Nachhaltigkeit
September 27, 2022 von Yvonne yvonne.haeusler@scout24.com

Dämmstoffe: Diese Arten gibt es

Die Wärmedämmung gewinnt immer mehr an Bedeutung. Nicht nur aufgrund des GEG, sondern auch in Bezug auf steigende Energiekosten und einem drohenden Gasmangel, ist die Investition in eine gute Wärmedämmung Deiner Immobilie sinnvoll. Welchen Dämmstoff Du verwenden solltest, hängt nicht nur vom Budget und Deinen eigenen Vorlieben ab, sondern auch davon, was genau Du dämmen möchtest. Wir stellen Dir im Folgenden unterschiedliche Materialien vor. 

 

Was macht einen guten Dämmstoff aus? 

Wärmedämmstoffe sind Baustoffe mit geringer Wärmeleitfähigkeit, die sowohl den Verlust von Wärme reduzieren als auch Überhitzung vermeiden. Sie besitzen viele kleine Hohlräume, durch die schlussendlich die Wärmedämmung entsteht. Die eingeschlossene Luft bewegt sich nicht (ruhende Luft) und sorgt so für den Wärmeschutz. Bereits in der Bronzezeit wurde dieses Prinzip genutzt: Häuser bestanden häufig aus zweischaligen Außenwänden, deren Zwischenräume mit trockenem Gras gefüllt wurden.  

Je geringer also die Wärmeleitfähigkeit, desto besser der Dämmstoff. Doch das ist nicht das einzige Entscheidungskriterium. Darüber hinaus spielen auch Faktoren wie: 

  • Verarbeitung, 
  • Brandverhalten, 
  • Lebensdauer und Haltbarkeit, 
  • Rohstoff (Art, Klimabilanz und Verfügbarkeit des Rohstoffs), 
  • Energieaufwand bei der Produktion und 
  • Umweltverträglichkeit  

eine Rolle. Auch die Dicke des Dämmstoffs kann entscheidend sein. Insbesondere bei der Innendämmung kommt es manchmal auf jeden Zentimeter an, um nicht zu viel Raumfläche zu verlieren. 

 

Welche Materialien kommen als Wärmedämmung in Frage? 

Dämmstoffe gibt es als Platten gepresst – zum Beispiel in Wärmeverbundsystemen – oder lose zum Füllen von Zwischenräumen. Du hast die Wahl zwischen synthetischen, mineralischen und organischen Wärmestoffen. 

 

Synthetische Dämmstoffe 

Synthetische Dämmstoffe sind künstlich hergestellte Materialien, die zu Hartschaumstoffen weiterveredelt werden. Das sind zum Beispiel Polystyrol und Polyurethan (EPS oder Styropor). Auch Styrodurplatten gehören dazu. Sie kommen vor allem in Wärmeverbundsystemen zum Einsatz. 

Ein großer Vorteil von synthetischen Dämmstoffen ist der geringe Preis. Sie sind aber auch besonders robust und kaum anfällig für Mikroorganismen wie Schimmel. Auch bei ständiger Feuchtigkeit verrottet das Material nicht. Daher sind synthetische Dämmstoffe auch für den Einsatz bei der Kellerdämmung besonders beliebt. 

Grund für die Langlebigkeit ist, dass die Dämmstoffe auf Erdöl basieren. Die Dämmwirkung entsteht, indem die Kunststoffe Luft in feinen Poren einschließen. Das Prinzip des Lufteinschlusses ist bei allen Dämmstoffen der Fall. 

 

Zu den synthetischen Dämmstoffen gehören unter anderem: 

  • Expandierter Polystyrol-Hartschaum (EPS) 
  • Extrudierter Polystyrol-Hartschaum (XPS) 
  • Polyurethan (PIR, PUR) 
  • Aerogel 
  • Phenolharz 
  • Vakuumdämmplatten 

 

Organische Dämmstoffe 

Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein werden auch beim Hausbau immer wichtiger. Wer klimabewusst bauen oder sanieren möchte, für den kommen ökologische Dämmstoffe in Frage. Der Vorteil von nachwachsenden Rohstoffen als Dämmmaterial liegt klar auf der Hand: Durch die Verlängerung des natürlichen CO2 Kreislaufes werden keine zusätzlichen CO2-Emissionen abgegeben. Allerdings hakt es bei organischen Dämmstoffen noch ein wenig an der Langlebigkeit. Bei starker Beanspruchung sind sie nicht so robust wie die synthetischen Dämmstoffe. 

 

Zu naturnahen Dämmstoffen werden hauptsächlich folgende Materialien verarbeitet: 

  • Flachs 
  • Hanf 
  • Holzfaser 
  • Holzwolle 
  • Jute 
  • Kork 
  • Neptunbälle 
  • Schafwolle 
  • Seegras 
  • Zellulose 

 

Mineralische Dämmstoffe 

Mineralische Dämmstoffe können sowohl aus natürlichen Materialien wie Sand, Kalk und Stein hergestellt werden, aber auch aus Kunststoff bestehen. Am häufigsten kommt die sogenannte Mineralwolle zum Einsatz. Sie ist eigentlich ein guter Wärmeleiter wird aber so bearbeitet, dass die Wärmeleitfähigkeit verloren geht. Das passiert, indem der Stoff eingeschmolzen und anschließend zerfasert wird. Es entsteht ein Vlies, das die Luft in ruhiger Form festhält. 

Auch Lavagestein ist ein häufiger Dämmstoff. Es wird zerkleinert und danach kurzzeitig erhitzt. Dadurch wird es aufgebläht und die Luft eingeschlossen. 

 

Weitere typische mineralische Dämmstoffe sind: 

  • Glaswolle 
  • Steinwolle 
  • Schaumglasschotter 
  • Perlite 
  • SLS 20 
  • Kalziumsilikatplatten 
  • Mineralfaserdämmung

 

FAZIT: Bevor Du Dich für einen Dämmstoff entscheidest, solltest Du einen Fachmann zu Rate ziehen. Je nachdem was genau Du dämmen möchtest, wird er Dir die beste Art der Wärmedämmung empfehlen.

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