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Unbebautes Grundstück erben und Steuer vermeiden – alle Infos & Tipps

Wenn Sie ein Grundstück erben, fällt zunächst eine Steuer an – sowohl für die Erbschaft selber, als auch für den Grunderwerb. Das Erbe allein bedeutet jedoch noch nicht, dass Sie auch tatsächlich Steuern abführen müssen. Die wichtigsten Infos zu Freibeträgen und den geltenden Steuersätzen finden Sie in dem folgenden Artikel.

Freibetrag ausschöpfen und keine Erbschaftssteuer auf das Grundstück zahlen

Der beste Weg, um ein Grundstück zu erben und keine Steuer zahlen zu müssen, ist die schrittweise Schenkung. Hierbei wird auch von einer vorweggenommenen Erbfolge zu Lebzeiten des Erblassers gesprochen. Diese tritt an die Stelle einer Erbschaft, die beim Todesfall eintritt. Bei solch einer vorweggenommenen Erbfolge kann der Erbe seinen Freibetrag mehrmals voll ausschöpfen – und zwar immer im Abstand von zehn Jahren. Ehegatten haben einen Freibetrag von 500.000 Euro, Kinder von 400.000 Euro und ebenso Enkel, sofern ihre Eltern bereits verstorben sind und sie in der Erbfolge nachgerückt sind. Dadurch können selbst Grundstücke mit einem hohen Wert über die schrittweise Schenkung steuerfrei an den Erben übergeben werden.
Anders wäre es zum Beispiel hier: Das Haus wird an Fremde verschenkt. In diesem Fall ist der Freibetrag deutlich niedriger (20.000 Euro) und die Erbschaftssteuer würde mit mindestens 30 Prozent zu Buche schlagen.

Wenn Sie als Ehepartner oder Kind ein Haus erben, umgehen Sie die Steuer ebenfalls, wenn Sie die Immobilie zehn Jahre selber bewohnen. Dann spielt der Wert der Immobilie keine Rolle. Einzige Ausnahme: Kinder können eine bis 200 Quadratmeter große Immobilie erben, ohne Steuern zu zahlen. Da unbebaute Grundstücke keine Möglichkeit zu Wohnzwecken bieten, gilt diese Regelung hier nicht.

Grundstück erben und Steuer für Grunderwerb sparen – durch Schenkung

Bei der Schenkung besteht zusätzlich der Vorteil, dass keine Grunderwerbssteuer anfällt. Im Falle einer Erbschaft durch Tod müsste der Grunderwerb – gemessen am Verkehrswert des Grundstücks oder der Immobilie zum Zeitpunkt des Erbfalls – versteuert werden. Sie können also zum Beispiel das Grundstück oder Haus an die Ehefrau überschreiben und Kosten für Erbschafts- und Grunderwerbssteuer sparen.

Achtung

Die Kosten für den Notar und die Grundbucheintragung entfallen nicht. Die Höhe wird nach dem Grundstückswert und der Gebührenregelungen des Gerichts- und Notarkostengesetzes ermittelt.

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Achtung

Die Kosten für den Notar und die Grundbucheintragung entfallen nicht. Die Höhe wird nach dem Grundstückswert und der Gebührenregelungen des Gerichts- und Notarkostengesetzes ermittelt.

Grundstück erben und Steuern zahlen – Steuersätze und Steuerklassen

Wird der Freibetrag überschritten, fällt für die Erbschaft oberhalb der Grenze die Erbschaftssteuer an. Sie variiert je nach Verwandtschaftsgrad und der damit verbundenen Steuerklasse.

Grundstück erben und Steuern zahlen – Steuersätze bei Erbschaften

  • bis 75.000 Euro 7 % für Steuerklasse I, 15 % für Steuerklasse II, 30 % für Steuerklasse III
  • bis 300.000 Euro 11 % für Steuerklasse I, 20 % für Steuerklasse II, 30 % für Steuerklasse III
  • bis 600.000 Euro 15 % für Steuerklasse I, 25 % für Steuerklasse II, 30 % für Steuerklasse III
  • bis 6 Mio. Euro 19 % für Steuerklasse I, 30 % für Steuerklasse II, 30 % für Steuerklasse III
  • bis 13 Mio. Euro 23 % für Steuerklasse I, 35 % für Steuerklasse II, 50 % für Steuerklasse III
  • bis 26 Mio. Euro 27 % für Steuerklasse I, 40 % für Steuerklasse II, 50 % für Steuerklasse III
  • über 26 Mio. Euro 30 % für Steuerklasse I, 43 % für Steuerklasse II, 50 % für Steuerklasse III

Grundstück erben und Steuern zahlen – Steuerklassen bei Erbschaften

  • Steuerklasse I für Ehegatten und eingetragene Lebenspartner, Kinder, Stiefkinder, Enkel, Urenkel, Eltern und Großeltern
  • Steuerklasse II für Geschwister, Neffen, Nichten, Stiefeltern, Schwiegerkinder, Schwiegereltern, geschiedene Ehegatten
  • Steuerklasse III für alle weiteren Erben

Tatsächliche Steuerlast ist vom Grundstückswert abhängig

Für die Berechnung der Steuerlast nach Erbschaftsteuergesetz wird zusätzlich der Wert des Grundstücks benötigt. Anders als beim Verkehrswert für eine Immobilie bei Erbschaft sind nur der Bodenrichtwert und die Grundstücksfläche relevant, nicht etwa der Zustand. Den Bodenrichtwert erhalten Sie von Gutachterausschüssen der Gemeinden. Bei unbebauten Grundstücken ist stets der zuletzt ermittelte Bodenrichtwert, abzüglich 20 Prozent, anzuwenden.
Laut § 145 Bewertungsgesetz (BewG) gelten Grundstücke als unbebaut, wenn sich darauf kein benutzbares Gebäude befindet. Ein Gebäude ist dann nicht benutzbar, wenn es auf Dauer keiner und nur einer unbedeutenden Nutzung zugeführt werden kann. Zudem ist ein Gebäude unbenutzbar, wenn es aufgrund von Zerstörung oder Verfall keinen nutzbaren Raum bietet.

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Wenn Sie ein Grundstück erben und die Steuer berechnen möchten, beachten Sie außerdem, dass auch Gebäude in der Bauphase nicht zwingend als benutzbar gelten müssen.

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§ 145 Nr. 1 BewG

Die Benutzbarkeit beginnt im Zeitpunkt der Bezugsfertigkeit. Gebäude sind als bezugsfertig anzusehen, wenn den zukünftigen Bewohnern oder sonstigen Benutzern zugemutet werden kann, sie zu benutzen.

§ 145 Nr. 1 BewG

Die Benutzbarkeit beginnt im Zeitpunkt der Bezugsfertigkeit. Gebäude sind als bezugsfertig anzusehen, wenn den zukünftigen Bewohnern oder sonstigen Benutzern zugemutet werden kann, sie zu benutzen.

Sobald Sie ein Grundstück erben, zahlen Sie keine Steuer, wenn sich das Gebäude noch im Rohbau befindet.

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Über uns

Vermietet.de ist die innovative Verwaltungsplattform für private Immobilienbesitzer und Hausverwaltungen in Deutschland. Durch eine Vielzahl hilfreicher Funktionen bietet die Software einen gesamtheitlichen Überblick über Ihre Immobilien. Dies umfasst unter anderem die automatische Kontrolle der Mieteingänge inkl. der Erstellung von Zahlungserinnerungen und Mahnungen, die Erfassung von der Einnahmen und Ausgaben, die Erstellung von Nebenkostenabrechnungen und die Bewertung Ihrer Objekte.

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