Immobilienpreisentwicklung – was war, was geschieht aktuell & was ist in der Zukunft zu erwarten?

Das Thema Immobilienpreise in Deutschland bereitet vielen Menschen Sorgen. Schon seit einiger Zeit sind in bestimmten Regionen die Preise unverhältnismäßig hoch und können kaum mehr gerechtfertigt werden. Daher sprechen einige von einer Preisblase, die ähnlich wie in den USA bald platzen könnte. Andere meinen, dass sich der Markt von alleine wieder beruhigen wird. Wir beleuchten die Immobilienpreisentwicklung hierzulande und zeigen mögliche Entwicklungen auf.

Seit dem Jahr 2010 sind die Immobilienpreise gestiegen – und das sogar sehr stark, wie die Immobilienpreisentwicklung von Statista zeigt: Während der Preisindex (ein gewichtetes Mittel aus Kauf- und Mietpreisen, wobei vom 1. Quartal des Jahres 2004 ausgegangen wird, denn hier beträgt der Indexwert 100) Ende 2009 noch bei 95 lag, stieg er bis Ende 2014 auf 119 an. Dann erfolgte die größte Immobilienpreisentwicklung in der jüngsten Vergangenheit in Deutschland von 119 auf 137 innerhalb von zwei Jahren (4. Quartal 2014 bis 4. Quartal 2016). Für das 3. Quartal in 2018 hat Statista einen Indexwert von 155 errechnet – der bisherige Höhepunkt der Immobilienpreisentwicklung und eine Steigerung von 60 Indexpunkten in elf Jahren. Zum Vergleich: In den Jahren 2004 bis 2009 fiel der Preisindex von 100 auf 95.

Die Gründe für eine derartige Immobilienpreisentwicklung sind insbesondere die günstigen Finanzierungen aufgrund des niedrigen Zinsniveaus, der vermehrte Zuzug der Menschen in Großstädte und die damit verbundene hohe Nachfrage nach Wohnraum.

Immobilienpreisentwicklung im europäischen Ausland ist durchwachsen

Die Immobilienpreisentwicklung in Europa ist durchwachsen: Während Immobilien in Schweden, Großbritannien und Frankreich ebenfalls zu Beginn der 2000er Jahre bis heute sehr viel teurer geworden sind (in Schweden sogar bis zu 150 Prozent seit dem Jahr 2000), sind die Preise in Spanien, Italien und Griechenland etwa zur gleichen Zeit stark gesunken. Deutlich wird hierbei natürlich, dass vor allem die Konjunktur starken Einfluss auf die Immobilienpreisentwicklung hatte und darauf, ob die Menschen in Immobilien investieren.

Prognose: Metropolen werden teurer, strukturschwache Gebiete günstiger

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Was für Immobilienkäufer und Mieter schlecht ist, ist für Verkäufer und Vermieter gut. Sie profitieren von der positiven Immobilienpreisentwicklung. Insbesondere Großstädte wie München, Stuttgart, Hamburg, Berlin, Dresden, Frankfurt und Düsseldorf werden auch in Zukunft teurer. Ebenso die „Speckgürtel“ der Metropolen werden steigende Immobilienpreise verzeichnen. Fragt sich nur: Wie lange noch? Einer Prognose des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts (HWWI) zufolge steigen die Immobilienpreise bis 2030 weiter an – insbesondere im Süden und Südwesten. In München zahlt man aktuell für den Quadratmeter in einem Einfamilienhaus bis zu 4.632 Euro (ca. 15 Prozent Steigerung zum Vorjahr). In Düsseldorf bezahlt man 2.348 Euro / qm (ca. 10 Prozent Steigerung zum Vorjahr) und in Berlin 3.799 Euro / qm (ca. 15 Prozent Steigerung zum Vorjahr). Allerdings sollen die Preissprünge künftig nicht mehr so hoch sein.

In vielen Regionen Ostdeutschlands sowie im Ruhrgebiet und Saarland sinken die Immobilienpreise hingegen schon jetzt. Das geht vor allem mit der schwindenden Bevölkerung einher: Wo die Menschen wegziehen, lässt auch die Immobilienpreisentwicklung nach.

Platzt nun bald die Immobilienblase?

Die starke Immobilienpreisentwicklung lässt viele Besitzer und Käufer von einer Immobilienblase sprechen. Experten geben jedoch Entwarnung – vorerst. Zwar sind auf dem deutschen Immobilienmarkt Faktoren zu erkennen, die für eine Immobilienblase sprechen (hohe Preise, starker Anstieg, niedrige Zinsen). Es gibt aber auch Aspekte, die gegen eine die Immobilien betreffende Preisexplosion sprechen. So ist die Finanzierung dank niedriger Zinsen zwar unglaublich attraktiv, aber in Deutschland doch deutlich solider aufgestellt als in anderen Ländern – insbesondere in den USA vor dem Platzen der dortigen Immobilienblase. Hierzulande finanzieren die meisten Menschen noch immer mit bis zu 20 Prozent Eigenkapital und verschulden sich daher auch nur sehr selten so stark, dass ein Abbezahlen nicht mehr möglich ist. Zudem ist der Spekulation mit Immobilien in Deutschland eine Grenze gesetzt – durch die Spekulationsfrist bzw. die Spekulationssteuer. Ein schnelles Kaufen und gewinnbringendes Verkaufen ist hierzulande kaum möglich.

Wer plant künftig ein Haus zu kaufen, sollte sich gründlich über Lage und Umgebung informieren und die Immobilie als langfristige Investition betrachten. Bei der Finanzierung sind sowohl Eigenkapital als auch lange Zinsbindungsfristen und eine hohe Anfangstilgung von 3 Prozent zu empfehlen. Wer verkaufen und wissen möchte, wie viel sein Haus wert ist, sollte den Zeitwert der Immobilie berechnen und diesen gegen die Anschaffungs- und Sanierungskosten rechnen. So erhalten Sie einen Eindruck von der Rendite Ihrer Immobilie. Den Immobilienwert Ihrer Objekte können Sie in Ihrem persönlichen Bereich auf Vermietet.de bequem online berechnen lassen und behalten die Preisentwicklung Ihrer Immobilie stets im Blick.

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