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Dezember 21, 2021 | 4 Min Lesezeit

Versicherungen für Vermieter: Hier bekommst Du den Überblick!

Natürlich möchtest Du als Vermieter keinen finanziellen Schaden erleiden, aber manchmal fragst Du Dich: Ist die Versicherung wirklich notwendig? Wir bieten Dir einen Überblick über verschiedene Versicherungen rund um die Vermietung und geben Dir Empfehlungen, welche wann sinnvoll sind.

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Natürlich möchtest Du als Vermieter keinen finanziellen Schaden erleiden, aber manchmal fragst Du Dich: Ist die Versicherung wirklich notwendig? Wir bieten Dir einen Überblick über verschiedene Versicherungen rund um die Vermietung und geben Dir Empfehlungen, welche wann sinnvoll sind.

Versicherungen für Vermieter: Gut zu wissen!

  • Es gibt keine gesetzliche Pflicht für Dich als Vermieter, bestimmte Versicherungen abzuschließen.
  • Einen Großteil der Kosten für die Versicherungen, die Du im Zusammenhang mit der Vermietung abschließt, kannst Du steuerlich absetzen.
  • Kosten für Sach- und Haftpflichtversicherungen kannst Du auf den Mieter umlegen. Versicherungen, die Dein Vermögen schützen sollen wie eine Mietausfallversicherung, haben in der Betriebskostenabrechnung nichts zu suchen.

Wohngebäudeversicherung

Sinn und Zweck: Die Wohngebäudeversicherung ist tatsächlich eine der wichtigsten Versicherungen für Vermieter, da sie elementare Gefahren abdeckt: Feuer, Wasser, Sturm. Die Gebäudeversicherung deckt unter anderem Schäden durch Leitungswasser (z. B. Rohrbruch), Hagel und Sturm (z. B. umgefallene Bäume), Blitzeinschläge sowie durch Elektrogeräte entstehende Brände innerhalb der Mieteinheiten ab.

Wichtig: Carport, Gartenhäuser und ähnliches außerhalb des versicherten Gebäudes müssen, wenn gewünscht, zusätzlich in der Versicherungspolice aufgenommen werden. Grundsätzlich sind derlei Gebäudeteile nicht mit versichert.

Kosten: Je nach Gebäudegröße, Standort und Baujahr belaufen sich die Kosten für die Wohngebäudeversicherung auf 50 bis 200 Euro pro Jahr. Da es sich um eine Sachversicherung handelt, kannst Du die Kosten auf den Mieter umlegen. Zudem kannst Du sie steuerlich absetzen. Zusatzpolicen werden mitunter extra berechnet. Bei der Wohngebäudeversicherung lohnt sich ein Vergleich. Schau Dir unbedingt genau an, was welche Police abdeckt. So kannst Du eventuell weitere Zusatztarife ausschließen.

Empfehlenswert: Unbedingt

Hinweis: Vermietest Du eine Eigentumswohnung, musst Du die Wohngebäudeversicherung in der Regel nicht selbst abschließen. Dies übernimmt die Hausverwaltung der WEG. Lass Dir gegebenenfalls einen Nachweis über die abgeschlossenen Versicherungen vorlegen.

Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht

Sinn und Zweck: Die Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht gehört ebenfalls zu den Versicherungen, die Dich als Vermieter schützen. Im Grunde deckt die Versicherung die Bereiche der Verkehrssicherungspflicht ab. Also Schäden, die Dritten (Mietern, Passanten, Besuchern) entstehen, wenn Deine Immobilie nicht ausreichend gesichert ist. Das kann ein nicht gestreuter Gehweg im Winter oder ein herabfallender Dachziegel sein.

Zusatzpolice: Nach dem Wasserhaushaltsgesetz müssen Öltanks so eingebaut, betrieben und gewartet werden, dass keine Verunreinigung des Grundwasser entstehen kann. Dennoch können durch fahrlässiges, schuldhaftes oder unverschuldetes Verhalten Gewässerschäden durch Öltanks entstehen. Diese Risiken sicherst Du mit einer Gewässerschadenhaftpflicht (auch Öltankhaftpflicht genannt) ab.

Kosten: Für Versicherungen, die Dich als Haus- und Grundbesitzer schützen, zahlst Du rund 50 Euro pro Jahr. Auch diese Versicherungen können auf den Mieter umgelegt bzw. steuerlich abgesetzt werden.

Empfehlenswert: Unbedingt. Auch, wenn Du z. B. Deine Mieter mit der Räum- und Streupflicht beauftragst, kannst Du im schlimmsten Fall mit Deinem eigenen Vermögen haften. Der Grund: Du überträgst zwar die Verkehrssicherungspflicht, behältst aber eine Kontrollpflicht.

Hinweis: Die Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht gehört ebenfalls zu den Versicherungen, die bei einer Eigentümergemeinschaft grundsätzlich von der Hausverwaltung abgeschlossen werden.

Mietausfallversicherung

Sinn und Zweck: Eine der Versicherungen, die Dein Vermögen schützt, ist die Mietausfallversicherung. Sie greift, wenn Mieter mit ihren Mietzahlungen im Rückstand sind. Aber nicht nur Mietrückstände können mit derlei Versicherungen abgedeckt werden, auch ungerechtfertigte Mietkürzungen oder Schäden, die durch Mietnomaden entstehen, sind je nach Police mitversichert.

Kosten: Für Versicherungen, die Dich vor den Schäden durch Mietausfälle schützen, zahlst Du rund 100 bis 150 Euro pro Jahr. Da es sich um eine Versicherung handelt, die nicht das Gebäude, sondern Dein Vermögen betrifft, kannst Du sie zwar nicht umlegen, aber steuerlich geltend machen.

