Mietrecht und Kaution: Was der Vermieter beachten muss

Bei jedem Mietverhältnis kann der Vermieter eine Kaution vom Mieter verlangen. Diese dient als Absicherung, falls der Mieter seinen Pflichten aus dem Mietverhältnis nicht nachkommt und beispielsweise Zahlungen ausstehen. Erfahren Sie bei uns, welche Anforderungen das Mietrecht an die Kaution stellt und welche Fristen zu beachten sind.

Die Vorschriften zur Mietkaution finden sich im § 551 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB). Die Kaution dient dem Vermieter als Absicherung für Ansprüche aus dem Mietverhältnis, also nicht geleistete Mietzahlungen, Betriebskosten oder Schadensersatz. Das Mietrecht regelt eine Kaution in Höhe von maximal drei Nettokaltmieten. Klauseln im Mietvertrag mit Beträgen darüber hinaus sind unwirksam. Alles, was unter diesem Maximalbetrag liegt, dürfen Sie festlegen. Ob Sie als Vermieter von Ihrem Recht Gebrauch machen oder nicht, liegt grundsätzlich bei Ihnen.

Achtung: Wer keine vertragliche Vereinbarung der Mietkaution trifft, geht im Schadensfall leer aus.

Der Mieter hat die Möglichkeit, den fälligen Betrag in bis zu drei Monatsraten zu zahlen, er muss Ihnen laut Mietrecht die Kaution also nicht auf einmal hinterlegen. Wenn Sie sich gegen eine Ratenzahlung verwehren oder Ihrem Mieter die Schlüssel zur Wohnung nicht nach Zahlungseingang der ersten Rate übergeben, kann dies ein Grund für den Mieter zur fristlosen Kündigung des Mietvertrags sein.

Umgekehrt darf ein Vermieter bei Mietverträgen, die nach dem 1. Mai 2013 abgeschlossen wurden, fristlos kündigen, wenn der Mieter mit seiner zu zahlenden Sicherheitsleistung in Höhe eines Betrages von zwei Monatsmieten in Verzug ist.

Bei der Höhe der Mietkaution ist darüber hinaus zu beachten, dass sich Anpassungen der Nettokaltmiete, die zu einer Mieterhöhung führen, nicht auf die vertraglich vereinbarte Kaution auswirken.

Mietrecht: Kaution richtig anlegen

Die Mietkaution wird in den meisten Fällen in Form einer Barkaution gestellt. Der Mieter überweist den entsprechenden Betrag direkt an den Vermieter bzw. zahlt diesen bar aus. Da gemäß Mietrecht die Kaution dem Mieter gehört und für den Vermieter nur eine Sicherheit darstellt, muss der Vermieter nach dem Mietrecht die Kaution anlegen. Diese Anlage hat insolvenzfest und getrennt von seinem Privat- oder Geschäftsvermögen zu erfolgen. Darüber hinaus stehen dem Mieter nach Beendigung des Mietverhältnisses sämtliche aufgelaufenen Zinsen aus dem Kautionsbetrag zu. Idealerweise regeln Vermieter die Anlage der Mietkaution über ein getrenntes Sonderkonto.

Die Mietkaution kann auch in Form eines „verpfändeten Sparbuches“ erbracht werden. Hier wird der Kautionsbetrag auf einem Konto des Mieters angelegt und dieses verpfändet. Der Mieter übergibt seinem Vermieter in diesem Fall das Sparbuch. Diese Option kann insbesondere für Vermieter, die ein Mehrfamilienhaus verwalten, zur Übersichtlichkeit von Vorteil sein.

Verrechnung der Kaution nicht möglich

Das Mietrecht eröffnet bei Kaution nicht die Möglichkeit, die eigentliche Mietzahlung aufzurechnen. Das heißt: Ein Mieter, der nach Kündigung beispielsweise zwei Monate vor seinem Auszug steht, darf laut Mietrecht nicht die Kaution mit der Miete verrechnen und Sie so um die Mietzahlung bringen.

Mietrecht und Kaution zurückzahlen

Nach dem Mietrecht ist die Kaution zurückzuzahlen, wenn der Mietvertrag beendet wurde. Als Vermieter wird Ihnen im Mietrecht bei Kautionen allerdings eine angemessene Überlegungsfrist zugestanden. In diesem Zeitraum können Sie die Wohnung auf Schäden prüfen, die auf den ersten Blick bei der Wohnungsabnahme nicht sofort zu sehen waren, für die Ihr Mieter aber dennoch haftbar ist. Da auch die Nebenkostenabrechnung üblicherweise noch nicht unmittelbar nach Auszug des Mieters vorliegt und sich hieraus noch Ansprüche ergeben können, haben Sie als Vermieter einen gewissen Spielraum.

mietrecht-kaution

Wie lange Sie sich als Vermieter noch Zeit lassen können, ist vom Einzelfall abhängig. Das Mietrecht gibt für die Kaution hier keinen eindeutigen Zeitraum vor. Üblicherweise wird von drei bis sechs Monaten ausgegangen. Nach diesem Zeitraum verjährt ein Anspruch gegebenenfalls, sofern er nicht geltend gemacht wurde.

