Die drei großen Irrtümer der Kapitalanlage Eigentum

Beim Thema Immobilien halten sich viele für Experten. Gerade dabei und vor allem im Bereich Kapitalanlage gibt es jedoch drei Irrtümer, die wir hier enthüllen möchten.

Genau wie andere Anlageklassen, beispielsweise Aktien, garantieren auch Immobilien keine kontinuierlich steigenden Preise. Der Wert einer Immobilie hängt stark von dem Angebot und der Nachfrage ab. Ein Extremfall ist, dass eine Immobilie bereits in der Planungsphase einer Autobahn oder eines Flughafens in unmittelbarer Nähe deutlich an Wert verliert. Die oben genannten Risiken bestehen jedoch weniger in unmittelbarer Stadtlage, als in ländlichen Gebieten. Ausschließlich in Großstädten Immobilien zu erwerben ist jedoch auch nicht die beste Lösung, da dort die Renditen aufgrund der aktuell sehr hohen Immobilienpreise vergleichsweise niedrig sind.

Die allgemein stark gestiegenen Preise sind ein Ergebnis der stetig zunehmenden Nachfrage der vergangenen Jahre. Dies ist vor allem auf die im Moment sehr niedrigen Zinsen zurückzuführen. Laut Statista hat sich der Preis von Eigentumswohnungen in Deutschland von 2010 bis 2016 um fast 30 Prozent erhöht.

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Irrtum Nummer 2: Immobilien sind eine risikoarme Anlageform

Immobilien werden oftmals mit Hilfe eines Kredites komplett- oder teilfinanziert, weshalb sie nicht als risikoarme Anlageform eingestuft werden können. Denn bei Krediten fallen regelmäßige Zahlungen an, die im Normalfall monatlich bedient werden müssen. Wenn dann die Miete ausfällt oder die Immobilie für längere Zeit leer steht, geht dies auf Kosten des Vermieters.

Ein weiteres Risiko entsteht, wenn Privateigentümer einen Großteil ihres Vermögens ausschließlich in Immobilien anlegen, denn dadurch entsteht ein sehr unausgewogenes Investitionsportfolio. Mal angenommen, Du investierst 80 Prozent Deines Gesamtvermögens in Dein Eigenheim oder in mehrere Immobilien, dann ist Deine Vermögensentwicklung stark von der Preisentwicklung auf dem Immobilienmarkt abhängig. Fallen also die Aktienpreise in Deinem Portfolio um zehn Prozent, welche 200,000 Euro von Deinem Vermögen von 1.000,000 Euro ausmachen, sinkt Dein Gesamtvermögen um zehn Prozent* 200.000 Euro = 20.000 Euro, aber nur zwei Prozent anstatt der vollen zehn Prozent. Aus diesem einfachen Grund empfehlen wir stattdessen ein diversifiziertes Portfolio, welches neben Immobilien auch noch aus weiteren Anlageklassen wie Aktien, Edelmetalle, Anleihen, Sparkonten besteht. Negative Entwicklungen innerhalb einer Anlageklasse können durch positive Entwicklungen in einer anderen ausgeglichen werden und haben daher weniger starken Einfluss auf Rendite des Portfolios.

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Irrtum Nummer 3: Immobilien bedeuten passives Einkommen

Investitionen in Immobilien werden von vielen als passive Einkommensquelle interpretiert und dadurch wird der damit verbundene Arbeitsaufwand unterschätzt. Dies ist ein großer Irrtum, denn im Gegenteil zu diesem weit verbreiteten Glauben kommen auf den Immobilienbesitzer eine Vielzahl von Pflichten zu. Bedeutet das, dass man nach Erwerb der Immobilie nur noch die Füße hochlegen muss und das tolle Wetter an einem weit entfernten Strand genießen kann? Nein, denn leider übersehen die Leute, welche Aufgaben auf Immobilienbesitzer zukommen. Dies inkludiert die Vermietersuche, die monatliche Kontrolle der Miete, gegebenenfalls Reparaturen und die Steuererklärung.

Laut einer Hochrechnung von Vermietet.de wendet der durchschnittliche Immobilienbesitzer 72 Stunden pro Jahr für seine Immobilien auf. Bei einem durchschnittlichen Immobilienportfolio von drei Wohnungen entspricht dies also etwas weniger als einem Tag Arbeitsaufwand pro Jahr.

Fazit: Investitionen in Immobilien sind vom damit verbundenen Aufwand und Risiko nicht zu unterschätzen. Wie anfangs erwähnt können Markttrends sich auch umkehren und der Besitz selbst ist mit einer Vielzahl von Kosten und Aufgaben verbunden.

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