Zwangsversteigerungen finden in ZVG-Portalen

Du hast von Zwangsversteigerungen (ZVG) gehört, hast Dich eingelesen und informiert – wunderbar. Dann steht ja einem Besuch einer Versteigerung nichts mehr im Wege. Du kannst Dich entweder beim örtlichen Amtsgericht, dem Amtsblatt oder der lokalen Tageszeitung informieren. Aber praktischerweise gibt es Online-ZVG-Portale, die bundesweit entsprechende Objekte auflisten.

Auf der Plattform https://www.zvg-portal.de/ haben sich die Justizverwaltungen der einzelnen Bundesländer zusammengeschlossen, um den Bürgern Informationen zu Zwangsversteigerungen zur Verfügung zu stellen. Seit Anfang 2007 bündeln hier zahlreiche Amtsgerichte unterschiedlicher Städte die Termine und Veröffentlichungen. Bei manchen Einträgen sind weitere Informationen zum Download hinterlegt, wie Gutachten, Exposees oder Fotos. Das Ganze funktioniert über einen einfachen Klick auf das Aktenzeichen und die Detailansicht des Eintrages.

Die Suche

Über eine Suchmaske kannst Du gezielt nach ZVG online suchen. Als Pflichtfeld musst Du ein Bundesland auswählen. Weitere Angaben kannst Du zur genaueren Eingrenzung optional machen. Es steht eine Liste von Amtsgerichten zur Verfügung. Wenn Du es bereits weißt, steht Dir auch die Suche direkt über das Aktenzeichen zur Verfügung. Auch die Versteigerungsart kannst Du auswählen. Es gibt:

  • Zwangsversteigerung zum Zwecke der Aufhebung der Gemeinschaft
  • Versteigerung im Wege der Zwangsvollstreckung
  • Zwangsversteigerung auf Antrag des Insolvenzverwalters
  • Zwangsversteigerung auf Antrag des Erben
    Zwangsversteigerung von Schiffen, Schiffsbauwerken und Binnenschiffen
  • Zwangsversteigerung von Seekabeln
  • Zwangsversteigerung von Luftfahrzeugen
  • Zwangsversteigerung zum Zwecke der Entziehung des Wohnungseigentums
  • Aufgebotsverfahren
  • Sonstiges

Du kannst noch weiter nach der Objektart filtern. Das reicht von der Doppelhaushälfte über Wohnungen, Gewerbeeinheiten, Garagen bis hin zu Grundstücken.

 

Oder Du grenzt die Lage über Straße und Hausnummer noch genauer ein. Du kannst auch entscheiden, ob Du Versteigerungen mit und ohne Wertgrenzen anzeigen lässt. Auch die Eingrenzung über Termine ist möglich.

 

Die die angezeigte Liste der ZVG kannst Du nach Termin, Aktualisierung oder Aktenzeichen sortieren lassen. Somit schaffst Du Dir einen Überblick wie Du ihn brauchst.

Informationen für Bieter

Bei den Hinweisen für Bieter ist alle Nützlich zusammengefasst. So musst Du Dir im Klaren sein, dass Du das zu versteigernde Objekt nicht besichtigen kannst. Du kannst allerdings beim Rechtspfleger Gutachten und Fotos einsehen. Dein Gebot kannst Du nur beim Versteigerungstermin selbst abgeben. Du musst entweder persönlich anwesend sein oder einen Bevollmächtigten schicken. Erhältst Du den Zuschlag, musst Du zunächst eine Sicherheitsleistung aufbringen. Weitere Kosten wie die Verfahrenskosten, Grundbucheintrag, Zinsen und Grunderwerbsteuer fallen im Anschluss ebenfalls an. Zusätzlich können noch Rechte, aber auch Altlasten auf diesem Objekt liegen, die an Dich übergehen.

Außerdem ist es möglich, dass das Versteigerungsverfahren wieder eingestellt wird. Das kann aus unterschiedlichen Gründen der Gläubiger sowie auch der Schuldner veranlassen.

 

In einem Handbuch für Bieter findest Du eine detaillierte und bebilderte Anleitung als pdf, wie Du das ZVG-Portal bedienst.

Weitere ZVG-Portale

Auch unter https://www.zvg.com/ findest Du bundesweit gebündelt alles rum um ZVG. Hier gibt es noch den zusätzlichen Service, dass Du Deine E-Mail-Adresse hinterlegen kannst und Du bekommst auf Deine Suchanfrage passende Objekte zugeschickt, auch wenn neue Versteigerungen angemeldet werden. Du musst also nicht regelmäßig selbst suchen. Außerdem kannst Du Dir einen Überblick verschaffen, bei welchen Amtsgerichten Du Gutachtendokumente kostenlos oder auch kostenpflichtig anfordern kannst. Das Portal bietet außerdem eine umfangreiche Liste mit Amtsgerichten und deren Kontaktdaten.

