Haus an ein Kind verkaufen oder verschenken – das sollten Sie bei Ihrer Überlegung beachten

Das Haus an das eigene Kind zu verkaufen oder zu verschenken ist ein Gedanke, mit dem viele Eltern spielen. Welche der beiden Optionen wann am sinnvollsten ist, erklären wir Ihnen in diesem Artikel.

Wer bereits zu Lebzeiten seinen Nachlass konkret regelt, kann seinen Erben eine Menge Ärger – und Steuern – ersparen. Das machen Sie, indem Sie Ihr Haus an ein Kind verkaufen oder verschenken und die übrigen Erben (sofern vorhanden) anderweitig bedenken (z. B. Wertsachen, Bargeld, Wertpapiere, etc.). Möchten Sie gesetzliche Erben ausschließen, beachten Sie den Pflichtanteil, der ihnen trotz Ausschluss aus der gesetzlichen Erbfolge zusteht.

haus-an-kind-verkaufen-oder-verschenken

Haus an Kind verkaufen oder verschenken – was ist Ihr Ziel?

Wollen Sie mit der Schenkung der Immobilie, dem Erblasser die Erbschaftssteuer ersparen? Oder möchten Sie Erbstreitigkeiten um das Haus vermeiden? Ob Sie das Haus an Ihr Kind verkaufen oder verschenken, hängt davon ab, welches Ziel Sie mit der vorzeitigen Übertragung der Immobilie verfolgen.

Haus an Kind zu Lebzeiten verschenken – das sollten Sie wissen

Möchten Sie Ihrem Kind die Erbschaftssteuer ersparen, sollten Sie sich für eine Schenkung zu Lebzeiten entscheiden. Innerhalb des Erbschafts- und Schenkungssteuergesetzes ist geregelt, dass Immobilien vollständig steuerfrei verschenkt werden können, wenn der Erblasser diese für zehn Jahre selber bewohnt und die Wohnfläche maximal 200 qm beträgt.

Eine weitere Option, um Steuern bei der Schenkung zu sparen, ist der Freibetrag von 400.000 Euro für Kinder. Sollte die Immobilie einen höheren Wert als 400.000 Euro haben, können Sie die Immobilie in Teilen schenken, denn der Freibetrag kann alle zehn Jahre neu voll ausgeschöpft werden. Gleiches gilt im Übrigen auch, wenn Sie ein Grundstück überschreiben möchten.

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Haus an Kind verkaufen – das sollten Sie wissen

Bei der Frage, ob Sie das Haus an das Kind verkaufen oder verschenken sollten, beachten Sie, dass beim Verkauf unter Umständen die Erbschaftssteuer für das Haus anfällt. Wenn Sie Ihr Haus an das Kind verkaufen, fallen die Steuern für den Grunderwerb jedoch weg, da Sie in erster Linie miteinander verwandt sind. Diese Regelung findet sich in § 3 Grunderwerbsteuergesetz (GrEStG):

Glühbirne

Hinweis: § 3 Allgemeine Ausnahmen von der Besteuerung

„Von der Besteuerung sind ausgenommen: […]
6. der Erwerb eines Grundstücks durch Personen, die mit dem Veräußerer in gerader Linie verwandt sind oder deren Verwandtschaft durch die Annahme als Kind bürgerlich-rechtlich erloschen ist. Den Abkömmlingen stehen die Stiefkinder gleich. Den in den Sätzen 1 und 2 genannten Personen stehen deren Ehegatten oder deren Lebenspartner gleich […].“

Gleiches gilt, wenn der Hausverkauf an das Kind unter Wert erfolgt. Das müssen Sie hierzu wissen:

  • Wenn Sie Ihr Haus an Ihr Kind verkaufen, wird keine Grunderwerbsteuer fällig.
  • Bei einem Verkauf an Verwandten ungerader Ahnenlinie muss hingegen Grunderwerbsteuer gezahlt werden.
  • Das Finanzamt geht von einem Scheinverkauf aus, wenn der Kaufpreis deutlich unter dem üblicherweise zu erzielenden Verkehrswert liegt.
  • Eine konkrete Grenze für den Betrag, der als „unter Wert“ gilt, gibt es nicht.
  • Das Finanzamt akzeptiert geringe Kaufpreise jedoch nur unter besonderen Bedingungen.
  • Eine realistische Verkehrswertschätzung ist daher sinnvoll.

Wenn Sie das Haus dennoch verkaufen möchten, können Sie mit einer „Gegenleistung“ den Preis und damit die Steuerbelastung des Kindes senken. Ein Nießbrauch- oder Wohnrecht reduziert die Steuer um einen gewissen Anteil, der anhand des Jahreswertes und Kapitalwertes berechnet wird.

