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August 28, 2022 | 3 Min Lesezeit

Sonnenenergie nutzen: Erneuerbare Energien für Dein Mietshaus

Du möchtest für Deine Mietimmobilie Sonnenenergie nutzen und erfahren, welche Möglichkeiten zur Verfügung stehen, wie Du Mieterstrom anbieten kannst und welche Auswirkungen das finanziell für Dich bringt? Dann lies einfach weiter…

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Du möchtest für Deine Mietimmobilie Sonnenenergie nutzen und erfahren, welche Möglichkeiten zur Verfügung stehen, wie Du Mieterstrom anbieten kannst und welche Auswirkungen das finanziell für Dich bringt? Dann lies einfach weiter…

Sonnenenergie nutzen: Vorteile für Deine Mieter & Dich

In Deutschland scheint die Sonne doch nicht so oft” oder “Die Solaranlage amortisiert sich doch nicht…” Kritik und Herausforderungen in Bezug auf die Solarenergie – sowohl Solarstrom als auch Solarwärme – gibt es zur Genüge. Aber: Mit der richtigen Planung und Umsetzung bringt es viele Vorteile, Solarenergie zu nutzen. Für Dich als Vermieter sogar ganz besonders, denn anders als private Immobilienbesitzer kannst Du zum Beispiel die Kosten für eine energetische Modernisierung steuerlich absetzen. Dazu erfährst Du aber später mehr. Denn wir wollen Dir noch die anderen Vorteile der Solarenergie für Dein Mietshaus aufzeigen:

  • Wenngleich die Anschaffung und Installation einer Photovoltaik- oder Solarthermieanlage zunächst ihre Kosten verursachen, ist Sonnenenergie kostenlos, unendlich verfügbar und umweltschonend. Keine fossilen Energien; keine Ressourcenknappheit; kein CO2-Ausstoß. Sonnenenergie zu nutzen, bedeutet die Natur zu entlasten. 
  • Eine Solaranlage ist wartungsarm, geruchs- und geräuschlos. Photovoltaik-Zellen haben etwa eine Lebensdauer von 30 Jahren. 
  • Wenn Du Solarenergie als Strom nutzen möchtest, kannst Du den sogenannten  Mieterstrom anbieten – ohne Netzentgelte oder Stromsteuer, plus Förderung je nach Größe der Photovoltaik-Anlage. Deine Mieter erhalten mit dem Mieterstrom einen günstigeren Strom. 
  • Je nach Größe der Anlage, mit der Du Sonnenenergie nutzen möchtest, kannst Du durch eingespeisten Strom Zusatzeinnahmen generieren (Einspeisevergütung).
  • Die Installation von Anlagen zur Nutzung von Sonnenenergie wertet Deine Immobilie auf und lässt sie im Wert steigen. 

 

Wusstest Du?

Pro Jahr liefert uns die Sonne 1,5*1018 Kilowattstunden (kWh) Energie – frei Haus. Etwa 50 % davon kommen bei uns auf der Erdoberfläche an. Was wir auf der Erde pro Jahr an Energie benötigen, ist ein vielfaches weniger. Wenn wir nur Sonnenenergie nutzen würden, wäre unser Energiebedarf ausreichend gedeckt. 

 

Sonnenenergie nutzen: Welche Möglichkeiten gibt es?

Wenn Du Sonnenenergie aktiv nutzen möchtest, kannst Du auf Solarenergie (Strom aus Sonnenenergie) oder Solarthermie (Warmwasser aus Sonnenenergie) setzen. Und damit hast Du schon zwei der größten Energieeinsparpotenziale an Deiner Mietimmobilie genutzt, denn die Heizenergie machen rund zwei Drittel der Energiekosten einer Immobilie aus. Hinzukommen die Kosten für die Warmwasseraufbereitung und Strom. 

 

Solarthermie: Sonnenenergie für Warmwasser & Heizung nutzen

Mit einer sogenannten Solarthermie-Anlage kannst Du Sonnenenergie nutzen, um das Warmwasser aufzubereiten und die Heizungsanlage zu betreiben. Über Kollektoren wird die Sonnenstrahlung aufgenommen, die von Absorbern in Wärmeenergie umgewandelt wird. Eine Umwälzpumpe befördert die Energie zum Speicher der Solarthermieanlage, wo sie – bis sie benötigt wird – gehalten wird. So können Deine Mieter je nach Bedarf Sonnenenergie nutzen – in Form von Warmwasser oder Heizen. 

