Kuendigung-Mietvertrag

Wie Vermieter die Kündigung des Mietvertrags korrekt umsetzen

Wer den laufenden Mietvertrag kündigen will oder gekündigt bekommt, muss dabei einige rechtliche Fallstricke beachten. Informieren Sie sich vorab über Kündigungsgründe und Fristen. Das Wichtigste erfahren Sie in diesem Artikel. Darüber hinaus stellt Ihnen Vermietet.de die wesentlichen Dokumente bereit, die Sie für eine Kündigung des Mietvertrags benötigen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Kündigungsfrist eines unbefristeten Mietvertrags beträgt in der Regel für den Mieter die gesetzliche Frist von drei Monaten, es sei denn der Mietvertrag enthält eine andere (kürzere) Vereinbarung.
  • Kündigungsfristen für den Vermieter sind gestaffelt nach Dauer des Mietverhältnisses. Die Staffelung kann zwischen drei und neun Monaten liegen.
  • Eine Kündigung ist immer schriftlich vorzulegen.
  • Das Kündigungsschreiben muss spätestens am dritten Werktag eines Monats bei dem Vermieter eingehen, damit dieser Monat in die Fristberechnung einbezogen wird.
  • Eine Kündigung seitens des Vermieters ist nur in Ausnahmefällen möglich und ist zu begründen.

Kündigung des Mietvertrags durch den Mieter

Will Ihr Mieter seinen Mietvertrag kündigen, so steht ihm dies grundsätzlich mit einer dreimonatigen Kündigungsfrist zu. Bei der Berechnung der Frist ist darauf zu achten, dass das Kündigungsschreiben spätestens am dritten Werktag eines Monats bei Ihnen eingegangen ist. Diese Regelung des dritten Werktags gilt auch bei verkürzten Kündigungsfristen, die Sie im Vertrag mit dem Mieter vereinbaren.

Eine fristlose Kündigung der Wohnung ist für den Mieter nur dann möglich, wenn die Wohnung nicht vertragsgemäß genutzt werden kann, ihr Zustand die Gesundheit gefährdet oder der Vermieter den Mietvertrag schwer verletzt. Ein Beispiel für Gesundheitsgefährdung wäre dann gegeben, wenn der Mieter Sie auf Mängel aufmerksam gemacht hat und beispielsweise bereits eine Mietminderung wegen Schimmel vorliegt. Handeln Sie als Vermieter nicht, kann sich ausbreitender Schimmel in der Wohnung gesundheitsgefährdend werden. In diesem Fall könnte der Mieter fristlos kündigen

Kündigung des Mietvertrags durch den Vermieter: Fristen

Wenn Sie als Vermieter eine Wohnungskündigung anstreben, müssen Sie sich ebenfalls an Fristen halten, die teilweise von den zeitlichen Vorgaben für Ihren Mieter abweichen können. Die Kündigungsfrist berechnet sich für den Vermieter nach der Wohndauer des Mieters, eine Staffelung sieht wie folgt aus:

  • Wohndauer bis zu 5 Jahre: Frist von drei Monaten
  • Wohndauer zwischen fünf und acht Jahre: Frist von sechs Monaten
  • Wohndauer mehr als acht Jahre: Frist von neun Monaten

Die Kündigung des Mietvertrags erfolgt über das Kündigungsschreiben. Dieses muss, wie im umgekehrten Fall auch, spätestens am dritten Werktag des Monats beim Mieter eingegangen sein.

Kündigung des Mietvertrags durch den Vermieter: Begründung

Als Vermieter sind Sie verpflichtet, die Kündigung eines Mietvertrags nur bei einem berechtigten Grund auszusprechen. Diesen müssen Sie im Kündigungsschreiben vortragen. Ein berechtigter Grund kann beispielsweise bei den drei folgenden Fällen vorliegen.

  • Eigenbedarf: Sie beanspruchen die Wohnung für sich oder einen Familienangehörigen, der den Wohnraum benötigt. Eine Vorlage zur Kündigung wegen Eigenbedarfs erhalten Sie im Mitgliederbereich von Vermietet.de.
  • Vertragsverletzung: Der Mieter hat Vereinbarung aus dem Mietvertrag schuldhaft und in erheblichen Maße verletzt.
  • Hinderung angemessener wirtschaftlicher Verwertung: Sie müssen die Wohnung wirtschaftlich anderweitig verwerten, um keine erheblichen Nachteile zu erleiden.
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Achtung

Eine Kündigung zum Zweck einer Mieterhöhung ist unter keinen Umständen zulässig.

Achtung

Eine Kündigung zum Zweck einer Mieterhöhung ist unter keinen Umständen zulässig.

Kündigung des Mietvertrags: Sonderfall außerordentliche fristlose Kündigung seitens des Vermieters

Gesetzlich wird geregelt, dass ein Mietverhältnis von beiden Vertragsparteien aus wichtigem Grund auch außerordentlich gekündigt werden kann. Eine nähere Definition eines „wichtigen Grundes“ gibt das Gesetz nicht vor, weshalb dies im jeweiligen Einzelfall zu prüfen ist.

Die außerordentliche fristlose Kündigung kann der Vermieter nach dem Gesetz dann vornehmen, wenn der Mieter die Mietsache durch Vernachlässigung seiner Sorgfaltspflicht erheblich gefährdet oder unbefugt einem Dritten überlässt (§ 543 Abs. 2 Nr. 2 BGB). Es besteht auch dann ein Kündigungsgrund, wenn der Mieter für zwei aufeinander folgende Termine mit der Entrichtung der Miete oder eines nicht unerheblichen Teils der Miete in Verzug ist (§ 543 Abs. 2 Nr. 3 BGB). Es ist hierbei zu beachten, dass die endgültige Kündigung des Mietvertrags nur dann möglich ist, wenn der Mieter nicht durch Zahlung der Miete beziehungsweise Aufrechnung seiner Schuld nachkommt. In diesem Fall ist eine fristlose Kündigung der Wohnung unwirksam.

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Hinweis

Als Räumungsfrist nach einer fristlosen Kündigung gilt ein Zeitraum von einem Monat allgemein als angemessen. Ein Mieter kann eine längere Frist beantragen, wenn er Gefahr läuft, wohnungslos zu werden. Dieser Antrag muss schriftlich gestellt werden. Üblicherweise ist eine Räumungsfrist zunächst drei Monate lang, kann aber auch gerichtlich verlängert werden. Der Mieter muss während dieses Zeitraums besondere Bemühungen nachweisen, eine andere Wohnung zu finden.

Hinweis

Als Räumungsfrist nach einer fristlosen Kündigung gilt ein Zeitraum von einem Monat allgemein als angemessen. Ein Mieter kann eine längere Frist beantragen, wenn er Gefahr läuft, wohnungslos zu werden. Dieser Antrag muss schriftlich gestellt werden. Üblicherweise ist eine Räumungsfrist zunächst drei Monate lang, kann aber auch gerichtlich verlängert werden. Der Mieter muss während dieses Zeitraums besondere Bemühungen nachweisen, eine andere Wohnung zu finden.

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Über uns

Vermietet.de ist die innovative Verwaltungsplattform für private Immobilienbesitzer und Hausverwaltungen in Deutschland. Durch unzählige nützliche Funktionen bietet die Software einen vollständigen Überblick über Ihr Wohneigentum, Ihre Mieter und Ihre Einnahmen sowie Ihre Ausgaben.

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