Empfehlenswert: Abwägungssache. Selbst, wenn Du Deinen Mieter gründlich auf ihre Bonität prüfst, kann es immer zu Mietrückständen seinerseits kommen (Verlust der Arbeitsstelle, Krankheit, etc.). Insbesondere für private Vermieter mit wenigen Mieteinheiten können fehlende Mieteinnahmen schnell zum finanziellen Problem werden. Und auch das gilt es zu bedenken: Hast Du tatsächlich das Pech und bist an einen Mietnomaden oder einen Mieter geraten, der ungerechtfertigt seine Miete nicht zahlt, dauert es meist mehrere Monate, ihn aus der Wohnung zu klagen. Und auch bei erfolgreicher Klage, wird Dir nicht garantiert, dass Du die Mieteinnahmen je erhältst.

Rechtsschutzversicherung

Sinn und Zweck: Nach hohem Mietrückstand muss der Mieter aus der Wohnung geklagt werden. Es gibt Probleme mit einer Mieterhöhung. Der Mieter hat die Wohnung nach seinem Auszug beschädigt hinterlassen und weigert sich den Schaden zu beheben. Das sind ganz typische Streitigkeiten, mit denen Du als Vermieter rechnen musst. Um die Anwalts-, Gerichts- und Gutachterkosten nicht selbst zu tragen, kannst Du eine Rechtsschutzversicherung abschließen.

Kosten: Versicherungen für den Rechtsschutz kosten etwa 200 Euro pro Jahr. Diese Kosten kannst Du steuerlich als Werbungskosten absetzen.

Empfehlenswert: Abwägungssache. Auch bei einem guten Verhältnis zum Mieter, weiß man nie, ob die nächste Nebenkostenabrechnung, die Mieterhöhung oder Schimmel in der Wohnung zum Streit führt.

Hausratversicherung

Sinn und Zweck: Eigentlich kennt man Hausratversicherungen als Privatmensch. Für Vermieter kann sie dann sinnvoll sein, wenn die Mietimmobilie möbliert vermietet wird – also inklusive Möblierung. Einbauküche, Fußböden und ein begehbarer Kleiderschrank gehören unmittelbar zur Mietsache und müssen über eine separate Hausratversicherung nicht abgedeckt werden. Eine Hausratversicherung für Vermieter deckt Schäden z. B. durch Einbruch, Leitungswasser oder Feuer an der Möblierung ab. Keine Schäden, die der Mieter an der Möblierung verursacht (Hier greift die private Haftpflichtversicherung des Mieters).

Kosten: Versicherungen, die den Hausrat vermieteter Immobilien absichern, kosten Dich als Vermieter ab 50 Euro pro Jahr. Diese Kosten kannst Du nicht in der Betriebskostenabrechnung umlegen, sondern nur über die Steuererklärung absetzen.

Empfehlenswert: Eingeschränkt. Für Immobilien, die voll möbliert (insbesondere mit hochwertiger Ausstattung) vermietet werden, zum Beispiel Ferienwohnungen oder Ferienhäuser, empfiehlt sich eine zusätzliche Hausratversicherung.

Bauherrenhaftpflicht

Sinn und Zweck: In der Bauphase ist es sinnvoll, bestimmte Versicherungen abzuschließen, um sich als Bauherr zu schützen. Das gilt insbesondere für die Bauherrenhaftpflicht. Sie deckt Schäden an Dritten ab, die ihnen durch die Baustelle (oder auch Baumaschinen und Baumaterialien) entstehen. Versichert sind Personen-, Sach- und Vermögensschäden. Die Versicherung endet in der Regel nach einer bestimmten Frist, spätestens aber zwei bis drei Jahre nach Baubeginn.

Kosten: Die Kosten für diese Versicherungen sind abhängig von der Bausumme, ab etwa 250 Euro für ein Bauvorhaben von 250.000 Euro. Im Rahmen der Vermietungsabsicht kannst Du die Kosten steuerlich absetzen.

Empfehlenswert: Eingeschränkt. Für den Neubau und größere Umbauarbeiten (umfassende Sanierungen oder Modernisierungen) sind derlei Versicherungen unbedingt zu empfehlen. Bei kleineren Baumaßnahmen reicht die Haftpflicht oftmals aus.

Bauleistungsversicherung

Sinn und Zweck: Die Bauleistungsversicherung schützt Dich vor unvorhersehbaren Schäden auf der Baustelle, die zu einem finanziellen Verlust führen. Zum Beispiel das Absacken des Baugrundes, der Einsturz benachbarter Gebäude oder Vandalismus auf der Baustelle. Je nach Police werden auch Schäden durch Fahrlässigkeit abgedeckt.

Kosten: Die Kosten für eine Bauleistungsversicherung beginnen ab 300 Euro. Sie sind einmalig für das Bauvorhaben zu zahlen. Die Kosten sind für Vermieter steuerlich absetzbar.

Empfehlenswert: Eingeschränkt. Informiere Dich, ob derlei Schäden nicht bereits durch andere Versicherungen, die Du als Bauherr abschließt, abgedeckt sind. Willst Du auf Nummer sicher gehen, sind die Kosten für derlei Versicherungen überschaubar – vor allem im Vergleich zum finanziellen Schaden, den Du sonst aus eigener Tasche zahlst. 

Autoreninfo

Andrea
Andrea
Als Content Managerin unterstützt Andrea das Team von Vermietet.de. Sie schreibt Fachtexte rund um die Immobilienbranche und betreut sämtliche redaktionelle Themen im Unternehmen. Aktuell kreiert sie Inhalte zu den neuesten Änderungen und Nachrichten für das Vermietet.de-Magazin.

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