 

Photovoltaik: Sonnenenergie für Strom nutzen

Mit einer Photovoltaikanlage kannst Du Sonnenenergie nutzen, um sie in Strom umzuwandeln. Über Solarpaneele, die auf dem Hausdach – oder je nach Standort und Sonneneinstrahlungswinkel auch an der Hauswand – installiert sind, wird aus Sonnenstrahlung Gleichstrom erzeugt, der wiederum über einen sogenannten Wechselrichter in Wechselstrom umgewandelt wird. Der Strom steht Deinen Mietern sofort zur Verfügung. Mit einem entsprechenden Speicher kannst Du die Sonnenenergie speichern, und Strom zu jeder Zeit verfügbar machen – nachts, an Tagen mit wenig Sonneneinstrahlung. 

Alternativ kannst Du auch überschüssigen Strom in das öffentliche Stromnetz einspeisen. Je nach Größe der Photovoltaikanlage liegt die aktuelle Einspeisevergütung in 2022 zwischen 6,2 und 8,6 Cent pro Kilowattstunde

 

Mieterstrom – die Basics, die Du als Vermieter kennen solltest:

  • Die Solaranlage darf eine maximale Leistung von 100 Kilowatt haben.
  • Der Mieterstrom darf maximal 90 % des örtlichen Grundversorgungstarifs betragen. Deine Mieter sparen mit dem Mieterstrom also mindestens 10 % auf den Grundpreis.
  • Um Deinen Mietern eine Vollversorgung zu garantieren, musst Du zusätzlich einen Stromvertrag mit einem örtlichen Stromanbieter abschließen. Der aus dem öffentlichen Netz genutzte Strom wird über separate Zähler gemessen. 
  • Überschüssigen Strom kannst Du in das öffentliche Netz einspeisen und erhältst dafür eine Einspeisevergütung. 

Möchtest Du als Vermieter Sonnenenergie nutzen und Deinen Mietern als Mieterstrom zur Verfügung stellen, musst Du außerdem Folgendes beachten:

  • Zur Bereitstellung von Mieterstrom ist eine Gewerbeanmeldung als kleiner Energieversorger erforderlich.
  • Über die Nutzung des Mieterstroms musst Du mit Deinen Mietern einen separaten Vertrag abschließen, da der Mieterstrom nicht Teil des Mietvertrags sein darf. 
  • Du darfst Deine Mieter nicht zur Nutzung von Mieterstrom verpflichten, da Mieter in Deutschland einen Stromanbieter frei wählen dürfen. 

Möchtest Du Sonnenenergie nutzen, aber nicht selbst als Energieversorger auftreten, kannst Du die Dachfläche beispielsweise öffentlichen Stromanbietern zur Verfügung stellen. 

 

Kosten & Fördermittel für Solarenergie

Bevor Du die Sonnenenergie für Dein Mietshaus nutzen kannst, musst Du Dich natürlich für eine Anlage für Solarenergie oder Solarthermie entscheiden. Da kommen die Kosten und Fragen zur Rentabilität ins Spiel. Grundsätzlich gibt es auch Solaranlagen ohne Speicher. Da Sonneneinstrahlung aber nicht konstant ist, und damit auch nicht planbar, empfehlen wir immer eine Solaranlage mit einem Speicher zu nutzen – entweder für Strom oder Warmwasser. Solaranlagen mit Speichern sind verständlicherweise teurer in der Anschaffung. Für eine Solaranlage zahlt man ab 1.500 Euro pro Kilowatt Leistung. Ein Speicher kostet ab 1.000 Euro pro Kilowattstunde Speicherkapazität

Beispielrechnung: 

Kosten für eine 10 kWp Photovoltaikanlage mit einem Platzbedarf von ca. 50 m²

10 kWp * 1.500 Euro = 15.000 Euro* 

*zzgl. Montage

Kosten für einen 10 kWp Stromspeicher für einen Stromverbrauch von ca. 6000 kWh

10 kWp * 1.000 Euro = 10.000 Euro

Ein 2-Personen-Haushalt verbraucht durchschnittlich 3.000 kWh pro Jahr. 

Hinweis: Bitte beachte, dass dies lediglich beispielhafte Rechnungen sind. Die Preise für Solaranlagen und Stromspeicher sind sehr individuell – je nach Anbieter, Anlagenart, Größe und weiteren Faktoren. 