Wie lange Sie sich als Vermieter noch Zeit lassen können, ist vom Einzelfall abhängig. Das Mietrecht gibt für die Kaution hier keinen eindeutigen Zeitraum vor. Üblicherweise wird von drei bis sechs Monaten ausgegangen. Nach diesem Zeitraum verjährt ein Anspruch gegebenenfalls, sofern er nicht geltend gemacht wurde.

Die Frist kann sich im Einzelfall auf ein Jahr ausdehnen. Insbesondere dann, wenn sich aus der Betriebskostenabrechnung noch Posten ergeben, die erst nach einem Jahr bei Ihnen abgerechnet werden. Dann lässt das Mietrecht einen Einbehalt der Kaution für Nachforderungen zu. Dieser ist üblicherweise aber lediglich in der Höhe zulässig, in der die Nachforderung voraussichtlich anfällt.

Am häufigsten gelesen


Entdecke unsere beliebtesten Artikel rund um das Thema Immobilien.

Mai 25, 20202 min lesen

Keine Zeit für die Wohnungsbesichtigung? Vermietet.de hilft!

Vor allem bei gefragten Objekten ist es schwierig, ausreichend Zeit für die Wohnungsbesichtigung zu finden – zusätzlich zu den übrigen Aufgaben als Vermieter. Wir von Vermietet.de ermöglichen Vermietern eine unkomplizierte Immobilienverwaltung, praktische Funktionen und Dienstleistungen rund um die Vermietung.

Unsere Live-Webinare
bringen Dich mit Experten & der Community zusammen


Sei gemeinsam mit anderen Vermietern dabei, wenn namenhafte Referenten praxisnahe Impulse für den Vermieter-Alltag geben. Stelle Deine Fragen im Chat und diskutiere im Anschluss die wichtigsten Aspekte des Vortrages mit der Community.

Leider bieten wir aktuell keine Webinare an.

Unsere Webinar-Aufzeichnungen
stehen Dir rund um die Uhr zur Verfügung


Du hast ein Webinar verpasst oder möchtest weitere spannende Inhalte entdecken? Dann lerne unsere Webinar-Aufzeichnungen kennen und finde genau das Thema, das für Dich und Deine Arbeit als Vermieter gerade relevant ist.

Mietnebenkostenabrechnungen für Ein- & Mehrfamilienhäuser In diesem Video klären wir die Grundlagen der Betriebskostenabrechnung und helfen Dir dabei, rechtssichere Abrechnungen zu erstellen. Das Video richtet sich primär an Eigentümer vermieteter Wohnungen in einer Wohnungseigentümergemeinschaft.
Dauer: 1:23 h Referent: Alexander Granaß, Rechtsanwalt und Notar
Mehr erfahren

Unsere Vermieter-Guides -
kostenlos für Dich zum Download


Neueste Artikel


Lese unsere neuesten Artikel auf Vermietet.de.

Juli 6, 20215 min lesen

Immobilienwert einfach mit Vermietet.de berechnen

Was ist die eigene Immobilie wert? Das fragen sich viele Eigentümer, egal, ob sie die Immobilie veräußern oder lediglich die Rendite ihrer Kapitalanlage berechnen möchten. Dank der Immobilienbewertungsfunktion von Vermietet.de berechnen Eigentümer den Immobilienwert einfach online.
Juni 8, 20214 min lesen

Was ist ein Einkommensnachweis? Wir von Vermietet.de klären Dich auf.

Du suchst nach einem neuen Mieter für Deine Wohnung oder Immobilie? Du planst den Verkauf Deiner Immobilie und möchtest diesbezüglich die finanzielle Lage der Interessenten prüfen? Was ist ein Einkommensnachweis und was darfst Du von Deinen Interessenten zur Vorlage verlangen? Wir von Vermietet.de haben hier die Antwort für Dich.
Juni 7, 20213 min lesen

Immobilienverkauf und die Steuer-Berechnung

Wenn Du eine Immobilie verkaufst, bleibt Dir nicht die volle Geldsumme. Neben Notarkosten und einer möglichen Maklerprovision fallen auch Steuern an. Welche dies sind und wie Sie bei einem Immobilienverkauf eine Steuer-Berechnung durchführen, verraten wir Dir hier.

Vermietet.de ist mehr als nur eine Plattform
für die Immobilienverwaltung


Du möchtest auf dem neusten Stand bleiben?
Werde Teil unserer Vermieter Community. Diskutiere mit Experten und erfahrenen Vermietern in unseren Social Media Gruppen oder abonniere einfach unseren Newslettern.

Unsere Vermieter-Community

Unser Newsletter


Interessen