Ein praktisches Kalendermodul zeigt übersichtlich in diesem ZVG-Portal die Termine der einzelnen zuständigen Gerichte.

 

Nach zu versteigernden Objekten suchst Du auch nach verschiedenen Kriterien, die mit Pull-down-Menüs wählbar sind. Praktisch ist auch der Menüpunkt „Aufgehoben“. Hier siehst Du auf einen Blick über das Aktenzeichen, welche Versteigerungen nicht mehr stattfinden.

Ganz ähnlich verhält es sich auf https://www.zvg-online.net/. Auch hier gibt es die üblich Suchmaske. Ein hilfreiches Tool ist der „Hilfe-Button“. Wenn Du ein Wort auf der Homepage nicht verstehst, kannst Du einfach dieses mit der Maus markieren und dann auf besagten Knopf drücken und schon erhältst Du die Erklärung. Ein übersichtliches Kalendermodul steht ebenfalls zur Verfügung.

 

Als besonderen Service kannst Du den Menüpunkt „ZV-Gesetz“ werten. Hier sind alle 186 Paragrafen des Gesetzes aufgelistet. Säuberlich aufgegliedert in die Abschnitte:

  • Allgemeine Vorschriften
  • Anordnung der Versteigerung
  • Aufhebung und einstweilige Einstellung des Verfahrens
  • Bestimmung des Versteigerungstermins
  • Geringstes Gebot Versteigerungsbedingungen
  • Versteigerung
  • Entscheidung über den Zuschlag
  • Beschwerde
  • Verteilung des Erlöses
  • Grundpfandrechte in ausländischer Währung
  • Zwangsverwaltung
zvg
  • Zwangsversteigerungen von Schiffen, Schiffsbauwerken und Luftfahrzeugen im Wege der Zwangsvollstreckung
  • Zwangsversteigerung und Zwangsverwaltung in besonderen Fällen.

Da sich die Gesetzeslage auch ändert und es auch Gerichtsurteile zu strittigen Fällen gibt, listet dieses ZVG-Portal aktuelle Urteile und Rechtsprechung auf.

 

Immobilienhändler sind auf dieser Internetseite genauso gut aufgehoben wie Bietinteressenten. Für Letztere gibt es einen eigenen Bereich, in dem alle Wichtige erklärt wird. Das reicht von Veröffentlichung, Verkehrswert über Sicherheitsleistung bis zum Grundbucheintrag und Räumungsaufforderung der derzeitigen Bewohner.

Exkurs: Was ist eine Zwangsversteigerung

Wenn man landläufig von einer Zwangsversteigerung spricht, sind meist Immobilien gemeint, die unter den Hammer kommen, weil Forderungen von Gläubigern bedient werden müssen. Zum Großteil werden die Gebäude komplett versteigert. Seltener kommt es zu Teilversteigerungen.

 

Einer oder mehrere Gläubiger melden die Versteigerung am zuständigen Amtsgericht an. Ist der Antrag formal korrekt, stimmen Rechtspfleger und Gericht dem Vorgang zu und das Verfahren wird öffentlich gemacht sowie ein Termin festgesetzt. Einer Versteigerung kann jeder beiwohnen. Um Mitsteigern zu können, muss man sich im Vorfeld anmelden.

 

Nun kannst Du tätig werden und für eine geeignete Immobilie mitbieten. Sei Dir aber bewusst, dass Du das Gebäude ungesehen kaufst. Die stehen nur Gutachten und eventuell Fotos zur Verfügung. Auch wenn der Verkehrswert der angebotenen Immobilie verlockend ist, sei Dir im Klaren, dass wie bei einem herkömmlichen Hauskauf Nebenkosten entstehen. Gerichtskosten, Zinsen, Provision, Sicherheitsleistung und Grunderwerbssteuer fallen an. Im Anschluss kommen noch Kosten für benötigte Versicherungen hinzu. Plane auch ein Budget für eine Renovierung mit ein.

 

Das ganze Verfahren von der Anmeldung der Zwangsversteigerung bis hin zur Ausräumung kann sich bis zu zwei Jahre hinziehen. Mit einem Anwalt an Deiner Seite bist Du gut beraten. Fallstricke lauern bei dieser Art von Eigentumserwerb allemal. Schau Dir doch einfach mal unverbindlich eine Versteigerung an, um zu sehen, ob das das Mittel der Wahl für Dich ist.

Zu guter Letzt

Egal, ob Du Dir das erste Objekt ersteigert hast, oder die Wohnungen bzw. Häuser als Kapitalanlage einsetzt. Auf Vermietet.de findest Du alles Wissenswerte rund um wichtige Versicherungen und mehr. Bist Du Eigentümer mehrerer Mietobjekte empfiehlt sich der Einsatz unserer innovativen Softwarelösung.

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