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Januar 7, 2022 | 2 Min Lesezeit

Laub harken oder liegen lassen?

Die Blätter färben sich golden und die ersten Herbststürme lassen sie auf den Boden fallen. Aber was tun? Nun wird es Zeit, das Laub zu harken. Oder soll es liegen gelassen werden? Und was mache ich mit Laub vom Nachbarn?

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Die Blätter färben sich golden und die ersten Herbststürme lassen sie auf den Boden fallen. Aber was tun? Nun wird es Zeit, das Laub zu harken. Oder soll es liegen gelassen werden? Und was mache ich mit Laub vom Nachbarn?

Sisyphusarbeit Laub harken

Je nach Baumart und Anzahl der Bäume kann sich das Laub fegen zu einer Sisyphusarbeit entwickeln. Kaum sind alle Blätter geharkt, schon liegen wieder ein paar am Boden. Und am nächsten Tag hat man den Eindruck, als wäre alle Arbeit vom Vortag umsonst gewesen.

Bleibt das Laub auf Rasenflächen liegen, schädigt es das Gras. Dieser benötigt auch im Winter Licht und Sauerstoff. Eine dicke Laubschicht verhindert das. Wenn das Laub den Rasen so stark geschädigt hat, dass er abstirbt, kann man nur noch mit einer Nachsaat Abhilfe schaffen. Auf Beeten hingeben dient das Laub als Dünger, Winterschutz und bietet Kleintieren wie Igel oder Insekten Unterschlupf.

Fällt das Laub auf Platten von Terrasse oder Wegen kann es vor allem in Verbindung mit Feuchtigkeit zu unschönen Flecken kommen, nicht zu vergessen die erhöhte Rutschgefahr. Denke bei der Laubentfernung auch daran, Außentreppen zu kontrollieren und zu reinigen. Dass es auf den Stufen nicht zu einer  gefährlichen Rutschpartie kommt.

Gibt es eine Pflicht zum Laub harken?

Die Pflichten liegen beim Vermieter bzw. Hauseigentümer. Aber auch wie die Räum- und Streupflicht sowie die gesamte Gartenpflege kannst Du das Laub harken an Deine Mieter delegieren. Das ist bei vermieteten Häusern Gang und Gäbe. Bei Mehrparteienhäusern wird mit solchen Tätigkeiten der Gärtner oder der Hausmeister beauftragt.

Aber nicht nur das Laub im Garten muss entfernt werden, sondern auch, wenn es auf Gehwege und vor allem auf den Fußweg außerhalb des Grundstückes fällt. Das Laub kann Gullys verstopfen und bei Regenwetter zur Unfallgefahr werden, auch wenn Du dafür nicht haftest.

Wegen ein paar Blättern muss niemand zum Besen greifen. Bei einer geschlossenen Laubdecke ist das aber sinnvoll. Informiere Dich auch bei der Gemeinde, wie die Straßensicherung geregelt ist. Manchmal kann Deine Verkehrssicherungspflicht auch bis zur Straßenmitte reichen.

Wenn das Laub zu sehr stört, kann schon mal der Gedanke aufkommen, den Baum zu fällen. Das geht aber nicht so einfach. Vor allem Mieter dürfen das nicht einfach so. Der Baum ist Teil der Mietsache und darf genauso wie Haus und Wohnung nicht beschädigt werden. Sollte es Dein Ansinnen sein, einen Baum zu entfernen, darf das nur zu bestimmten Zeiten im Jahr passieren. Ansonsten riskierst Du eine Strafe bis zu 50.000 Euro. Je nach Gemeindesatzung kannst Du auch zu einer Ersatzpflanzung verpflichtet werden. 

Tipps und Tricks zum Laub harken

Das häufigste Hilfsmittel ist wohl der Rechen. So kannst Du gezielt das Laub harken und entfernen oder zu einem schützenden Ring um Bäume legen oder für den Igel einen Haufen zusammentragen.

