eine sichere Bank- oder Versicherungsbürgschaft.

Kann ein Bürge seine Bürgschaft widerrufen?

Sobald eine rechtsgültige Bürgschaftserklärung über die Miete unterzeichnet wurde, ist diese Erklärung für jeden Vertragspartner bindend. Wie bei allen Verträgen hat der als Bürge genannte Vertragspartner dennoch 14 Tage Zeit, in denen er die Bürgschaft widerrufen kann. Ist diese Zeit verstrichen, gilt die Bürgschaft für die Wohnung als rechtlich anerkannt und kann nicht ohne triftige Gründe widerrufen werden.
Sollte die Bürgschaft für die Miete demnach für Dich entscheidend sein, solltest Du die Gültigkeit der Bürgschaftserklärung in jedem Falle an das vertraglich Zustandekommen des Mietvertrages koppeln.

Mietbürgschaftserklärung – eine Alternative zur Mietkaution

Eine Bürgschaftserklärung zur Miete bietet Sicherheit als Alternative, aber auch ergänzend zur Mietkaution. Gebräuchlich sind Mietbürgschaften insbesondere bei Mietern, die nur einen geringen Verdienst erzielen, die sich in Ausbildung befinden oder die freiberuflich tätig sind. Da die Bürgschaft für die Miete einer formellen Ausfertigung bedarf, solltest Du die Bürgschaft für Mieter als Vorlage nutzen und mit den relevanten Daten bestücken. Akzeptiere Mietkautionsbürgschaften nur von Personen, deren finanzieller Hintergrund Dir sicher erscheint. Lass Dich vom genannten Bürgen den Personalausweis, eine Schufa Auskunft und die letzten drei Gehaltsnachweise zeigen. Denn andernfalls könnten sowohl der Mieter, als auch der Bürge als Zahlungspflichtiger ausfallen.

Mehr Tipps zum Mieterwechsel

Nach der Bürgschaft für die Miete – wie geht es weiter?

Du hast einen neuen Mieter gefunden und alle Sachen in Bezug auf eine Bürgschaft erledigt? Dann geht es jetzt darum, einen gemeinsamen Vertrag aufzusetzen, um das neue Mietverhältnis rechtlich abzusichern. Hier werden gleichzeitig das genaue Einzugsdatum und die Nebenkostenvereinbarung festgehalten. Vergiss nicht, dass seit dem 1. November 2015 eine Mitwirkungspflicht für Dich als Vermieter gilt. Aus diesem Grund musst Du dem neuen Mieter seinen Einzug innerhalb von zwei Wochen in Form einer Vermieterbescheinigung bestätigen.

Am häufigsten gelesen


Entdecke unsere beliebtesten Artikel rund um das Thema Immobilien.

Mai 25, 20202 min lesen

Keine Zeit für die Wohnungsbesichtigung? Vermietet.de hilft!

Vor allem bei gefragten Objekten ist es schwierig, ausreichend Zeit für die Wohnungsbesichtigung zu finden – zusätzlich zu den übrigen Aufgaben als Vermieter. Wir von Vermietet.de ermöglichen Vermietern eine unkomplizierte Immobilienverwaltung, praktische Funktionen und Dienstleistungen rund um die Vermietung.

Unsere Live-Webinare
bringen Dich mit Experten & der Community zusammen


Sei gemeinsam mit anderen Vermietern dabei, wenn namenhafte Referenten praxisnahe Impulse für den Vermieter-Alltag geben. Stelle Deine Fragen im Chat und diskutiere im Anschluss die wichtigsten Aspekte des Vortrages mit der Community.

Leider bieten wir aktuell keine Webinare an.

Unsere Webinar-Aufzeichnungen
stehen Dir rund um die Uhr zur Verfügung


Du hast ein Webinar verpasst oder möchtest weitere spannende Inhalte entdecken? Dann lerne unsere Webinar-Aufzeichnungen kennen und finde genau das Thema, das für Dich und Deine Arbeit als Vermieter gerade relevant ist.

Mietnebenkostenabrechnungen für Ein- & Mehrfamilienhäuser In diesem Video klären wir die Grundlagen der Betriebskostenabrechnung und helfen Dir dabei, rechtssichere Abrechnungen zu erstellen. Das Video richtet sich primär an Eigentümer vermieteter Wohnungen in einer Wohnungseigentümergemeinschaft.
Dauer: 1:23 h Referent: Alexander Granaß, Rechtsanwalt und Notar
Mehr erfahren

Unsere Vermieter-Guides -
kostenlos für Dich zum Download


Neueste Artikel


Lese unsere neuesten Artikel auf Vermietet.de.

November 25, 20215 min lesen

Umlagefähige Nebenkosten: Diese Kosten bekommst Du zurück

Dachrinnenreinigung, Müllentsorgung, Steuern und Co. – Wohneigentum kostet, und zwar nicht nur bei der Anschaffung. Das weißt Du als Vermieter wahrscheinlich nur zu gut. Einen Teil der umlagefähigen Nebenkosten kannst Du von Deinen Mietern zurück bekommen. Wir haben das Wichtigste hier für Dich zusammengefasst.
November 25, 20213 min lesen

Wie ist der Winterdienst auf Privatgrundstücken geregelt?

Privat ist privat - sollte man meinen. Aber wenn es um die Verkehrssicherungspflicht geht, kennt das Gesetz kein Pardon. Daher unterliegt auch der Winterdienst auf Privatgrundstücken einer gesetzlichen Regelung. Was Du tun musst, damit Du und Deine Mieter unfallfrei durch den Winter kommen, erfährst Du in diesem Artikel.

Vermietet.de ist mehr als nur eine Plattform
für die Immobilienverwaltung


Du möchtest auf dem neusten Stand bleiben?
Werde Teil unserer Vermieter Community. Diskutiere mit Experten und erfahrenen Vermietern in unseren Social Media Gruppen oder abonniere einfach unseren Newslettern.

Unsere Vermieter-Community

Unser Newsletter


Interessen