Immobiliengutachten – Welcher Preis wird hierfür fällig und wann benötigen Sie es?

Ein Wertgutachten hat seinen Preis. Aber nicht immer ist es notwendig, einen Immobiliengutachter zu beauftragen. Wie hoch für ein Immobiliengutachten der Preis letztendlich ausfällt, wann Sie es benötigen und was es für Alternativen gibt, erklären wir Ihnen im Folgenden.

Ein Immobiliengutachten beschreibt den Wert einer Immobilie anhand verschiedener Kriterien. Diese können zum Beispiel die Bausubstanz, die vorhandenen elektrischen Leitungen, das Dach, die Fenster oder die Umweltfaktoren wie Lärmbelästigung sein. Das Ziel eines solchen Gutachtens besteht zum einen in einer realistischen Einschätzung des Marktwertes der Immobilie. Zum anderen soll auch die Wirtschaftlichkeit der Immobilie beurteilt werden. Hierzu zählen ebenso Punkte, welche zu einer Wertsteigerung des Objektes führen, zum Beispiel Modernisierungsarbeiten.

Für die Anfertigung eines Immobiliengutachtens muss ein Sachverständiger verschiedene Unterlagen wie Grundriss und Energieausweis einsehen. Zudem muss das Objekt selbst bewertet und geprüft werden. Ein Vollgutachten umfasst daher in der Regel um die 30 Seiten oder mehr. Im Gegensatz zur vereinfachten Immobilienbewertung ist ein Gutachten durch einen Sachverständigen vor Gericht verwertbar. Aufgrund des hohen Aufwands sind die für den Immobiliengutachter anfallenden Kosten höher als bei der einfachen Bewertung.

Ein Immobiliengutachten hat seinen Preis – was kostet ein Vollgutachten?

Ein Immobiliengutachten hat seinen Preis und das ist auch gerechtfertigt, wenn man den hohen Aufwand und die formalen Anforderungen, die ein gerichtsverwertbares Gutachten erfüllen muss, betrachtet. Der tatsächliche Preis ist verhandelbar und hängt vom Aufwand ab, der sich wiederum aus der Größe und dem Verkehrswert der Immobilie ergibt. Bemessungsgrundlage für den Immobiliengutachten-Preis ist in der Regel die Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI). Nach § 34 Abs. 1 HOAI belaufen sich die Kosten für ein Gutachten auf rund 1.200 Euro bis 1.600 Euro bei einem Verkehrswert bis 250.000 Euro. Bei einem Wert von 400.000 Euro liegen sie hingegen bei rund 1.500 Euro bis 2.000 Euro.

Gutachten-Immobilie-Preis

Alternativ kann auch ein Kurzgutachten ausgestellt werden. Für ein solches Gutachten für eine Immobilie liegen die Kosten bei circa 500 bis 700 Euro.

Achtung: Ein Kurzgutachten hat im Gegensatz zu einem vollständigen Immobiliengutachten keinen rechtlichen Bestand in Gerichtsverfahren.

Den das Immobiliengutachten betreffende Preis sparen – wann Sie wirklich ein Gutachten benötigen

Der das Immobiliengutachten betreffende Preis ist Ihnen zu hoch? Unter Umständen können Sie sich die Kosten sparen – und zwar dann, wenn Sie kein gerichtsverwertbares Gutachten benötigen, sondern lediglich den Zeitwert der Immobilie berechnen lassen möchten – etwa für einen Verkauf. Ein gerichtlich verwertbares Gutachten benötigen Sie beispielsweise in den folgenden Situationen:

  • Im Scheidungsfall (bei Zugewinnausgleich);
  • im Erbfall (z. B. zur Berechnung des Erbanteils/ Pflichtteils);
  • Als Nachweis für das Finanzamt (etwa zur Berechnung der Erbschafts- und Schenkungssteuer);
  • bei einer Zwangsversteigerung;
  • für die Beleihung eines Objekts;
  • für die Versicherung;
  • bei Auflösung eines Betriebs (Gewerbeimmobilie).

Ein Gutachten empfiehlt sich immer auch beim Kauf oder Verkauf von Immobilien – wenn Sie als neuer Besitzer Ihr Geld richtig investiert haben wollen oder als Eigentümer einen gerechtfertigten Preis erzielen möchten. Alternativ können Sie den Wert Ihrer Immobilie auch online bei Vermietet.de ermitteln lassen. Dadurch haben Sie den Immobilienwert schnell und einfach zur Verfügung.

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