Mittelzentren auf dem Vormarsch

Auch während der Pandemie haben die Preise für bestehende Eigentumswohnungen in allen deutschen Großstädten zugelegt. Wie die Postbank in ihrem Postbank Wohnatlas 2021 herausgefunden hat, boomen auch immer mehr Mittelzentren.

Über 94 Prozent aller deutschen Landkreise und kreisfreien Städte haben in der Kaufpreisentwicklung bestehender Eigentumswohnungen zugelegt – und das um inflationsbereinigte 9,6 Prozent, wie dem aktuellen Postbank Wohnatlas 2021 zu entnehmen ist

Mittelzentren haben zugelegt

Der durchschnittliche Wertzuwachs bei Eigentumswohnungen 2020 in Städten ab 100.000 Einwohner lag bei neun Prozent. Während die Verliererstädte wie Mönchengladbach, Kaiserslautern und Halle (Saale) mit rund 19 Prozent Wertminderung zurecht kommen müssen, sind in Bremerhaven und Krefeld die Preise deutlich um jeweils 16,5 Prozent gestiegen. 

Im bundesweiten Vergleich zeigen sich große Preisunterschiede: München ist das teuerste Pflaster Deutschlands mit dem achtfachen Quadratmeterpreis von Dessau (Sachsen-Anhalt), das mit 1.046 Euro pro Quadratmeter die günstigste kreisfreie Stadt ist. 

Deutschlands Großstädte erneut mit starken Preisentwicklungen

Münchner Eigentumswohnungen im Bestand sind laut Postbank-Studie im Jahr 2020 gegenüber dem Vorjahr erneut um 6,1 Prozent gestiegen. Der Quadratmeterpreis im Durchschnitt: 8.613 Euro. Ähnlich teuer ist Frankfurt am Main (6.050 Euro), doch hier hat sich die Preisdynamik deutlich verlangsamt. Die Preise sind nur noch um 5,9 Prozent gestiegen, im Vorjahr waren es noch rund elf Prozent.

Auch die Dynamik am Berliner Immobilienmarkt hat sich etwas entschleunigt: Nach knapp zehn Prozent im Jahr 2019 lag die Steigerung 2020 nur noch bei 6,7 Prozent. Der Quadratmeter kostet in Berlin im Durchschnitt 4.973 Euro. Prozentual am stärksten sind die Quadratmeterpreise im Vergleich der „Top 7“ in Hamburg (plus 9,7 Prozent) und Düsseldorf (plus 9,4 Prozent) gestiegen. Bei der absoluten Preisentwicklung liegen München und Hamburg vorn mit Preissprüngen von jeweils mehr als 500 Euro pro Quadratmeter.

„Speckgürtel” werden attraktiver

Bis auf Köln gehören alle Großstädte zu den zehn teuersten Städten Deutschlands, darüber hinaus finden sich in diesem Ranking Freiburg im Breisgau, Regensburg, Rosenheim und Heidelberg. Die anziehenden Preise in den Metropolen sorgen dafür, dass auch das Umland zunehmend in den Fokus rückt: in allen an Berlin grenzenden Landkreisen stiegen die Kaufpreise für Eigentumswohnungen im Bestand jeweils im zweistelligen Bereich, in den Regionen Potsdam-Mittelmark und Oberhavel sogar mehr als 20 Prozent.

Bayern liegt mit Landkreisen vorn – Nordfriesland an der Spitze

Unter den zehn teuersten Landkreisen sind neun bayerische Kreise: Fast das gesamte Umland der bayerischen Landeshauptstadt ist dabei. Der bayrische Speckgürtel profitiert zum einen von der guten Anbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln, zum anderen von ansprechenden Wohnlagen mit mehr Grün und Ruhe. In der Corona-Krise haben die Menschen die Erfahrung gemacht, dass es in einer Stadtwohnung schnell eng werden kann und urbane Trendviertel im Lockdown nicht mehr attraktiv sind. 

Das teuerste Fleckchen Deutschland  findet man allerdings im Landkreis Nordfriesland. 6.796 Euro kostet hier der Quadratmeter. Zu dem Kreis gehören unter anderem die Urlaubsinseln Sylt, Föhr und Amrum. In allen zehn der teuersten deutschen Kreise hat der Quadratmeterpreis die 5.000-Euro-Marke geknackt, in vier Kreisen liegt der Preis für die eigene Wohnung aus dem Bestand mittlerweile schon jenseits der 6.000 Euro.

Weiterhin negativer Preistrend in Teilen Ostdeutschlands

In den ostdeutschen Bundesländern schwächen die prognostizierten Bevölkerungsrückgänge die Nachfrage nach Immobilien. Der Postbank Wohnatlas zeigt, dass der Preistrend hier in den meisten Kreisen und Städten negativ ist. Ausnahmen, die sich gegen diesen Trend entwickeln, sind der Großraum Berlin und die Zentren Leipzig, Dresden, Jena und Weimar. Wertverluste zeichnen sich auch in einigen Regionen in Südniedersachsen und Nordhessen sowie im Ruhrgebiet ab.

Der Postbank Wohnatlas

Der Wohnatlas ist eine jährlich erscheinende, mehrteilige Studienreihe. Für den vorliegenden ersten Studienteil hat das Hamburger WeltWirtschaftsInstitut (HWWI) die Entwicklung der Immobilienpreise zwischen 2019 und 2020 in den 401 deutschen Landkreisen und kreisfreien Städten analysiert.

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