Neben der Einspeisevergütung bietet Dir der Staat über die Kredite der KfW Förderbank Fördermittel für die Installation von Solartechnik – zum Beispiel für Einzelmaßnahmen den Kredit „Erneuerbare Energien – Standard“ (270). Darüber hinaus gibt es verschiedene Banken, die spezielle Kredite für Solaranlagen bieten. Außerdem lohnt sich eine Recherche zu Fördermitteln Deines Bundeslandes und Deiner Kommune. Viele Immobilienbesitzer wissen gar nicht, dass auch auf regionaler und lokaler Ebene gefördert wird. 

Beachte bei den Fördermitteln für Photovoltaikanlagen und andere erneuerbare Energien, dass Du den Antrag immer VOR dem Beginn der Maßnahmen stellen musst. Mit der Planung der Modernisierungsarbeiten kannst Du allerdings schon beginnen, obwohl noch keine Zusage für die Förderung eingegangen ist. 

 

Sonnenenergie im Mietshaus nutzen: Modernisierungen umsetzen

Wenn Du Dich entscheidest, Sonnenenergie zu nutzen und die Solaranlage dazu beiträgt, Endenergie einzusparen, kannst Du die Installations als Modernisierungsmaßnahme für Deine Mietimmobilie umsetzen. Nutzt Du die Solaranlage lediglich, um Strom ins öffentliche Netz einzuspeisen, gilt dies zwar auch als duldbare Modernisierungsmaßnahme, erfüllt aber nicht die Voraussetzungen für eine Kostenumlage bzw. Mieterhöhung. 

Um nach der Modernisierung auch eine Mieterhöhung rechtssicher durchsetzen zu können, musst Du weiterhin formale Anforderungen erfüllen wie die rechtzeitige Ankündigung der Bauarbeiten – drei Monate vor Baubeginn in Schriftform. Mit der Vorlage für Modernisierungsankündigungen im Vermietet.de-Tool machst Du Dir das ganz einfach. Alle Angaben zu Art, Umfang, Dauer und erwartbarer Mieterhöhung anpassen und an die Mieter zustellen. 

Damit Du im Anschluss an die Modernisierung die Mieterhöhung korrekt berechnen kannst, raten wir Dir dringend, alle Unterlagen, Kostenvoranschläge bzw. Abrechnungen mit Handwerkern und Dienstleistern zu archivieren. Auch dabei hilft Dir unser Portal Vermietet.de – bei der Kostenaufstellung über die Buchhaltungs-Funktion sowie die Dokumentenablage in der Vermietet.de-Cloud. So geht nichts verloren! Das ist nicht zuletzt für die Steuererklärung wichtig, in der Du die nicht umgelegten Kosten für Anschaffung und Installation steuerlich absetzen kannst. 

Im Übrigen: Bei der Berechnung der Mieterhöhung, die jährlich maximal 8 % der für die Wohnung entstandenen Kosten betragen darf, musst Du erhaltene Fördermittel und jene Kosten herausrechnen, die für reguläre Instandsetzungsarbeiten angefallen wären. Bei der Installation einer Photovoltaikanlage ist dies zwar selten der Fall, aber nicht selten werden verschiedene energetische Sanierungs- und Modernisierungsarbeiten gebündelt durchgeführt. 

 

Das Wichtigste für Dich im Überblick

  • Um für Dein Mietshaus Sonnenenergie zu nutzen, kannst Du z. B. eine Photovoltaik- oder Solarthermieanlage installieren.
  • Dient der Betrieb nicht nur der Einspeisung ins öffentliche Netz, sondern bietest Du Deinen Mietern zum Beispiel auch Mieterstrom an, kannst Du für die Modernisierungsmaßnahme eine Mieterhöhung durchsetzen.
  • Bei Mieterstrom musst Du allerdings eine Vollversorgung gewährleisten und einen zusätzlichen Vertrag mit dem örtlichen Stromanbieter abschließen. 
  • Wenn Du Sonnenenergie nutzbar machst, reduzierst Du nicht nur die Endenergie für Deine Mieter, sondern kannst für eingespeisten Strom auch eine Zusatzvergütung erhalten. 
  • Nicht umgelegte Kosten kannst Du von der Steuer absetzen (abzüglich der Fördermittel). 
  • Anlagen, um Sonnenenergie zu nutzen, sind sehr unterschiedlich, daher sind auch die Kosten immer je nach Art, Größe und Speicherkapazität zu betrachten. 

Autoreninfo

Andrea
Andrea
Als Content Managerin unterstützt Andrea das Team von Vermietet.de. Sie schreibt Fachtexte rund um die Immobilienbranche und betreut sämtliche redaktionelle Themen im Unternehmen. Aktuell kreiert sie Inhalte zu den neuesten Änderungen und Nachrichten für das Vermietet.de-Magazin.

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