Mietminderung wegen Schimmel – was Sie als Vermieter beachten müssen

Wenn Ihr Mieter eine Mietminderung wegen Schimmel vornimmt, sollten Sie die Gründe prüfen. Wer ist für die Verursachung des Schimmels verantwortlich und in welcher Höhe ist eine Mietminderung angemessen? Wir zeigen Ihnen in diesem Artikel, wann Sie eine Mietminderung hinnehmen müssen.

Zunächst ist es für Vermieter wichtig zu wissen, dass eine Mietminderung wegen Schimmel nur dann seitens des Mieters möglich ist, wenn der Vermieter für die Schimmelbildung verantwortlich ist. Daher sollten Sie grundsätzlich prüfen, aus welchen Gründen sich Schimmel im Mietobjekt bildet. Liegt die Ursache beim Mieter, der beispielsweise durch falsches oder zu seltenes Lüften den Schaden verursacht hat, ist wegen Schimmel eine Mietminderung ausgeschlossen. Es kann in solchen Fällen sogar dazu kommen, dass Sie einen Teil der im Mietrecht verankerten Kaution am Ende des Vertragsverhältnisses einbehalten können, um etwaige Schäden am Mietobjekt zu reparieren.

Achtung: Die Mietminderung wegen Schimmel ist auch dann ausgeschlossen, wenn der Mieter wissentlich eine bereits verschimmelte Wohnung angemietet hat.

Verantwortlichkeit des Vermieters bei bauseits bedingten Mängeln

Als Vermieter sind Sie vor allem dann verantwortlich, wenn am Mietobjekt bauseits bedingte Mängel bestehen, die zur Schimmelbildung führen. Üblicherweise ist dies der Fall, wenn Wärmebrücken entstehen oder Wasser eindringt, zum Beispiel durch ein undichtes Dach oder einen Wasserrohrbruch. Eine durch den Mieter durchgeführte Mietminderung ist bei Schimmel daher nicht unüblich.

Allerdings lässt sich aus der Praxis heraus sagen, dass die Minderung in der Regel eine der letzten Maßnahmen des Mieters darstellt. Da er selber ein Interesse daran hat, ein gesundheitsförderndes Wohnklima zu haben, wird normalerweise nur eine Mietminderung angedroht, wenn Sie als Vermieter nicht auf die Aufforderung der Schadensbeseitigung reagieren.

Wie hoch eine angemessene Mietminderung bei Schimmel ausfällt, ist im Einzelfall zu prüfen.

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Die Höhe kann von 10 % der Bruttomiete (zum Beispiel bei Schimmel im Bad) bis zu 80 % oder sogar 100 % bei einer nicht Nutzbarkeit einzelner Räume oder starker Gesundheitsgefährdung gehenOb Sie als Vermieter verantwortlich sind oder nicht – in jedem Fall muss Ihnen ihr Mieter die Mietminderung bei Schimmel vorher ankündigen. Denn nur dann können Sie entsprechende Maßnahmen ergreifen, den Schimmel und die Ursache zu beseitigen.

Mietminderung wegen Schimmel und Auswirkungen auf andere Wohneinheiten

Insbesondere wenn Sie ein Mehrfamilienhaus verwalten, sollten Sie darauf achten, dass nicht bei mehreren Hausparteien eine Mietminderung wegen Schimmel droht. Das kann insbesondere dann geschehen, wenn der Grund für die Mietminderung ein Wasserschaden mit Schimmel ist, durch den gleich mehrere Wohneinheiten betroffen sind.

Um eine objektübergreifende Mietminderung wegen Schimmel an Fenstern, in Kellerräumen oder auf dem Dachboden vermeiden zu können, empfehlen wir, eine proaktive Kommunikation mit Ihren Mietern zu pflegen, sodass Schäden frühzeitig erkannt werden können. Weiterhin sollten Sie in regelmäßigen Abständen, besonders jedoch nach heftigen Unwettern, Überflutungen oder harten Wintern, das Wohnobjekt aktiv nach Schimmelspuren oder feuchten Wänden absuchen lassen (idealerweise durch einen zertifizierten Fachmann).

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