Die Heizperiode startet: Jetzt die Heizung checken

Die Heizperiode dauert in Deutschland vom 1. Oktober bis zum 31. März. Höchste Zeit für Dich, die Heizungsanlage zu kontrollieren, um teure Notfalleinsätze und Mietminderungen zu vermeiden.

Als Vermieter kennst Du das: mit dem Beginn der Heizperiode häufen sich die Anrufe der Mieter mit Beschwerden, weil die Heizung nicht funktioniert. Notfalleinsätze lassen sich die Firmen teuer bezahlen. Es gibt also gute Gründe dafür, die Heizung in gutem Zustand zu halten.

Wie warm die Wohnung zu sein hat, darüber haben die Gerichte wie folgt geurteilt:

  • von 06.00 Uhr – 23.00 Uhr eine Raumtemperatur von mindestens 20 °C
  • von 23.00 Uhr – 06.00 Uhr eine Temperatur von 18 °C
  • im Bad von 06.00 Uhr – 23.00 Uhr eine Raumtemperatur von 21 °C
  • im Bad von 23.00 Uhr – 06.00 Uhr eine Temperatur von 18 °

Mietminderung vermeiden

Erreicht die Heizung nicht die erforderlichen Werte, dann muss der Mieter das mitteilen. Der Eigentümerverband Haus und Grund nennt eine Frist von drei bis fünf Tagen, in der der Vermieter auf Mieterbeschwerden reagieren muss. Erfolgt in dieser Zeit keine Reaktion, kann der Mieter selber einen Handwerker beauftragen und die Rechnung an den Vermieter weiterleiten.

Bei einem nur kurzen Ausfall der Heizung kann man dies als einen „unerheblichen Mangel“ werten, der nicht zur Mietminderung berechtigt. Fällt die Heizung in der Heizperiode komplett aus, dann berechtigt das den Mieter zu einer Minderung von mindestens 70 Prozent.

Um Mietminderungen zu vermeiden, solltest Du die Heizung jetzt checken. Einige der Maßnahmen kannst Du sogar selbst vornehmen oder vom Hausmeister erledigen lassen.

Entlüften

Das Entlüften der Heizkörper bringt viel und kostet meistens nichts. Der Mieter kann das sogar selbst übernehmen. Bei überschüssiger Luft in den Heizkörpern verteilt sich das Heizwasser nicht mehr richtig und die Heizung braucht länger, um auf Touren zu kommen. Das verbraucht unnötig viel Energie. Häufig meldet sich die Heizung mit einem Klopfen oder Gluckern, wenn sie entlüftet werden muss.

Das Entlüften der Heizkörper ist einfach:

  • die Heizung voll aufdrehen
  • eine Schüssel bereithalten
  • mit einem Vierkantschlüssel gegen den Uhrzeigersinn das Entlüftungsventil am Heizkörper aufdrehen
  • mit einem Zischen die Luft entweichen lassen
  • austretendes Wasser mit der Schüssel auffangen
  • Ventil zu drehen

Heizungswasser nachfüllen

Nach dem Entlüften muss man den Druck im Heizungskessel kontrollieren und gegebenenfalls nachfüllen. Du kannst das selbst machen oder Deinen Installateur darum bitten.

Den Wasserdruck liest Du über das Manometer ab, neuere Anlagen haben digitale Anzeigen. Bei einem Manometer zeigt der grün eingefärbte Bereich den optimalen Druck. Rot ist der Bereich für zu hohen oder zu niedrigen Druck. Durch das Öffnen des Ventils befüllt sich der Heizungskessel. Das Manometer solltest Du dabei im Blick haben.

Ältere Systeme werden oft mit einem Schlauch nachgefüllt, was aber nicht mehr zulässig ist. Es darf keine direkte Verbindung zwischen Trinkwasser und Heizungswasser bestehen. Deshalb muss ein Systemtrenner verbaut sein. Manche Anlagen arbeiten auch mit aufbereitetem Heizungswasser, welches enthärtet oder entsalzt ist.

Thermostate

Nicht funktionstüchtige Thermostate an den Heizungskörpern sind oft die Ursache dafür, dass der Heizköper nicht warm wird. Ein Check der Thermostate ist deshalb immer die erste Maßnahme, um Probleme zu vermeiden. Folgendermaßen solltest Du vorgehen:

  • Thermostat komplett aufdrehen
  • Thermostat abschrauben und abziehen
  • Kontrollieren, ob der stiftförmige Schalter ausgefahren ist
  • Mit einer Zange den Schalterstift gegebenenfalls rausziehen
  • Thermostat wieder auf den Heizkörper drauf schrauben

Temperaturfühler

Eine moderne Heizung regelt sich aufgrund der Daten von Sensoren. Ein wichtiger Bestandteil sind dabei die Außentemperaturfühler. Diese senden Daten an die Heizungssteuerung, die danach die Vorlauftemperatur ausrichtet. Defekte oder abgebrochene Temperaturfühler sind häufig ein Grund dafür, dass die Heizung nicht richtig warm wird und der Energieverbrauch steigt.

DIN genormter Heizungscheck

Es gibt weitere Checks, für die Du einen Fachmann brauchst. Dazu gehört der DIN EN 15378 genormte Heizungscheck, den Dein Installateur durchführt. Experten empfehlen den Check bei einer Heizungsanlage eines Alters ab zehn Jahre. Dann prüft der Fachmann über die Jahresinspektion hinaus nicht nur den Heizkessel, sondern das gesamte System, zum Beispiel auch die Rohre oder Heizkörper.

Der Handwerker erstellt ein Prüfprotokoll, aufgrund dessen Du Modernisierung oder Verbesserungen planen kannst. Einen Teil dieser Wartungskosten kannst Du steuerlich geltend machen. Die örtliche Sanitär Innung liefert Information, um qualifizierte Fachbetriebe zu finden.

Hydraulischer Abgleich

Helfen die beschriebenen Maßnahmen nicht, dann kann ein hydraulischer Abgleich sinnvoll sein. Im Neubau und bei der Heizungsmodernisierung ist dieser sogar verpflichtend, ebenso bei BAFA Förderprogrammen.

Beim hydraulischen Abgleich berechnet der Heizungsfachmann für jeden beheizten Raum die Heizlast. Ebenso wird die Entfernung zur Heizungspumpe in die Analyse mit einbezogen. Dann stellt der Installateur die Druckverhältnisse innerhalb der Heizungsanlage mit Hilfe der Thermostatventile sowie der Strangdruckventile neu ein. So werden alle Räume gleichmäßig schnell aufgeheizt, was Energie spart. Oft verstummen auch mit der gleichmäßigen Wärmeverteilung Störgeräusche.

Voraussetzung für den hydraulischen Abgleich ist, dass alle Heizkörper mit voreinstellbaren Thermostatventilen ausgestattet sind. Man erkennt diese Regler an der Zahlen-Skala, die auf dem Ventilunterteil eingraviert ist.

Der hydraulische Abgleich ist auch deshalb interessant, weil er staatlich bezuschusst wird. Damit die Maßnahme gefördert wird, muss sie ein Fachmann durchführen und dazu anschließend ein Nachweisprotokoll erstellen. Den Nachweis reichst Du einfach bei der BAFA ein. Diese bezuschusst den hydraulischen Abgleich im Rahmen der Förderung von Einzelmaßnahmen in Bestandsgebäuden.