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Alles Wissenswerte zum Bausparvertrag

Bausparverträge sind überaus praktische Werkzeuge, um Eigenheime zu kaufen oder zu bauen. Was genau ein Bausparvertrag ist, welche Arten es gibt, und worauf, Sie beim Abschluss achten sollten, erfahren Sie in diesem Beitrag. Natürlich verraten wir Ihnen die Vorteile und mögliche Alternativen.

Der Bausparvertrag in einfachen Worten erklärt

Für den Immobilienerwerb benötigen Sie ein gewisses Eigenkapital und genau dafür ist der Bausparvertrag gedacht. Vertragspartner sind die örtlichen und überregionalen Bausparkassen. Bevor Sie sich jedoch zum Bausparen entschließen, überlegen Sie bitte, welchen Betrag Sie monatlich zum Ansparen entbehren können. Unterstützung bietet ein online verfügbarer Bausparvertrag-Rechner. Mithilfe dieses Rechners finden Sie innerhalb weniger Minuten den zu Ihnen passenden Bauspartarif für Ihr Vorhaben.

Es geht aber auch ohne Bausparvertrag-Rechner, indem Sie einfach eine Summe festlegen und diese auf eine mögliche Laufzeit zwischen 7 und 10 Jahren hochrechnen. Ein praktisches Beispiel:

  • Angenommen, Sie können problemlos 200 Euro pro Monat sparen.
  • Mehr als 7 Jahre möchten Sie nicht Geld beiseitelegen.
  • Das Guthaben beträgt am Ende der Sparphase etwa 17.093 Euro, wobei wir von einer 0,5 % Verzinsung ausgehen.
  • In der Regel stellt der Sparanteil 40 % der Gesamtsumme beim Bausparvertrag dar.
  • Inklusive des Darlehens von der Bausparkasse beträgt die Bausparsumme etwa 48.000 Euro.

Ist ein Bausparvertrag sinnvoll?

Sobald Ihr Bausparvertrag zuteilungsreif ist, erhalten Sie die restlichen 60 % als Darlehen mit sehr günstigem Zinssatz. Die Gesamtsumme steht sofort auszahlbar für den Immobilienkauf zur Verfügung. Sie haben nach der Zuteilung vom Bausparvertrag 48.000 Euro als Eigenkapital und damit beste Chancen bei der Hausbank oder einem anderen Institut. Jede Bank finanziert eine Immobilie bei vorhandenem Eigenkapital problemlos, sofern die Rahmenbedingungen stimmen. Für Immobilienkäufer ohne bereits vorhandenes Vermögen kann daher uneingeschränkt gesagt werden: Ja, ein Bausparvertrag ist sinnvoll.

Die Alternative zum Klassiker

Der sogenannte Kombi-Darlehen-Bausparvertrag eignet sich für Sie besser, wenn Sie so schnell wie möglich eine Immobilie kaufen möchten, ohne jahrelang darauf zusparen. Bei dieser Variante fällt die Zuteilung vom Bausparvertrag nicht erst auf das Ende der Sparphase, sondern erfolgt sofort in Form eines Vorausdarlehens. Sie erhalten die gesamte Bausparsumme beim Vertragsabschluss und zahlen für das Darlehen lediglich Zinsen, aber keine Tilgung. Parallel bedienen Sie den Bausparvertrag mit monatlichen Sparbeträgen. Die offizielle Zuteilung erfolgt, wenn die Sparphase beendet ist. Dann lösen Sie den tilgungsfreien Kredit mit dem Bauspardarlehen ab.

In der Regel wird das Vordarlehen mit Zinsbindung für 10 Jahre vergeben und dies entspricht in etwa dem Zeitraum, den die Zuteilung des Bauspardarlehens in Anspruch nimmt. Verbraucherverbände raten Ihnen, beim Abschluss von einem Kombi-Darlehen-Bausparvertrag genau auf die Konditionen zu achten. Als Gründe werden verbreitete Intransparenz und nicht ausreichende Vergleichsmöglichkeiten angeführt. Wir raten Ihnen bei jeder Baufinanzierung zum Vergleich. Im Idealfall verlassen Sie sich nicht auf allgemeine Aussagen, sondern vergleichen die verfügbaren Angebote anhand konkreter Daten von der ausgesuchten Immobilie. Die individuell passende Immobilienfinanzierung im Vergleich finden Sie auf Portalen, die sich mit der Vermittlung beschäftigen und Vergleichsrechner anbieten. Sie können bei diesen Webseiten auf Hunderte von Bausparkassen, Banken und Versicherungen zugreifen und Ihre persönliche Rate inklusive Zins berechnen.