Wirklich ordentlich wird es mit einem Laubsauger. So entfernst Du die Blätter ohne große Anstrengung und Muskelarbeit. Damit erleichterst Du Dir auch das Entfernen an schwer zugänglichen Stellen wie Kieswegen oder Steingärten. Der Sauger häckselt die Blätter und bläst sie in einen Auffangsack. Den kannst Du auf dem Kompost leeren oder in die Biotonne geben oder die Schnipsel zum Mulchen verwenden.

Allerdings werden mit dem Gerät auch kleine Tiere aufgesagt, meist überleben sie das nicht. Außerdem machen die Sauger Lärm. Halte Dich deswegen an die ortsüblichen Ruhezeiten. Durch den Strom- oder Benzinverbrauch sind die Geräte nicht gerade umweltfreundlich.

Der Laubbläser kommt dann zum Einsatz, wenn das Laub an eine bestimmte Stelle geblasen werden soll. Dort kann es aufgesammelt werden, oder als Winterquartier für Kleintiere liegen bleiben. Viele Maschinen sind Kombigeräte, die man entsprechend umbauen kann. Aber auch mit der Blas-Variante ist das Gerät laut und meist auch schädlich für Tiere.

Den letzten Rasenschnitt im Jahr kannst Du mit dem Laubharken verbinden. Die Blätter werden zerkleinert und können zusammen mit dem Rasenschnitt zum Kompostieren verwendet werden. Wenn der eigene Kompost übervoll wird, nehmen auch Wertstoffhöfe und Kompostieranlagen den Gartenabfall an. In manchen Regionen gibt es für einen kleinen Betrag entsprechende Abfallsäcke zu kaufen, die im Herbst von der örtlichen Abfallbeseitigung abgeholt werden.

Achtung: Das Verbrennen von Gartenabfällen sowie das Entsorgen auf Feldern und in Wäldern ist verboten.

Laub von fremden Bäumen

Laub vom Nachbarn ist Dein Problem – egal, ob auf Wegen, Rasen oder Dachrinnen. Gleiches gilt auch, wenn Laub von öffentlichen Bäumen auf Deinen Gehweg fallen. In beiden Fällen musst Du Dich darum kümmern bzw. Deine Mieter bzw. ein entsprechender Hausmeisterdienst oder Gärtner.

Das Thema mit dem fremden Laub hat auch schon Gerichte beschäftigt. Das Amtsgericht München hat 2013 entschieden, dass Laub vom Nachbargrundstück grundsätzlich hingenommen und wie eigene Blätter behandelt werden muss. Auch Blätter, die von gemeindlichen Bäumen auf Deinen Fußweg fallen, müssen von den Eigentümern des Hauses entfernt werden. Das hat das Verwaltungsgericht Lüneburg 2008 entschieden.

Allerdings kannst Du nicht haftbar gemacht werden, wenn es auf dem Fußweg aufgrund rutschiger Blätter zu einem Unfall kommt. Das Landgericht Berlin hat 2005 entschieden, dass der Fußweg nicht umfassend von Blättern freigehalten werden muss, da das naturbedingt nicht möglich ist. Eine Klage auf Schmerzensgeld einer gestürzten Person wurde abgewiesen.

Bei extrem hohem Laubaufkommen kannst Du eine sogenannte Laubrente verlangen. Es ist jedoch unwahrscheinlich, dass Deinem Verlangen stattgegeben wird. Die größte Chance hast Du z. B. , wenn Dein Garten neben einer Baumschule liegt. War die Baumschule aber bereits da, als Du das Haus erworben hast, wird es auch hier schwierig.

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Autoreninfo

Yvonne
Yvonne Content Managerin
Yvonne ist seit Februar 2020 als Content Managerin bei Vermietet.de an Bord. Sie versorgt Euch mit informativen Artikeln, Updates sowie Tipps & Tricks rund um die Immobilienbranche.

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