Zwangsversteigerung von Immobilien: Ablauf & Vorbereitung

Spontan zu einer Zwangsversteigerung gehen und ein Haus erwerben? Das funktioniert nicht. Informieren Sie sich hier über die Zwangsversteigerung von Immobilien, den Ablauf und die Vorbereitung, damit Sie am Tag des Termins erfolgreich mitbieten.

Zwangsversteigerungen sind eine interessante Möglichkeit, Immobilien zu erwerben – mit etwas Glück sogar echte Schnäppchen-Immobilien. Wir möchten Ihnen mit unseren Informationen und Tipps die Vorbereitung und das Bieten auf Immobilien erleichtern.

  • Wenn Sie die Immobilie nicht komplett aus eigener Tasche bezahlen, müssen Sie unbedingt die Finanzierung im Vorfeld klären. Ermitteln Sie hierzu Ihren finanziellen Rahmen und sprechen Sie mit der Bank über die Kreditkonditionen. Wenn Sie den Zuschlag auf der Versteigerung erhalten, sollte die Finanzierung geklärt sein, damit die Zahlung schnell erfolgen kann. Die Bestätigung der Finanzierung benötigen Sie im Übrigen auch für die Sicherheitsleistung.
  • Informieren Sie sich über alle Eventualitäten und Risiken, die eine Zwangsversteigerung mit sich bringen kann. Versuchen Sie über Immobilien-Zwangsversteigerungen Erfahrungen von anderen Käufern einzuholen.
  • Besuchen Sie mindestens einen Termin, um bei der Zwangsversteigerung von Immobilien den Ablauf kennenzulernen.
    Schauen Sie auf dem ZVG-Portal oder anderen Webseiten, wann Zwangsversteigerungstermine stattfinden und ob die entsprechenden Objekte Ihren Vorstellungen gerecht werden.
  • Weitere Unterlagen über die Zwangsversteigerung gibt es online (im ZVG-Portal) oder auf Antrag beim zuständigen Amtsgericht.
  • Versuchen Sie so viele Informationen wie möglich über die gewünschte Immobilie einzuholen. Gutachter dürfen das Haus meist nicht besichtigen, sondern nur von außen betrachten. Gleiches gilt für Kaufinteressenten.

Hinweis: Bis zum angesetzten Termin kann eine Versteigerung jederzeit abgesagt oder verschoben werden. Prüfen Sie daher unbedingt vorab, ob die Versteigerung auch tatsächlich stattfindet.

Zwangsversteigerung von Immobilien: Ablauf der Anmeldung & Sicherheitsleistung

Jede Zwangsversteigerung von Immobilien folgt einem Ablauf.

  1. Sie müssen sich zunächst als Bieter anmelden, sich dazu ausweisen und nachweisen, dass Sie über 18 Jahre alt sind.
  2. Zudem müssen Sie bei der Anmeldung eine Sicherheitsleistung in Höhe von zehn Prozent des Verkehrswertes hinterlegen. Die Sicherheitsleistung erfolgt als Bank- oder Verrechnungsscheck, Bestätigung von der Bank oder per Überweisung.

Zwangsversteigerung von Immobilien: Ablauf des Termins

Am Tag der Immobilienversteigerung werden nach Aufruf der Sache alle Anwesenden wie Eigentümer und Gläubiger, die Objektdaten und Bedingungen für das Bietverfahren genannt. Mit dem Mindestgebot wird das Verfahren eröffnet. Interessenten können mindestens 30 Minuten lang bieten. Das Höchstgebot erhält mit dem dritten Hammerschlag („zum Dritten“) den Zuschlag. Damit endet die Bietzeit.

Ob der Zuschlag tatsächlich erteilt wird, urteilt das Amtsgericht in einer Verhandlung, entweder direkt nach der Versteigerung oder zu einem anderen Termin. Es ist möglich, dass das Gericht den Zuschlag versagen muss (wenn das Höchstgebot niedriger als 50 Prozent des Verkehrswertes beträgt) oder von Seiten der Gläubiger einen neuen Termin festlegen soll (wenn das Höchstgebot unter 70 Prozent des Verkehrswertes liegt).

Zwangsversteigerung von Immobilien: Ablauf der Eigentumsübertragung

In der Regel erfolgt die Eigentumsübertragung mit dem notariell beglaubigten Kaufvertrag. Bei der Zwangsversteigerung von Immobilien ist der Ablauf etwas anders:

Mit dem Zuschlagsbeschluss des Gerichts sind Sie Eigentümer der Immobilie – mit allen Lasten und Pflichten. Die Eintragung im Grundbuch, die rund sechs bis acht Wochen später erfolgt, ist damit von berichtigender Natur. Zu diesem Termin erfolgt in der Regel auch die Übergabe des Eigentums.

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Fazit: Bereiten Sie sich gut vor!

Eine Immobilie in einer Versteigerung zu erwerben, ist etwas anderes als beim regulären Kauf mit Besichtigung, Preisverhandlung und Notartermin. Schauen Sie nicht nur auf den Vorteil, eventuell ein Schnäppchen machen zu können, sondern unbedingt auch auf die Nachteile: Termine können kurzfristig abgesagt werden, Immobilien sind meist im Vorfeld nicht zugänglich, Gläubiger können zweiten Versteigerungstermin ansetzen lassen und Sie verlieren Ihren Zuschlag.

Sie sollten vor einer Zwangsversteigerung von Immobilien den Ablauf mindestens einmal erlebt haben. So erleben Sie auch die besondere Dynamik bei einer Versteigerung, von der sich nicht wenige Menschen mitreißen lassen. Setzen Sie sich daher vorher unbedingt ein Limit für Ihr Höchstgebot.

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