Fazit: Haus an Kind verkaufen oder verschenken?

Für Ihr Kind wird es definitiv „günstiger“, wenn Sie das Haus verschenken. Sollte der Verkehrswert über dem Freibetrag von 400.000 Euro liegen, können Sie die Immobilie in Teilen alle zehn Jahre verschenken. Alternativ vereinbaren Sie eine teilweise Schenkung bzw. gemischte Schenkung. So schenken und verkaufen Sie Ihr Haus an Ihr Kind, ohne dass sich der Vorgang über mehrere Jahrzehnte erstreckt.

Am häufigsten gelesen


Entdecke unsere beliebtesten Artikel rund um das Thema Immobilien.

Mai 25, 20202 min lesen

Keine Zeit für die Wohnungsbesichtigung? Vermietet.de hilft!

Vor allem bei gefragten Objekten ist es schwierig, ausreichend Zeit für die Wohnungsbesichtigung zu finden – zusätzlich zu den übrigen Aufgaben als Vermieter. Wir von Vermietet.de ermöglichen Vermietern eine unkomplizierte Immobilienverwaltung, praktische Funktionen und Dienstleistungen rund um die Vermietung.

Unsere Live-Webinare
bringen Dich mit Experten & der Community zusammen


Sei gemeinsam mit anderen Vermietern dabei, wenn namenhafte Referenten praxisnahe Impulse für den Vermieter-Alltag geben. Stelle Deine Fragen im Chat und diskutiere im Anschluss die wichtigsten Aspekte des Vortrages mit der Community.

Leider bieten wir aktuell keine Webinare an.

Unsere Webinar-Aufzeichnungen
stehen Dir rund um die Uhr zur Verfügung


Du hast ein Webinar verpasst oder möchtest weitere spannende Inhalte entdecken? Dann lerne unsere Webinar-Aufzeichnungen kennen und finde genau das Thema, das für Dich und Deine Arbeit als Vermieter gerade relevant ist.

Mietnebenkostenabrechnungen für Ein- & Mehrfamilienhäuser In diesem Video klären wir die Grundlagen der Betriebskostenabrechnung und helfen Dir dabei, rechtssichere Abrechnungen zu erstellen. Das Video richtet sich primär an Eigentümer vermieteter Wohnungen in einer Wohnungseigentümergemeinschaft.
Dauer: 1:23 h Referent: Alexander Granaß, Rechtsanwalt und Notar
Mehr erfahren

Unsere Vermieter-Guides -
kostenlos für Dich zum Download


Neueste Artikel


Lese unsere neuesten Artikel auf Vermietet.de.

September 20, 20218 min lesen

Vordruck für die Betriebskostenabrechnung: Warum er nicht die Lösung für dein Problem ist!

Wie muss eine Betriebskostenabrechnung formell aussehen? Wie schreibt man eine Betriebskostenabrechnung für den Mieter? Du - und viele andere Vermieter - erhoffen sich durch einen Vordruck für eine Betriebskostenabrechnung Antworten zu finden, aber vor allem eine Arbeitserleichterung zu erhalten. Aber leider müssen wir dich direkt enttäuschen. Die Lösung für dein Problem sieht...
September 20, 20213 min lesen

Nebenkosten: So gestalten Sie die Abrechnung selbst

Einmal im Jahr steht sie an – die Nebenkostenabrechnung. Sie dient Mieter wie Vermietern gleichermaßen zur Verrechnung der neben der Miete angefallenen Kosten. Vermieter können diese Nebenkostenabrechnung selbst erstellen – dazu müssen sie aber die Betriebskostenverordnung kennen.
September 19, 20214 min lesen

So geht’s richtig: Im Mietvertrag die Nebenkosten angeben!

Muss man im Mietvertrag wirklich alle Nebenkosten auflisten? Oder reicht es, den “Mieter zur Übernahme der umlagefähigen Kosten” zu verpflichten? Rund um den Mietvertrag und die aufzunehmenden Nebenkosten herrscht leider viel Unwissenheit. Damit dir das Halbwissen nicht teuer zu stehen kommt, räumen wir nun endgültig alle Unklarheiten aus dem Weg!

Vermietet.de ist mehr als nur eine Plattform
für die Immobilienverwaltung


Du möchtest auf dem neusten Stand bleiben?
Werde Teil unserer Vermieter Community. Diskutiere mit Experten und erfahrenen Vermietern in unseren Social Media Gruppen oder abonniere einfach unseren Newslettern.

Unsere Vermieter-Community

Unser Newsletter


Interessen