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Der Bausparvertrag als Einstieg zur Immobilienfinanzierung

Banken verlangen zur Finanzierung des Eigenheims ein Eigenkapital von mindestens 10 %, mit 20 % sind Sie jedoch in der Position, über den Zinssatz verhandeln zu können. Wenn Sie einen Bausparvertrag abschließen, sparen Sie das Kapital in bequemen Raten an. Nehmen wir die 48.000 Euro aus dem obigen Beispiel und ziehen 8.000 Euro für Nebenkosten wie Notar und Ähnliches ab. Somit steht Ihnen der Kauf einer 200.000 Euro kostenden Immobilie in Option. Natürlich gilt es, bei der Monatsrate den laufenden Bausparkredit mit einzubeziehen. Prüfen Sie daher Ihre langfristige Leistungsfähigkeit und die Möglichkeit, andere Kreditbausteine zu integrieren. Zur Option stehen Förderdarlehen von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und vermögenswirksame Leistungen beim Bausparvertrag.

Was sind vermögenswirksame Leistungen beim Bausparvertrag?

Sogenannte VWL-Leistungen zahlen Arbeitgeber ihren Mitarbeitern über das Gehalt hinaus. Bei Ihnen könnte diese vermögenswirksame Leistung in den Bausparvertrag fließen, sofern Ihr Chef den Vermögensaufbau seiner Beschäftigten unterstützt. So gehen Sie vor:

  • Da es keinen gesetzlichen Anspruch auf VWL gibt, fragen Sie direkt bei Ihrem Arbeitgeber nach, oft genügt ein Blick in den Tarifvertrag.
  • Sollte Ihr Chef die maximal möglichen 40 Euro pro Monat nicht bezahlen, bitten Sie ihn um den Abzug von Ihrem Gehalt und direkte Überweisung auf das Bausparvertragskonto. Sie sparen damit nicht nur Steuern.
  • Sie profitieren beim Bausparvertrag von VWL, auch selbst bezahlt, weil der Staat sich mit Arbeitnehmerzulage und Wohnungsbauprämie beteiligt.

Wissenswertes zur Bausparprämie

Die schlechte Nachricht zuerst: Die Bausparprämie ist pro Person auf 45 Euro im Jahr gedeckelt. Allerdings ist diese Wohnungsbauprämie nur einer von vielen Bausteinen beim Bausparvertrag und verhilft zu einem umfangreicheren Bauspardarlehen. Angenommen, sie finanzieren zusammen mit Ihrem Ehepartner/Ihrer Ehepartnerin das Eigenheim über einen gemeinsamen Bausparvertrag mit Sparphase von 10 Jahren:

  • Förderung 90 Euro pro Jahr gleich 900 Euro mehr im Sparteil.
  • Ihr Darlehen kann damit um circa 2.000 Euro höher ausfallen.

Bausparvertrag und dessen Zinsen

Beim Abschluss eines Bausparvertrags müssen Sie auf zwei Angaben besonders achten. Die Zinsen auf das angesparte Guthaben und die Bausparvertrag-Zinsen für das später ausgereichte Darlehen. Fokussieren Sie bei der Tarifwahl möglichst hohe Guthabenzinsen und suchen Sie nach einem Anbieter mit besonders niedrigen Kreditzinsen. Der einmal gewählte Vertrag bleibt seitens der Zinsbindung über die gesamte Laufzeit konstant, auch wenn die Zinsen wieder steigen.

Gibt es Alternativen zum Bausparvertrag?

Ohne bereits vorhandenes Eigenkapital ist eine der beschriebenen Varianten des Bausparvertrags alternativlos. Dieses eigene Kapital vereinfacht die Finanzierung durch die Bank und ist auch zur Begleichung der Nebenkosten notwendig.

Wenn Sie einen klassischen Bausparvertrag abschließen, sparen Sie dieses Eigenkapital zunächst an, die Kombi-Version ermöglicht den sofortigen Immobilienkauf. Vergleichen Sie jedoch vor der Entscheidung alle oben angesprochenen Konditionen, mögliche Fördergelder und die Abschlusskosten. Vorteilhaft ist zudem, dass beim Bausparen die Darlehenszinsen aktuell sehr niedrig und festgeschrieben sind. Bis ein heute abgeschlossener Bausparvertrag zuteilungsreif wird, sind die Kreditzinsen vermutlich wieder auf deutlich höherem Niveau.

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