Januar 2019: Alle Neuerungen für Vermieter und Immobilienbesitzer

Das Jahr ist noch keine vier Wochen alt, aber schon voll von neuen Entwicklungen, die Sie als Immobilienbesitzer auf keinen Fall verpassen sollten. Vermietet.de hat diese für Sie zusammengefasst!

Die Ökostromumlage sinkt 2019 um rund fünf Prozent. Die Umlage, die jeder Stromabnehmer mit seiner Rechnung begleicht, belief sich bisher auf 6,792 Cent pro Kilowattstunde Strom. Seit Beginn diesen Jahres jedoch sinkt sie auf 6,405 Cent. Bei einem Verbrauch von 3.000 Kilowattstunden pro Jahr zahlt ein Zweipersonenhaushalt demnach rund 11 Euro weniger. Die Vergünstigung begründet sich insbesondere in gestiegenen Börsenpreisen für Strom und höheren Kosten für CO2-Zertifikate, da diese Art der Subventionierung als Bremse im Falle steigender Strompreise fungiert. Die gestiegenen Börsenpreise sind aber auch der Grund, warum Verbraucher höhere Stromrechnungen einkalkulieren sollten. Die Aussichten sind nicht gerade erfreulich. „Die Verbraucher zahlen schon seit langem Rekordpreise für Strom“, resümiert Oliver Bohr, Geschäftsführer Energie bei Check24. „2019 müssen sie sich auf weitere Preissteigerungen einstellen.“ Darüber hinaus haben diverse Anbieter höhere Netzentgelte angekündigt.

Doch damit noch nicht genug: ab 2019 wird Endverbrauchern die Offshore-Netzumlage für den Anschluss von Windkraftanlagen auf hoher See ans Stromnetz in Rechnung gestellt, die sich auf 0,416 Cent pro Kilowattstunde beläuft. Die Netzkosten von dieser Umlage werden in die neue Offshore-Netzumlage überführt. Während im Norden und Osten Deutschlands vielerorts die normalen Netzentgelte sinken, müssen sich Verbraucher im Süden und Westen der Republik solidarisch erstmals an den Offshore-Netzkosten beteiligen. Aufgrund dieser zusätzlichen Belastungen müssen Verbraucher vor allem im Südwesten der Republik mit einer Erhöhung der Strompreise rechnen.

Verschärfte Mietpreisbremse

Bereits Ende 2018 hat der Bundesrat eine Verschärfung der Mietpreisbremse verabschiedet. Demzufolge müssen Vermieter neuen Mietern künftig auf Verlangen die Miete des Vormieters nennen. Liegt die neue Miete mehr als zehn Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete, so muss der Vermieter dies auch ohne Aufforderung tun. Auf diese Art soll erreicht werden, dass der neue Mieter die Zulässigkeit der Mietpreiserhöhung nachvollziehen kann.

Entsprechend der Neuregelung dürfen Vermieter in Gebieten mit Wohnungsknappheit bei Neuvermietungen maximal zehn Prozent mehr als die ortsübliche Vergleichsmiete verlangen. Jedoch setzt dieses Vorgehen voraus, dass der vorherige Mieter nicht bereits mehr gezahlt hat. Sollte selbst in diesem Fall eine höhere Miete verlangt werden, müssen Neumietern künftig unaufgefordert die Gründe mitgeteilt werden, warum die Erhöhung dennoch geschieht.
Darüber hinaus wird seit diesem Jahr der Prozess zur Rüge der Miethöhe durch den Mieter vereinfacht. Künftig wird eine Rüge ohne Angabe der Gründe an den Vermieter ausreichen.

Modernisierungsmieterhöhungen

Modernisierungskosten konnten Vermieter bisher mit elf Prozent auf die Jahresmiete aufschlagen. Durch einen Beschluss der Bundesregierung wurde nun eine Senkung auf acht Prozent der Kosten pro Jahr beschlossen.
Zudem gibt es Kappungsgrenzen: Auch bei sehr hohen Sanierungskosten darf die Miete in den ersten sechs Jahren nach der Sanierung um höchstens drei Euro pro Quadratmeter und Monat steigen. Bei Wohnungen, die bisher höchstens sieben Euro pro Quadratmeter kosteten, um höchstens zwei Euro.
Darüber hinaus sollen Vermieter bestraft werden, die ihr Haus nur deshalb nach Luxusstandards sanieren, um die bisherige Mieterschaft durch unbezahlbare Mieten loszuwerden. Vermietern, die sich darüber hinwegsetzen, drohen drakonische Strafen: die Ordnungswidrigkeit kann mit bis zu 100.000 Euro geahndet werden.

Mietspiegel

Der Mietspiegel gibt seit Jahrzehnten zuverlässig Auskunft über die ortsübliche Vergleichsmiete. Bisher berechnet sich der Spiegel aus dem Durchschnitt aller Mieten, die sich in den letzten vier Jahren verändert haben oder neu hinzugekommen sind.

Seit Jahresbeginn wird der Betrachtungszeitraum auf sechs Jahre ausgedehnt.
Grund dafür ist laut Bundesjustizministerin Katharina Barley (SPD) der enorme Anstieg der Mieten in jüngster Zeit. Stattdessen soll die langfristige Entwicklung der Mieten zum Maßstab werden. Die Bundesregierung beabsichtigt somit einem abrupten Anstieg des Mietspiegels vorzubeugen.

Neue Grundsteuer-Regelung?

Im April 2018 hat das Bundesverfassungsgericht entschieden, die bisherige Berechnung der Grundsteuer für verfassungswidrig zu erklären und dem Gesetzgeber aufgetragen, bis Ende 2019 eine Neuregelung zu treffen. Der Gesetzgeber befindet sich unter Zugzwang und wird wohl 2019 eine umfassende Neuregelung beschließen.

