Herbstlaub auf dem Gehweg: Vermieter in der Pflicht

Beim Herbstlaub gilt wie beim Schnee: Der Vermieter hat die Verkehrssicherheit zu gewährleisten. Braucht es unbedingt einen Laubbläser? Wie lässt sich das Laub umweltfreundlich entsorgen?

Mit dem Herbst beginnt für viele die schönste Jahreszeit. Beim Vermieter steht jetzt vor allem eins an: viel Arbeit. Nun gilt es einen Heizungscheck vorzunehmen, die Steuer und Nebenkosten endlich abzuschließen, Modernisierungen fürs nächste Jahr zu planen.

Verkehrssicherheit gewährleisten

Wegen der vielen Aufgaben läuft das Thema Herbstlaub oft unter dem Radar. Man erfreut sich an der Farbenpracht in der Natur. Doch schon bald liegen die Blätter bei feuchtem Wetter als matschiger, rutschiger Film auf der Straße. Wie im Winter beim Schnee, so steht der Vermieter auch beim Laub in der Verantwortung. Rutscht jemand auf dem Gehweg vorm Haus aus, dann drohen empfindliche Geldstrafen.

Wer muss fegen?

Zunächst gilt es die Verantwortung fürs Laubfegen im Herbst zu klären. Auch hier ist die Regel wie beim Schnee. Auf öffentlichen Straßen und Wegen ist die Stadtverwaltung verantwortlich. Als Vermieter bist Du aber verpflichtet, den Zugang zum Haus und den Gehweg vor deiner Immobilie frei zu halten. Du musst nicht jedes Blatt einzeln auflesen, sondern in festgelegten Zeitfenstern Deine verantwortlichen Bereiche vom Laubmatsch freihalten:

  • Montag bis Samstag von 7 bis 20 Uhr. 
  • An Sonn- und Feiertagen von 9 bis 20 Uhr. 

Willst Du den Mieter zum Laubfegen verpflichten, musst Du das unbedingt im Mietvertrag festhalten. Hast Du das Fegen übertragen, bist Du immer noch nicht ganz aus der Verantwortung raus. Du musst Gerätschaften wie Besen, Schaufel und Laubsäcke zur Verfügung stellen, auch für die Entsorgung sorgen. Zu Deinen Pflichten gehört die Kontrolle, ob Gehweg und Eingangsbereich ordentlich gefegt sind.

Glühbirne

Tipp: Sind die Kosten für die Laubbeseitigung im Mietvertrag unter den Betriebskosten aufgeführt, kannst Du Sie umlegen. Hat Dein Haus einen Garten, dann ist die Laubentsorgung Teil der Gartenpflege. Du musst die Kosten dafür nicht  gesondert ausweisen. Erledigt das der Hausmeister im Rahmen seiner Tätigkeiten, darfst Du das Fegen nicht nochmals abrechnen. Häufig wird das Laubfegen auch der Hausreinigung zugeordnet und muss dann ebenfalls nicht gesondert ausgewiesen werden. 

Herbstlaub vom Nachbarn

Oft rieselt das Laub gar nicht von Deinem eigenen Grundstück auf den Gehweg, sondern kommt von den Bäumen des Nachbarn oder von denen an der der öffentlichen Straße. Es lohnt nicht, deswegen einen Streit anzuzetteln. Viele Gerichte haben entschieden: Du musst auch fegen, wenn das Herbstlaub gar nicht von Deinen Bäumen und Sträuchern stammt.

Glaubensfrage Laubbläser

Der Einsatz von Laubbläser hat sich zu einer Glaubensfrage entwickelt: Segen oder Fluch. Die Pro-Laubbläser Fraktion sieht eine große Arbeitsentlastung. Das Gerät schont im Gegensatz zur Harke den Rücken und zerhäckselt das Laub in kleine Stücke, was die Entsorgung einfacher macht. Daneben gibt es Kritik, oft von Umwelt- und Naturliebhabern. Diese sehen in dem Geblase das Ende der Ruhe im Garten und die Verpestung der Luft. Auch die friedlich im Laub lebende Kleintierwelt sehen die Anti-Laubbläser Anhänger in Gefahr. Im schlimmsten Fall werden Käfer, Spinnen oder Asseln, sogar Frösche oder kleine Igel zerstückelt.

Laubblasen zeitlich eingeschränkt

Wer nun doch nicht dazu bewegen ist, in aller Bescheidenheit zu Rechnen und Harke zu greifen, der sollte wissen: Der Einsatz von Laubbläsern ist durch das Bundes-Immissionsschutzgesetz streng geregelt. Es darf geblasen werden:

  • an Werktagen zwischen 9 Uhr bis 13 Uhr und von 15 Uhr bis 17 Uhr 
  • bei Geräte mit dem EG-Umweltzeichen CE : werktags zwischen 7 und 20 Uhr

Wer sich nicht an die Regelungen hält, der kann zu einer Ordnungswidrigkeiten verurteilt werden. Die Strafen reichen bis zu 5.000 Euro. Noch teurer kann es werden für den, der sich beim Laubblasen an Sonn- und Feiertagen erwischt lässt.

Herbstlaub umweltfreundlich Entsorgen

Bleibt die Frage, wohin mit dem ganzen Laub. Die abgefallenen Blätter können über einen Komposthaufen problemlos zurückgeführt werden in den Kreislauf der Natur. Das auf dem Kompost zu Humus verrottete Laub ist als Dünger für Beete oder Vorgarten wieder verwertbar . Das Recycling der Naturabfälle spart Transportwege, die Kosten und CO2-Emissionen verursachen.

Laub zersetzt sich eher langsam, weil es viel Stickstoff enthält. Deshalb darf der Laubanteil am Kompost nur rund 20 Prozent betragen. Um die Verrottung zu beschleunigen, kann man stickstoffreiches Material wie Rasenschnitt oder auch lagenweise Kompostbeschleuniger hinzufügen.

Oft ist die Menge an Herbstlaub einfach zu groß und es bleibt nur die Entsorgung. Viele Gemeinden betreiben auf ihren Wertstoffhöfen kommunalen Kompostieranlagen. Dort werden meistens gegen Gebühr spezielle Säcke zum Laubsammeln ausgegeben. Diese werden dann von der Müllabfuhr abgeholt oder man bringt sie selber zum Recyclinghof.

Verboten ist es, dass Laub zu verbrennen, auch weil die Rauchentwicklung bei dem nassen Abfall sehr groß ist. Das Laub einfach in den Wald zu fahren, gilt als illegale Müllbeseitigung. Wird man dabei erwischt, zieht das Geldstrafen nach sich.