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Solardachpflicht in Deutschland: Wo gilt was? 

Nachdem manche Bundesländer schon seit 2022 eine Solardachpflicht eingeführt haben, ziehen seit Januar 2023 weitere Bundesländer nach. Die Pflicht gilt zunächst vorrangig für Dächer von Nicht-Wohngebäuden, teilweise aber auch für Neubauten von Wohnhäusern. Damit soll das Ziel der Bundesregierung, Deutschland bis 2045 klimaneutral zu machen, erreicht werden. Eine bundeseinheitliche Regelung zur Solardachpflicht gibt es nicht. Was die Bundesländer planen und wann diese umgesetzt werden, zeigen wir Dir hier.

 

Baden-Württemberg 

Baden-Württemberg ist der Vorreiter der Solardachpflicht. Hier gilt sie schon seit dem 1. Januar 2022 für Neubauten von Nicht-Wohngebäuden und seit dem 1. Mai für private Neubauten. Wer ab Januar 2023 eine Dachsanierung plant, muss ab sofort ebenfalls eine Photovoltaik- oder Solarthermieanlage installieren. 

 

Bayern 

Die Bayerische Landesregierung hat sich bereits im November 2021 auf ein neues Klimaschutzgesetz geeinigt, das auch eine Solardachpflicht vorsieht. Allerdings konnte eine generelle Pflicht für Solardächer nicht durchgesetzt werden. Stattdessen einigte sich das Kabinett auf einen Kompromiss: Die Solarpflicht kommt im Juli 2023, aber nur für Gewerbedächer entlang der Autobahnen. Für neue Wohnhäuser gibt es lediglich eine “Soll-Bestimmung”. 

 

Berlin 

In Berlin tritt die Solardachpflicht im Januar 2023 in Kraft. Sie gilt sowohl für den Neubau als auch für Dachsanierungen von Gewerbe- und Wohnhäusern. Das Gesetz sieht vor, dass die Photovoltaikanlagen mindestens 30 Prozent des Daches umfassen müssen. Als Alternative können die Anlagen auch an der Gebäudefassade installiert oder Solarthermieanlagen genutzt werden. 

Ausnahmen gibt es für Gebäude mit weniger als 50 Quadratmetern Nutzfläche, Härtefälle und Dächer, die für eine Photovoltaikanlage ungeeignet sind. 

 

Bremen 

Bremen feilt derzeit noch an den Details für eine Solardachpflicht. Geplant ist, dass bis 2030 auf allen Dächern Solaranlagen montiert sein sollen. Die Pflicht soll zuerst für Neubauten greifen und später auch für Dachsanierungen von Wohngebäuden. 

 

Hamburg 

Hamburg hat die Solardachpflicht für alle Neubauten im Januar 2023 eingeführt. Bestandsgebäude müssen ab 2025 verpflichtend eine Photovoltaikanlage installieren, wenn das Dach saniert wird. 

 

Hessen 

Hessen hat im November 2022 die Vorgaben für Photovoltaik gelockert. Demnach gilt jetzt ein geringerer Mindestabstand zu Nachbardächern, wenn dazwischen eine Brandschutzmauer steht. Ist das nicht der Fall gilt ein Mindestabstand von 1,25 Metern. 

Ob und wann eine Pflicht für Photovoltaikanlagen auf Hausdächern eingeführt wird, ist bislang noch unbekannt. Geplant ist bisher lediglich eine Pflicht für landeseigene Gebäude und Parkplätze mit weniger als 35 Stellplätzen und für nicht-landeseigene Parkplätze mit mindestens 50 Stellplätzen. 

 

Niedersachsen 

Ab Januar 2023 gibt es in Niedersachen die Solardachpflicht beim Neubau von Nicht-Wohngebäuden. Ursprünglich waren auch neue Wohngebäude im Gesetz vorgesehen. Das wurde jedoch im Juni 2022 geändert. Der Kompromiss sieht nun vor, dass Neubauten von Wohngebäuden ein Tragwerk vorweisen müssen, damit das Dach später mit Photovoltaikanlagen ausgestattet werden kann. Ab wann die Anlagen verpflichtend installiert werden müssen, steht aktuell noch nicht fest.  

 

Nordrhein-Westfalen 

Nordrhein-Westfalen hat im Juni 2021 das “Gesetz zur Änderung der Landesbauordnung 2018” beschlossen, das im Januar 2022 in Kraft getreten ist. Demnach müssen neue Parkplätze mit mehr als 35 Stellflächen mit Photovoltaikanlagen ausgestattet sein, wenn die Fläche zu Nicht-Wohngebäuden gehört. Alternativ sind auch Solarthermieanlagen möglich. Etappenweise kommt die Solardachpflicht für weitere Gebäude: Ab 2023 für öffentliche Liegenschaften, ab 2024 für gewerbliche Neubauten, ab 2025 für private Neubauten. Ab 2026 müssen Eigentümer auch bei der Sanierung von Dächer gewerblichen oder privater Bauten Solaranlagen installieren. 

 

Rheinland-Pfalz 

Auch Rheinland-Pfalz hat in diesem Januar eine Solardachpflicht eingeführt. Seit wenigen Tagen müssen alle Parkplätze mit mehr als 50 Stellplätzen sowie Gewerbe-Neubauten mit mindestens 100 Quadratmetern Nutzfläche eine Solaranlage montieren. Es müssen mindestens 60 Prozent der Dachfläche mit einer Photovoltaik- oder Solarthermieanlage ausgestattet sein. 

 

Sachsen 

Sachsen will zwar eine Solardachpflicht prüfen, eine konkrete Kabinettsvorlage liegt jedoch noch nicht vor. Es gibt aber Pläne, dass Solardächer für öffentliche und gewerbliche Neubauten zur Pflicht werden sollen. Auch Industriegebäude und Parkplätze könnten in die Pflicht genommen werden. 

 

Schleswig-Holstein 

In Schleswig-Holstein trat die Solardachpflicht in diesem Januar in Kraft. Ab sofort sind Photovoltaikanlagen auf Neubauten von Nicht-Wohngebäuden vorgeschrieben. Auch bei einer Dachsanierung von bestehenden Nicht-Wohngebäuden müssen zehn Prozent der Dachfläche mit einer Photovoltaikanlage ausgestattet werden. Die Solardachpflicht gilt ebenso für Parkplätze mit mindestens 100 Stellflächen. 

 

Keine Pflicht 

In Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen, Sachsen-Anhalt und im Saarland gibt es aktuell weder derzeit noch keine Pläne für eine Solardachpflicht.