Grunderwerbsteuer: Shared Deals sollen erschwert werden

Bisher konnten Immobilieninvestoren die Zahlung der Grunderwerbsteuer beim Immobilienkauf verhindern, wenn sie eine Immobilie nicht direkt erwerben. Voraussetzung: sie besitzen weniger als 95 Prozent Anteil einer Firma, die Eigentümer der Immobilie ist. – Der Steuertrick kostet den Staat jedes Jahr Milliardensummen.

Anteile bis 95 Prozent können so grunderwerbsteuerfrei veräußert werden. Nach einer Haltefrist von mindestens fünf Jahren kann der Investor dann weitere fünf Prozent der Firmenanteile vom Alteigentümer erwerben, ohne auch nur einen Cent Grunderwerbsteuer an den Fiskus zu zahlen. Diese Steuervermeidungsstrategie nennt sich „Shared Deal“ und ist vollkommen legal.
Derzeit erarbeitet eine Arbeitsgruppe der Länderfinanzminister Lösungen, um diese Shared Deals zu erschweren. Derzeit ist geplant, die Grenze zur Zahlung der Grunderwerbsteuer von 95 auf 90 Prozent zu senken und die Frist zum steuerfreien Verkauf von fünf auf zehn Jahre zu erhöhen.
Vielfach wird sogar gefordert, Shared Deals in Gänze zu verbieten. Dies hätte jedoch zur Folge, dass Unternehmen mit Immobilienbeständen bei jeder internen Umstrukturierung grunderwerbsteuerpflichtig wären.

Am häufigsten gelesen


Entdecke unsere beliebtesten Artikel rund um das Thema Immobilien.

Mai 25, 20202 min lesen

Keine Zeit für die Wohnungsbesichtigung? Vermietet.de hilft!

Vor allem bei gefragten Objekten ist es schwierig, ausreichend Zeit für die Wohnungsbesichtigung zu finden – zusätzlich zu den übrigen Aufgaben als Vermieter. Wir von Vermietet.de ermöglichen Vermietern eine unkomplizierte Immobilienverwaltung, praktische Funktionen und Dienstleistungen rund um die Vermietung.

Unsere Live-Webinare
bringen Dich mit Experten & der Community zusammen


Sei gemeinsam mit anderen Vermietern dabei, wenn namenhafte Referenten praxisnahe Impulse für den Vermieter-Alltag geben. Stelle Deine Fragen im Chat und diskutiere im Anschluss die wichtigsten Aspekte des Vortrages mit der Community.

Leider bieten wir aktuell keine Webinare an.

Unsere Webinar-Aufzeichnungen
stehen Dir rund um die Uhr zur Verfügung


Du hast ein Webinar verpasst oder möchtest weitere spannende Inhalte entdecken? Dann lerne unsere Webinar-Aufzeichnungen kennen und finde genau das Thema, das für Dich und Deine Arbeit als Vermieter gerade relevant ist.

Mietnebenkostenabrechnungen für Ein- & Mehrfamilienhäuser In diesem Video klären wir die Grundlagen der Betriebskostenabrechnung und helfen Dir dabei, rechtssichere Abrechnungen zu erstellen. Das Video richtet sich primär an Eigentümer vermieteter Wohnungen in einer Wohnungseigentümergemeinschaft.
Dauer: 1:23 h Referent: Alexander Granaß, Rechtsanwalt und Notar
Mehr erfahren

Unsere Vermieter-Guides -
kostenlos für Dich zum Download


Neueste Artikel


Lese unsere neuesten Artikel auf Vermietet.de.

September 20, 20218 min lesen

Vordruck für die Betriebskostenabrechnung: Warum er nicht die Lösung für dein Problem ist!

Wie muss eine Betriebskostenabrechnung formell aussehen? Wie schreibt man eine Betriebskostenabrechnung für den Mieter? Du - und viele andere Vermieter - erhoffen sich durch einen Vordruck für eine Betriebskostenabrechnung Antworten zu finden, aber vor allem eine Arbeitserleichterung zu erhalten. Aber leider müssen wir dich direkt enttäuschen. Die Lösung für dein Problem sieht...
September 20, 20213 min lesen

Nebenkosten: So gestalten Sie die Abrechnung selbst

Einmal im Jahr steht sie an – die Nebenkostenabrechnung. Sie dient Mieter wie Vermietern gleichermaßen zur Verrechnung der neben der Miete angefallenen Kosten. Vermieter können diese Nebenkostenabrechnung selbst erstellen – dazu müssen sie aber die Betriebskostenverordnung kennen.
September 19, 20214 min lesen

So geht’s richtig: Im Mietvertrag die Nebenkosten angeben!

Muss man im Mietvertrag wirklich alle Nebenkosten auflisten? Oder reicht es, den “Mieter zur Übernahme der umlagefähigen Kosten” zu verpflichten? Rund um den Mietvertrag und die aufzunehmenden Nebenkosten herrscht leider viel Unwissenheit. Damit dir das Halbwissen nicht teuer zu stehen kommt, räumen wir nun endgültig alle Unklarheiten aus dem Weg!

Vermietet.de ist mehr als nur eine Plattform
für die Immobilienverwaltung


Du möchtest auf dem neusten Stand bleiben?
Werde Teil unserer Vermieter Community. Diskutiere mit Experten und erfahrenen Vermietern in unseren Social Media Gruppen oder abonniere einfach unseren Newslettern.

Unsere Vermieter-Community

Unser Newsletter


Interessen