Der deutsche Wohnungsmarkt: Preisentwicklung, Mietpreisbremse & Trends

Seit einigen Jahren steigt das Preisniveau auf dem deutschen Wohnungsmarkt. Aber gilt das auch für die jetzige Situation oder steht dem Immobilienmarkt ein Wandel bevor? Wir haben die wichtigsten Entwicklungen und Trends für Sie zusammengefasst.

Eine stabile Wirtschaft mit langanhaltendem Aufschwung, günstige Kredite mit niedrigen Zinsen und gleichzeitig schlechte Aussichten auf eine gute Rendite bei Anlageformen: Seit der Finanzkrise im Jahr 2008 hat sich der deutsche Wohnungsmarkt stark gewandelt.

„Betongold“ als beliebte Anlageform

Die Menschen investierten lieber in „Betongold“ als in andere Anlageformen. Von 2006 bis 2016 stieg die Eigentümerquote um sieben Prozent. Vor allem Wohnimmobilien in Großstädten – allen voran Berlin, München, Stuttgart, Düsseldorf und Hamburg – waren und sind beliebt. Das Statistische Bundesamt ermittelte, dass die Preise für Eigentumswohnungen in den sieben größten Städten Deutschlands zwischen 2016 und 2018 um 23,4 Prozent gestiegen sind.

Steigende Nachfrage und steigende Preise

Die wachsende Wohnungsnachfrage ist hierbei der Hauptgrund für die gestiegenen Wohnungspreise. Gleichzeitig kamen und kommen die Bauunternehmen nicht hinter, die Nachfrage mit Neubauten zu befriedigen. Das Statistische Bundesamt stellte fest, dass im Jahr 2018 rund 700.000 Wohnungen eine Baugenehmigung hatten, aber nicht fertiggestellt waren. Aber immerhin lagen Ende 2018 bei den Baubehörden offene Bauanträge im Wert von 9,1 Millionen Euro.

Mietpreisbremse in Ballungsgebieten mit angespanntem Markt

Seit 2015 soll die gesetzlich vereinbarte Mietpreisbremse helfen, dass zumindest die Mietpreise in Gebieten mit angespanntem Wohnungsmarkt nicht ungehindert steigen. Kaufpreise bleiben aber weiterhin Verhandlungssache und unterliegen den Bedingungen der freien Marktwirtschaft.

Auch im ländlichen Wohnungsmarkt steigen die Preise

Die steigende Preise in den Metropolen und Ballungsgebieten sowie eine zunehmende Wohnungsnot, insbesondere im Bereich des bezahlbaren Wohnraums, haben den Aufwärtstrend auf die umliegenden Ballungsgebiete überschwappen lassen. So stiegen auch die Immobilienpreise in den ländlichen Regionen.

Dennoch besteht in den Großstädten weiterhin Wohnungsmangel, unter anderem weil viele Wohnungen nicht fertiggestellt und Bauaufträge offen sind. Und in einer Vielzahl der ländlichen Gebieten herrscht ein hoher Leerstand.

Crasht der deutsche Wohnungsmarkt jetzt?

Trends zeigen eine gewisse Sättigung in den Wohnungsmärkten der Großstädte. Hier steigen die Preise nicht mehr so rasant und die Bewohner kommen an ihre „Schmerzgrenze“. Sie wollen nicht um jeden Preis in München, Hamburg oder Berlin wohnen.

Die Preise und die nach wie vor angespannte Lage am Wohnungsmarkt treibt die Großstadtbewohner zunehmend ins Umland, sodass auch in ländlichen Regionen die Wohnungsangebot und -nachfrage zunehmend auseinander gehen. Vor allem junge Familien ziehen ins Umland großer Städte.

Eine Studie der Deutschen Bank schätzt, dass die Kauf- und Mietpreise am deutschen Wohnungsmarkt in den kommenden Jahren steigen oder wenigstens gleich bleiben. Das begünstigen unter anderem die weiterhin hohe Nachfrage und die stabile Wirtschaft. Käufer sollen aber dennoch weiterhin von günstigen Kreditzinsen profitieren.

Mieter haben es hingegen nicht so leicht. Wird kein neuer, bezahlbarer Wohnraum geschaffen, wird sich der Wohnungsmarkt in den Großstädten nicht entspannen und die „Stadtflucht“ wird zunehmen. Dadurch werden allerdings die Preise vor allem in den Speckgürteln von Städten nach und nach steigen.

Lohnt sich der Kauf von Insolvenzimmobilien?

Die Immobilienangebote sind zu teuer? Das Bauland ist ausgeschöpft? Was für die Eigentümer meist großes Leid bedeutet, ist für viele Kaufinteressenten eine große Freude: Die Zwangsversteigerung von Immobilien. Wer glaubt, auf Immobilien-Auktionen sein Glück zu finden und so dem angespannten Wohnungsmarkt zu entkommen, braucht jedoch viel Geduld und einen kühlen Kopf.

So verlockend sich manches Angebot vom Amtsgericht für die nächste Zwangsversteigerung anhört; es sollte sorgfältig begutachtet werden! Das ist häufig das Problem, denn eine eigene Begutachtung ist im Vorfeld meist nicht möglich – oder nur durch Mitwirken des Noch-Eigentümers. Sie müssen sich daher auf das Gutachten des Amtsgerichts verlassen.

Sofern Sie den Zuschlag auf der Auktion bekommen, haben Sie aber keinen Gewährleistungsanspruch bezüglich etwaiger Mängel. Die Vorschriften des Bürgerlichen Gesetzbuches zur Mängelhaftung beim Immobilienkauf sind auf die Zwangsversteigerung nicht anzuwenden.

Achtung: Verzögerungen, unerwartete Mängel, eventuell Mieter, die nicht zum Auszug bereit sind: Insolvenzimmobilien erfordern ein gutes finanzielles Polster und Zeit.

Mietspiegel

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