Die Betriebskostenpauschale als Alternative

Statt einer Betriebskostenvorauszahlung haben Sie als Vermieter die Möglichkeit, eine Betriebskostenpauschale mit Ihrem Mieter zu vereinbaren. Welche Vor- und Nachteile diese mit sich bringt und wie Sie die Betriebskostenpauschale berechnen, erfahren Sie in diesem Artikel.

Die Wahl zwischen Betriebskostenpauschale und Betriebskostenvorauszahlung liegt nach §556 Absatz 2 Satz 1 BGB als Vermieter bei Ihnen. Sie müssen für sich entscheiden, welche Option sich für Sie lohnt. Bei der Betriebskostenpauschale legen Sie vertraglich mit Ihrem Mieter einen monatlichen Betrag fest. In diesem Betrag sind alle vom Mieter zu tragenden Betriebskosten enthalten. Mit der Zahlung der Pauschale sind die Nebenkosten komplett abgegolten. Dies erspart Ihnen die Abrechnung der Betriebskosten, was wohl der Hauptgrund ist, warum Vermieter diese Variante wählen.

Zu beachten gilt, dass Sie als Vermieter bei der Betriebskostenpauschale keine etwaigen Nachzahlungen verlangen können. Sollten beispielsweise die Nebenkosten höher ausfallen, können Sie diese Differenz nicht einfordern. Umgekehrt kann der Mieter keine Forderung stellen, sollten die Nebenkosten niedriger ausgefallen sein, als in der Betriebskostenpauschale festgelegt.

So legen Sie die Betriebskostenpauschale vertraglich fest

Sollten Sie sich für eine Betriebskostenpauschale entscheiden, muss diese eindeutig im Mietvertrag vereinbart sein. Es kommt häufig vor, dass falsche Formulierungen oder Ungenauigkeiten verwendet werden. Die eindeutige Auflistung ist allerdings nötig, damit Ihre Betriebskostenpauschale zulässig ist.

Achtung: Sollten Sie eine Pauschale im Vertrag aufführen, die Nebenkosten aber dennoch jährlich per Saldo abrechnen, kann dieser Widerspruch dazu führen, dass die Betriebskostenpauschale als Vorauszahlung ausgelegt wird.

Per Gesetzes handelt es sich hier um eine abrechnungspflichtige Abschlagszahlung. Dies gilt auch für die Formulierung „Vorauspauschale” (Urteil Bundesgerichtshof – BGH, Az.: VIII ZR 27/07). Achten Sie also darauf, dass die Begriffe Betriebskostenvorauszahlung und Betriebskostenpauschale Verwendung finden.

So berechnen Sie Ihre Betriebskostenpauschale

Sie können als Betriebskostenpauschale natürlich nicht irgendeinen Betrag von Ihrem Mieter verlangen. Ob Sie beispielsweise die Betriebskosten für eine Wohnung oder eines Hauses inklusive der Betriebskosten der Gartenpflege verlangen – alle Nebenkostenarten müssen mit Betrag eindeutig aufgeführt werden, die durch die Pauschale abgedeckt werden sollen. Dabei sollten Sie gut überlegen, welche Sie gesondert abrechnen wollen. Denn im Streitfall geht ein Gericht davon aus, dass alle zulässigen Nebenkosten mit der Pauschale abgegolten sind.

betriebskostenpauschale

Als Orientierung ermittelt der Deutsche Mieterbund jährlich den Betriebskostenspiegel. Dieser zeigt Ihnen, wie hoch die Betriebskosten in Ihrer Region im Schnitt sind. Eine weitere und präzisere Möglichkeit ist es, auf die Daten in Ihrem Vermietet.de-Acount zurückzugreifen. Hier finden Sie eine exakte Datenhistorie Ihrer Objekte. Somit können Sie Ihre Betriebskostenpauschale genauer festlegen. Selbstverständlich können Sie Ihre Betriebskostenpauschale auch anpassen (§560 I 3 BGB), da bei einer Pauschale immer ein gewisses Kalkulationsrisiko besteht.

In der Praxis sind die Pauschalen wegen des Kalkulationsrisikos eher die Ausnahme. Viele greifen lediglich bei kurzen oder befristeten Mietverhältnissen auf die Betriebskostenpauschale zurück, um sich den Aufwand der Betriebskostenabrechnung zu ersparen.

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