Erwerb & Vermietung
September 6, 2022 von Yvonne redaktion@vermietet.de

Bankbürgschaft als Mietkaution – Vor- und Nachteile

Bei der Bankkaution übernimmt ein Kreditinstitut die Bürgschaft für Deinen Mieter. Gerät dieser in Zahlungsverzug bekommst Du Dein Geld von der Bank. Das Prinzip ist genauso wie bei der Mietkautionsversicherung und hat für Dich kaum Nachteile. Wir haben für Dich alles Wichtige zusammengefasst. 

 

Mietkaution als Bankbürgschaft 

Bankbürgschaften oder auch Bankaval beziehungsweise Mietaval kommen sowohl im Geschäftsleben als auch bei Privatpersonen zum Einsatz. Das Wort Aval leitet sich vom italienischen “avallo” ab und bedeutet schlicht “Bürgschaft”. 

Bei der Bürgschaft tritt eine dritte Partei für den Schuldner gegenüber dem Gläubiger ein. Die Bankbürgschaft ist in Paragraf 1 Nr. 8 des Kreditwesengesetzes (KWG) geregelt. 

Im Falle der Bankbürgschaft als Mietkautionsbürgschaft tritt also die Bank für den Mieter ein, wenn dieser dir gegenüber in Zahlungsverzug gerät. Das gilt jedoch nur bis zur gesetzlich gedeckelten Summe von maximal drei Monatsnettomieten (§ 551 BGB). Diese Deckelung gilt für jede Art der Mietkaution – egal ob Barkaution, Mietkautionsversicherung oder Bankbürgschaft. 

Wie für jede Mietsicherheit musst Du Art und Höhe der Kaution im Mietvertrag festhalten. Erst dann wird die Leistung der Kaution für Deinen Mieter verpflichtend. Ohne entsprechenden Absatz im Mietvertrag darfst Du keine Sicherheit von Deinem Mieter verlangen. Damit Du aber keinen finanziellen Schaden erleidest, wenn Dein Mieter Deinen Forderungen nicht nachkommt, ist die Vereinbarung einer Mietkaution in jedem Fall dringend zu empfehlen. 

 

Wie funktioniert die Bankbürgschaft 

Anstatt die Kaution direkt an Dich zu überweisen, schließt der Mieter mit seiner Bank einen sogenannten Avalkredit ab. Er erhält eine Bürgschaftsurkunde, die er Dir aushändigen muss. Verwahre das Dokument sicher auf, denn nur damit kannst Du im Zweifelsfall, Deine Ansprüche geltend machen. 

Kommt es zum Schadenfall findest Du auf der Urkunde alle wichtigen Vertragsbestandteile. Achte also darauf, dass alle wichtigen Schadenersatzansprüche in dem Dokument erfasst sind. Das sind unter anderem Mietausfälle, nicht geleistete Nachzahlung von Nebenkostenabrechnungen oder Kosten für Reparaturen von vom Mieter verursachten Schäden. Du kannst sogar Schadenersatz, Nutzungsentschädigungen und die Erstattung von Prozesskosten verlangen. 

 

Vor- und Nachteile für Vermieter 

TippBestehe als Vermieter darauf, dass die Bankbürgschaft die “Zahlung auf erste Anforderung” leistet. Denn nur dann bekommst Du das Geld sofort von der Bank ausgezahlt. Andernfalls musst Du ggf. erst eine Zwangsvollstreckungsmaßnahme gegen den Mieter einleiten (§773 Abs. 1 Nr. 1 BGB).

Können Mieter die Mietsicherheit nicht aufbringen, stellt die Bankbürgschaft eine gute Alternative dar. Ohne die Bürgschaft müsste der Mieter einen Kautionskredit aufnehmen, durch den er Schulden aufbaut. Das wiederum kommt auch Dir als Vermieter zugute. 

Durch die Bankkaution bist Du abgesichert, auch wenn Dein Mieter nur ein geringes Einkommen hat. Du hast auch weniger Verwaltungsaufwand als bei der Barkaution, bei der Du extra ein spezielles Konto eröffnen musst. 

Allerdings ist es für Dich als Vermieter wichtig, welche Art von Bürgschaft Dein Mieter abschließt. Je nachdem gleicht die Bank den Schaden direkt aus oder der Mieter darf zunächst die Forderung prüfen (Bürgschaft auf erste Anforderung / ohne erste Anforderung). Auch eine Selbstschuldnerische Bürgschaft ist zu empfehlen, denn dann verzichtet Dein Mieter auf die “Einrede der Vorausklage” und Du musst nicht erst den Rechtsweg ausschöpfen, bevor Du den Bürgen in Anspruch nehmen darfst. 

 

 

Weitere Information zum Thema “Mietbürgschaft” liest Du in unserem Artikel: “Bürgschaft für die Mietkaution: Vor- und Nachteile für Vermieter”. 

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