Bauland beantragen – der erste Schritt zur eigenen Immobilie

Wenn Sie planen ein Haus zu errichten, besteht der erste Schritt darin Bauland zu beantragen. Ohne einen gültigen Bescheid für die Bebauung von freien Landflächen können Sie nämlich nicht mit dem Hausbau loslegen. Wie Sie dabei vorgehen und was es alles zu beachten gilt, verraten wir Ihnen in diesem Artikel.

Wenn Sie sich im Besitz eines Grundstücks befinden und dieses bebauen wollen, müssen Sie zunächst Bauland beantragen. Einen solchen Antrag stellen Sie bei der Stadt oder beim Rat der Gemeinde. Eine wichtige Voraussetzung hierfür ist, dass sich das Grundstück bereits in Ihrem Besitz befindet. Für fremde Grundstücke können Sie selbst keine Baufreigabe beantragen. Planen Sie einen größeren Baukomplex, haben Sie die Möglichkeit mit einer Vollmacht für den gesamten Komplex eine Genehmigung zu beantragen. Dies gilt auch dann, wenn die Grundstücke verschiedenen Eigentümern gehören. Die Stellung einer Bauvoranfrage ist in jedem Fall ratsam. Wenn Sie bereits Geld in die Planung eines größeren Objekts investieren und dann keine Genehmigung für den Bau bekommen, ist die Investition nämlich verloren. Aus diesem Grund ist es ratsam, dass Sie abwarten bis die Bauvoranfrage genehmigt ist.

Antrag auf Baugenehmigung

Achtung: In keinem Fall sollten Sie sich auf Versprechungen von Maklern oder Grundstücksbesitzern verlassen. Hier steht in den meisten Fällen die Verkaufsabsicht im Mittelpunkt, die von Ihren individuellen Interessen sehr stark abweichen kann.

Erst nach der Freigabe können Sie mit der konkreten Planung Ihres Bauprojektes beginnen. Vergessen Sie dabei nicht eine Bauträgerversicherung abzuschließen, um sich vor den hohen finanziellen Risiken abzusichern.

Die Chancen für einen positiven Bescheid vorab erkennen

Möchten Sie für Ihr Bauland eine Freigabe beantragen, haben Sie die Möglichkeit sich vorab zu informieren, wie groß Ihre Chancen sind. Die Infrastruktur der Umgebung gibt hierfür bereits erste Anhaltspunkte. Wenn es beispielsweise nur Gärten mit kleinen Immobilien wie Lauben gibt oder Ihr Grundstück Teil einer landwirtschaftlichen Nutzfläche ist, sind die Chancen für einen positiven Baubescheid relativ gering. Gleiches gilt, wenn das Grundstück explizit als Gartenland oder für Erholungszwecke genutzt wird. Eine Beantragung für Bauland hat jedoch Sinn, wenn in der Umgebung des Gartenlandes bereits andere Häuser gebaut worden sind. Bei knappem Wohnraum entscheiden sich Städte und Gemeinden in der Regel dafür, auch Gartenland in Bauland umzuwandeln. Dadurch soll zusätzlicher Wohnraum erschlossen werden. Liegt Ihr Grundstück in einem solchen Bereich, ist es oftmals bereits als Bauerwartungsland vorgemerkt. In diesem Fall haben Sie sehr gute Chancen, dass Sie in naher Zukunft bauen können.

Bauland beantragen – so gehen Sie vor

Wenn Sie Bauland beantragen möchten, sind die folgenden Schritte notwendig:

  • Wenden Sie sich an das Bauamt der Stadt oder Gemeinde, in dessen zuständigen Bereich das Grundstück liegt. Ihr persönlicher Wohnort ist dabei unerheblich.
  • Füllen Sie das entsprechende Antragsformular aus und zahlen Sie die dazugehörige Verwaltungsgebühr.
  • Der Bescheid geht Ihnen anschließend nach Freigabe schriftlich zu.

Sie sollten beachten, dass Sie zunächst das Bauland beantragen müssen und dann erst mit dem Bau beginnen können. Erst wenn Sie erfolgreich das Grundstück in Bauland umwandeln konnten, sollten Sie mit der konkreten Bauplanung beginnen.

Gartenland in Bauland umwandeln

Wenn Sie beispielsweise einen Bungalow kaufen, der bislang auf Gartenland steht, können Sie nicht automatisch davon ausgehen, dass Sie diesen durch einen Massivbau ersetzen dürfen. In diesem Fall müssen Sie ebenfalls erst Bauland beantragen – und zwar auch dann, wenn es in der Nähe bereits massive Bauten gibt. Mitunter handelt es sich um Einzelfallentscheidungen, ob aus einem Gartenland Bauland wird. Verlassen Sie sich deshalb vor dem Kauf niemals auf Aussagen von Dritten, sondern entscheiden Sie sich dazu selbst Bauland zu beantragen, um Gewissheit zu bekommen.

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