Bankdarlehen oder Bauspardarlehen – Vor- und Nachteile im Vergleich

Sie fragen sich, was eigentlich vorteilhafter ist – ein Bankdarlehen oder Bauspardarlehen? Um Ihnen die Entscheidung Kredit oder Bausparen leichter zu machen, haben wir die wichtigsten Besonderheiten der Finanzierungsformen zusammengefasst.

Sie wollen eine Eigentumswohnung, ein Stadthaus oder einen Bauernhof kaufen? Ohne eine solide Finanzierung funktioniert dieses Vorhaben meist nicht. Zu den beliebtesten Finanzierungsformen für Immobilien zählen in Deutschland der klassische Banken-beziehungsweise Hypothekenkredit und der Bausparvertrag.

Der wesentliche Unterschied ist dabei schnell erklärt: Den Bankkredit erhalten Sie sofort, für den klassischen Bausparvertrag sparen Sie zunächst Guthaben an und erhalten das Bauspardarlehen erst nach der Zuteilungsreife. Wenn Sie sich also fragen, ob ein Bankdarlehen oder ein Bauspardarlehen die richtige Wahl ist, berücksichtigen Sie die Zeitspanne: Möchten Sie jetzt eine eigene Immobilie oder erst in einigen Jahren?

Bauspardarlehen oder Bankdarlehen – Vor- und Nachteile im Überblick

Was ist nun sinnvoller: Ein Bankdarlehen oder Bauspardarlehen. Hier ein kurzer Überblick zu den Vor- und Nachteilen. Wir empfehlen Ihnen dennoch, den Einzelfall immer konkret durchzurechnen.

Bankdarlehen: Was spricht dafür, was dagegen?

Die großen Vorteile von Bankdarlehen wie beispielsweise Annuitätendarlehen sind

  • die sofortige Auszahlung,
  • die lange Zinsbindung,
  • ein frei wählbarer Tilgungssatz und
  • die gleichbleibende finanzielle Belastung.

Kreditnehmer erhalten eine hohe Planungssicherheit, in der Regel für die nächsten 20 bis 30 Jahre. Sondertilgungen sowie Tilgungsaussetzungen sind normalerweise (wenn auch unter bestimmten Bedingungen) möglich. Eine Bauförderung für Familien, staatliche Zuschüsse oder günstige Sanierungskredite reduzieren die Darlehenssumme.

Nachteilig ist, dass eine allzu hohe Flexibilität bei der Rückzahlung nicht möglich ist. Andere finanzielle Anschaffungen müssten dann dementsprechend zurückgestellt werden. Wenn das Zinsniveau wieder steigt, wird die Anschlussfinanzierung deutlich teurer.

Klassisches Bausparen – die Vor- und Nachteile

Das klassische Bausparen bietet Ihnen ebenso Vor- und Nachteile:

  • Langfristig sichern sich Bausparer eine niedrige Finanzierung, denn sie sparen zunächst für circa sieben Jahre ein Guthaben an und erhalten anschließend das Bauspardarlehen, auf das sie sich noch einmal bis zu 20 Jahre günstige Zinsen sichern können.
  • Zudem ist die Finanzierung mit Eigenkapital theoretisch günstiger als ein 100-Prozent-Darlehen von der Bank.
  • Ein weiterer Vorteil ist die staatliche Förderung – zum Beispiel in Form der Arbeitnehmersparzulage oder Wohnungsbauprämie.

Ob sich die lange Ansparzeit des Eigenkapitals und die Zuschüsse tatsächlich auszahlen, bleibt im Einzelfall zu klären. Aufgrund der aktuellen Niedrigzinsphase sind die Guthabenzinsen bei Bausparverträgen niedrig. Es dauert also relativ lange, bis Sie Abschlussgebühren abgezahlt und Guthaben angespart haben. Zudem ist eine Zuteilung nicht garantiert, sobald Sie das Mindestguthaben erreicht haben. Eine Zwischenfinanzierung könnte dann notwendig werden und die Gesamtkosten der Immobilienfinanzierung erhöhen.

Fazit: Bankdarlehen oder Bauspardarlehen?

In der aktuellen Niedrigzinsphase ergibt ein Bausparvertrag wenig Sinn, da Sie nur geringe Guthabenzinsen erhalten. Bis Sie ein entsprechendes Guthaben angespart haben, könnten unter Umständen die Immobilienpreise deutlich gestiegen sein, was wiederum mehr Fremdkapital erfordert. Langfristig niedrige Zinsen sichern Sie sich auch bei einem Annuitätendarlehen mit 20 oder 30 Jahren Zinsbindung. Bei der Frage “Darlehen oder Bausparen?” scheint der Kredit aktuell die bessere Wahl zu sein.

Sind nur die beiden Optionen Bankdarlehen oder Bauspardarlehen verfügbar?

Seit einigen Jahren gibt es ebenso die Möglichkeit, ein Kombidarlehen von Bausparkassen zu erhalten. Dabei schließen Sie einen Bausparvertrag ab, erhalten das Darlehen jedoch sofort. Anschließend zahlen Sie die Zinsen für das Darlehen und sparen Guthaben an, mit dem später das Darlehen getilgt wird. Diese Variante wäre demnach eine bessere Alternative zum Bankdarlehen als der klassische Bausparvertrag – und auch einfacher zu vergleichen.

Hinzu kommt, dass seit einigen Jahren Bausparkassen den Effektivzins für die gesamte Laufzeit der Bausparverträge angeben müssen, sodass auch dies einen Vergleich zwischen Bankdarlehen oder Bauspardarlehen erleichtert.
Über den Effektivzins lassen sich Angebote von Banken und Bausparkassen am besten vergleichen – auch von verschiedenen Finanzierungsformen. Wichtig ist, dass Sie jeweils die verschiedenen Fördermittel und Zuschüsse berücksichtigen, die Sie je Finanzierungsform erhalten würden. Außerdem ist es sinnvoll, eine solide Wertermittlung der Immobilie vorweg durchzuführen, um zu wissen, wie viel Kapital Sie letztendlich benötigen.

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