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Oktober 22, 2022 von Yvonne yvonne.haeusler@scout24.com

Bundesregierung hält an Ziel fest: 400.000 neue Wohnungen pro Jahr 

Gemäß Koalitionsvertrag sollen pro Jahr 400.000 neue Wohnungen in Deutschland entstehen. Davon sollen mindesten 100.000 Sozialwohnungen sein. Schon im Jahr 2021 wurde das Ziel mit weniger als 300.000 Wohnungen deutlich verfehlt. In diesem Jahr sieht es nicht besser aus. Dennoch hält die Bundesregierung weiter an ihrem Ziel fest. Nun wurde vorgestellt, wie das zu schaffen sein soll. 

 

 

Bündnis bezahlbarer Wohnraum einigt sich auf 187 Maßnahmen 

Im Februar 2022 wurde das “Bündnis bezahlbarer Wohnraum” geschlossen. Es besteht aus dem Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) sowie 35 weiteren Mitgliedern und sechs beratenden Gästen und sechs beratenden Mitgliedern des Deutschen Bundestages. Das Bündnis bezieht auch fachlich betroffene Ressorts innerhalb der Bundesregierung sowie Mitglieder der Bauministerkonferenz der Länder mit ein. 

Das Bündnis sollte sich konkrete Maßnahmen überlegen, wie das Ziel der Bundesregierung von neuem Wohnraum in Deutschland erreicht werden könnte. Sechs Monate später wurde das Ergebnis vorgestellt: Das Bündnis hat sich auf insgesamt 187 konkrete Maßnahmen geeinigt, die nun bis zu einem festgelegten Zeitpunkt umgesetzt werden müssen. 

 

Die Beschlüsse im Überblick 

  1. Hand in Hand für mehr bezahlbaren Wohnraum

Es geht vor allem darum, Wohnraum für alle zu schaffen, egal ob Familien, Studentenwohnungen oder barrierefreie Wohnungen. Der Bund stellt dafür bis 2026 insgesamt 14,5 Milliarden Euro bereit. Um die Kofinanzierung von Bund und Ländern zu vereinfachen wird der vollständige Mittelabruf unter dem Dach des Bündnisses verankert. 

Außerdem wird der Bund Anfang 2023 die Neubauförderung neu ausrichten und ein Wohneigentumsprogramm einführen. Die lineare Abschreibung von Wohngebäuden wird ab dem 1. Juli 2023 von zwei auf drei Prozent erhöht. Auch steuerliche Förderungen und Investitionszulagen sollen den Neubau von bezahlbarem Wohnraum attraktiv machen. 

 

  1. Innovatives Planen und Bauen beschleunigen

Bauanträge sollen zukünftig digital gestellt werden können. Das macht das Planen und Bauen von Wohnraum deutlich schneller. Zudem sollen die Länder mehr Genehmigungsfreiheiten bekommen. Dadurch können beispielsweise auch Dachgeschossausbauten schneller realisiert werden.  

Aus Sicht des Bündnisses sind außerdem standardisierte Prozesse beim Building Information Modeling (BIM) unausweichlich. Bauprozesse sollen beschleunigt werden, indem die vergaberechtlichen Wertgrenzen für Wohnzwecke, freihändige Vergaben und beschränkte Ausschreibungen ohne Teilnahmewettbewerb erhöht werden. 

 

  1. Serielles und modulares Bauen ausweiten

Einmal erteilte Typengenehmigungen sollen bundesweit gelten. Die dafür notwendigen Regelungen sollen in den Landesbauordnungen verankert werden. Dadurch wird serielles und modulares Bauen in größerem Umfang möglich. 

 

  1. Boden mobilisieren – Baukosten begrenzen

Kommunale digitale Potenzial- und Brachflächenkataster sollen zeigen, wo Bauland vorhanden ist. Bei Bedarf sollen Wohnungsbaukoordinatoren etabliert werden, um Prozesse zu bündeln. Des Weiteren soll eine Geschäftsstelle zur Folgekostenabschätzung in Normungsprozessen eingerichtet werden, um Baukosten zu begrenzen. 

 

  1. Gebäude ressourcenschonender errichten

Anfang 2023 wird das Förderprogramm “Klimafreundliches Bauen” auf den Weg gebracht. Es soll sicherstellen, dass ein Gebäude weniger Treibhausgase emittiert und das über den gesamten Lebenszyklus hinweg. Außerdem soll darauf geachtet werden, dass weniger Ressourcen, Fläche und Energie verbraucht wird. 

 

Alle Maßnahmen im Einzelnen kannst Du hier herunterladen.

 

Stellungnahme des Verbands der Immobilienverwalter Deutschland e. V. 

Der Verband der Immobilienverwalter Deutschland e. V. (VDIV Deutschland) begrüßt das Maßnahmenpaket des Bündnisses. Allerdings fordert er die Priorisierung derjenigen Maßnahmen, die zur Erreichung des Kernziels beitragen. Das sind insbesondere die Digitalisierung sowie die Entschlackung von Verfahrensschritten und Verwaltungsprozessen und die Aktivierung von Bauland. 

Dem VDIV zufolge müsste auch die Förderung von privatem Eigentum in den Vordergrund rücken. Besonders für Familien mit geringem Eigenkapital ist der Kauf eines Eigenheims kaum realisierbar. Privates Wohneigentum erhöht jedoch die Anzahl an Mietwohnungen und trägt somit erheblich zur Entspannung auf dem Wohnungsmarkt bei. 

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