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Juni 11, 2018 | 4 Min Lesezeit

Wissenswertes zum Baugrundgutachten und zu beachtenswerten Aspekten

Das verbreitet auch, als Bodengutachten bezeichnete Baugrundgutachten gibt im Ergebnis Aufschluss über die Beschaffenheit eines Grundstücks. Warum ist dieses Gutachten so wichtig? Wer fertigt es an und was riskieren Bauherren, die darauf verzichten? Auf diese Fragen und mehr gibt der nachfolgende Beitrag detaillierte Antworten.

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Das verbreitet auch, als Bodengutachten bezeichnete Baugrundgutachten gibt im Ergebnis Aufschluss über die Beschaffenheit eines Grundstücks. Warum ist dieses Gutachten so wichtig? Wer fertigt es an und was riskieren Bauherren, die darauf verzichten? Auf diese Fragen und mehr gibt der nachfolgende Beitrag detaillierte Antworten.

Per Definition sind Gutachten des Bodens oder des Baugrunds gleichwertige Begriffe, beide werden von Geotechnik Sachverständigen erstellt und dokumentieren die Ergebnisse umfangreicher Untersuchungen. Baugrundgutachten beinhalten genaue Informationen über die jeweiligen Grundwasser- und Baugrundverhältnisse in untersuchten Planungsbereichen. Zudem wird im Baugrundgutachten die Beschaffenheit des Bodens im Hinblick auf das geplante Projekt bewertet.

In Deutschland sind Baugrundgutachten seit 2008 bauordnungsrechtlich vorgeschrieben. Sie dienen der Planung und Realisierung von privaten und öffentlichen Bauvorhaben. Das Gutachten informiert Bauherren über:

  • die Dichte und Struktur des Baugrunds (wichtig für die Tragfähigkeit)
  • Probleme, wie beispielsweise drückendes Grundwasser

Ein Baugrundsachverständiger kann mit seinem Gutachten Fehlplanungen und damit Mehrkosten verhindern. Wasserschäden lassen sich durch ein vorab angefertigtes Baugrundgutachten ebenso vermeiden wie Zeitverlust aufgrund von Nachbesserungen.Diese sind seit 2008 verpflichtender Bestandteil des Bauantrags.

Seit 10 Jahren bereits benötigen Sie als Bauherr ein Baugrundgutachten für Ihren Bauantrag. Die Bescheinigung können Sie auf der Webseite Ihrer zuständigen Baubehörde herunterladen. Einzutragen sind Baugrundstück, kurz beschriebenes Bauvorhaben sowie die Namen und Adressen des Entwurf-Verfassers, Tragwerksplaners und Baugrundgutachters.
Als Unterlagen fügen Sie Ihr Boden- beziehungsweise Baugutachten inklusive eventueller Zusatzangaben sowie alle zum Gutachten benötigten Pläne, Berechnungen und Beschreibungen bei.

baugrundgutachten

Wie wird ein Bodengutachten erstellt?

Zur Erstellung orientiert sich der Geotechniker am Vermessungsplan. An mindestens zwei gegenüberliegenden Bauplatz-Ecken werden so bezeichnete Kleinbohrungen bis maximal sechs Meter Tiefe vorgenommen. Diese Bohrungen geben Aufschluss über die Zusammensetzung und Eignung des Erdreichs als Baugrund. Bei größeren Bauvorhaben oder besonderen Voraussetzungen können weitere Bohrungen vorgenommen werden. Die Tragfähigkeit des Baugrundes wird anschließend mithilfe einer Tabelle ermittelt.

Die Bohrungen nehmen in der Regel nur zwei bis drei Stunden in Anspruch. Wie lange es dauert, bis Sie das Gutachten in der Hand haben, hängt von der Auftragslage des Sachverständigen ab.

Im günstigsten Fall kommen durch die Untersuchung keine Besonderheiten zutage und das Haus kann wie geplant gebaut werden. Im schlimmsten Szenario kann der Hausbau überhaupt nicht oder nur mit erheblichen Veränderungen erfolgen.

Wie hoch sind die Kosten für ein Baugrundgutachten?

Im Vergleich zu anderen Kosten beim Hausbau, sind die Gebühren für ein Gutachten minimal. Indes gibt es keine pauschalen Werte, die jeweiligen Gutachterkosten kommen auf den Aufwand, die Anzahl der Bohrungen und vieles mehr an. Experten beziffern die Kosten für An- und Abfahrt sowie für vorbereitende Maßnahmen auf 50 bis 150 Euro.

  • Jede Kleinbohrung schlägt mit circa 150 Euro zu Buche.
  • Ein nach DIN 4020 erstelltes Gutachten kann somit 600 bis 1000 Euro kosten.
  • Abweichungen nach oben und unten sind in Einzelfällen möglich.

Auf das Baugrundgutachten verzichten?

Experten weisen in diesem Zusammenhang darauf hin, dass Verzicht auf das Baugrundgutachten sparen an der falschen Stelle bedeutet. Sie sollten in jedem Fall ein Gutachten erstellen lassen, bevor Sie ein Grundstück kaufen oder den derzeitigen Besitzer nach seinem Bodengutachten fragen. Durch diese vergleichsweise geringen Kosten im Vorfeld vermeiden Sie böse Überraschungen nach dem Kauf. Ein Baugrundgutachten weist auf eventuelle Belastungen im Boden hin, für die Sie nach dem Erwerb die Verantwortung für respektive Entsorgungskosten übernehmen. Zudem informiert das Gutachten über die Bodenbeschaffenheit und hilft damit, rechtzeitig geeignete Maßnahmen mit den richtigen Materialien zu ergreifen.

Die Baugrunduntersuchung hat zwar ihren Preis, sie hilft jedoch Baufehler zu vermeiden, die letztendlich ein Vielfaches der Untersuchung kosten.

Autoreninfo

Andrea
Andrea
Als Content Managerin unterstützt Andrea das Team von Vermietet.de. Sie schreibt Fachtexte rund um die Immobilienbranche und betreut sämtliche redaktionelle Themen im Unternehmen. Aktuell kreiert sie Inhalte zu den neuesten Änderungen und Nachrichten für das Vermietet.de-Magazin.

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