Grundstück erben leicht gemacht – das sollten Erben wissen

Wir von Vermietet.de möchten Sie auf alle Situationen rund um Immobilien bestens vorbereiten – dazu zählt auch der Erbfall. Wenn Sie ein bebautes oder unbebautes Grundstück erben, empfehlen wir Ihnen diesen Artikel, der die wichtigsten Punkte zum Ablauf, zu Kosten sowie Steuer zusammenfasst.

Grundstück erben – was müssen Sie jetzt tun?

Wenn Sie ein Grundstück erben, sind Sie als Erbe in einem Testament ausdrücklich erwähnt oder der Nachlass wird gemäß der gesetzlichen Erbfolge, zu der Sie gehören, verteilt. Bevor Sie das Erbe antreten, prüfen Sie die Vermögensverhältnisse und insbesondere die Schulden des Erblassers. Warum? Laut Erbrecht geht das Grundstück mit allen Verpflichtungen und Schulden an den Erben über, wenn dieser das Erbe annimmt. Wichtig ist, dass Sie sich schnell und möglichst gründlich einen Überblick über die Vermögenswerte des Erblassers verschaffen.

Ist der Nachlass sehr unübersichtlich, beantragen Sie beim Nachlassgericht eine Nachlassverwaltung. Damit beschränken Sie gemäß §§ 1975 und 1981 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) Ihre Haftung als Erbe. Ist unklar, welche Grundschulden auf dem Grundstück, das Sie erben sollen, liegen, beantragen Sie einen Erbschein. Mit einem Erbschein sind Sie berechtigt, Einsicht in das Grundbuch zu nehmen und so Kenntnis über Grundschulden, Hypotheken und dergleichen zu erlangen. So können Sie besser entscheiden, ob Sie das Erbe ausschlagen. Gleichfalls wird aus dem Erbschein ersichtlich, wie Sie beziehungsweise die Erbengemeinschaft das Erbe am Grundstück aufteilen sollen.

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Möchten Sie den das Grundstück nicht erben, erklären Sie dies gegenüber dem Nachlassgericht innerhalb von sechs Wochen nach Kenntnis der Erbschaft. Grundstücke ohne Erben gehen im Übrigen an den Staat, genauer an das Bundesland, in dem der Erblasser seinen letzten Wohnsitz hatte, über.

Nachlass annehmen und Grundstück erben? Denken Sie an die Steuern!

Nicht allein die Schulden an einem Grundstück sollten Teil der Überlegung sein, ob Sie das Erbe annehmen oder nicht. Grundsätzlich unterliegen alle Erbschaften in Deutschland der Erbschaftssteuer. Ein Erbe müssen Sie also zunächst dem Finanzamt melden, unabhängig davon, ob eine Steuer tatsächlich zu entrichten ist. Je nach Verwandtschaftsgrad können Sie einen Freibetrag nutzen, wenn Sie ein Grundstück erben – und im besten Fall zahlen Sie keine Erbschaftssteuer nach Abzug des Freibetrags auf Immobilien.

Für Ehegatten gilt ein Freibetrag von 500.000 Euro, für Kinder von 400.000 Euro, für Enkel von 200.000 Euro, für Eltern und Großeltern von 100.000 Euro und 20.000 Euro für alle übrigen Erben. Entscheidend ist hierbei der Verkehrswert der Immobilie. Übersteigt dieser den Freibetrag, zahlen Sie nur auf die restlichen Beträge eine Erbschaftssteuer.

Sonderfall: Bebautes Grundstück erben

Speziell im Hinblick auf die Steuerbefreiung gibt es einen Vorteil, wenn Sie ein bebautes Grundstück erben. Dies bleibt steuerfrei, wenn der Erblasser es innerhalb der letzten zehn Jahre vor dem Erbfall selbst genutzt hat und Sie die Immobilie nach dem Erbfall ebenfalls für mindestens zehn Jahre selber bewohnen. Der Verkehrswert der Immobilie inklusive Grundstück spielt hierbei keine Rolle. Lediglich zwei Bedingungen müssen erfüllt sein: Die Selbstnutzung und als Erbe sind Ehegatten oder Kinder angegeben. Für Kinder gilt eine weitere Einschränkung: Die Wohnfläche darf maximal 200 Quadratmeter umfassen.

Da ein unbebautes Grundstück zumindest nicht im Vorfeld vom Erblasser selber bewohnt werden kann, greift die Steuerbefreiung in diesem Fall nicht. Beziehungsweise sollten Sie sich in diesem Fall zwingend einen anwaltlichen Rat einholen, wenn Sie ein unbebautes Grundstück erben.

Unterschied zwischen Erbe & Schenkung

Im Unterschied zur Schenkung kann bei der Erbschaft der Freibetrag nicht mehrfach für das Vermögen eines Erblassers ausgeschöpft werden. Nach dem Erbrecht könnte die Schenkung eines Hauses oder eines Grundstücks, dessen Wert deutlich über dem Freibetrag liegen, damit völlig steuerfrei erfolgen. Tatsächlich lohnt sich daher die Überlegung, ob man ein Grundstück vererben oder schenken sollte.

Grundstück erben ist nicht immer mit Kosten verbunden

Sofern Sie innerhalb von zwei Jahren nach Kenntnis des Erbfalls beim Amtsgericht die Änderung des Grundbucheintrags beantragen und hierzu einen Erbschein oder ein notariell beglaubigtes Testament vorlegen, bleibt die Überschreibung gebührenfrei. Ein Notar ist für die Übertragung des Grundstücks im Erbfall nicht zwingend notwendig. Erst nach Ablauf der Frist müssen Sie die Gebühren für die Grundbuchänderung und ggf. für einen Notar selber tragen.

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Über uns

Vermietet.de ist die innovative Verwaltungsplattform für private Immobilienbesitzer und Hausverwaltungen in Deutschland. Durch eine Vielzahl hilfreicher Funktionen bietet die Software einen gesamtheitlichen Überblick über Ihre Immobilien. Dies umfasst unter anderem die automatische Kontrolle der Mieteingänge inkl. der Erstellung von Zahlungserinnerungen und Mahnungen, die Erfassung von der Einnahmen und Ausgaben, die Erstellung von Nebenkostenabrechnungen und die Bewertung Ihrer Objekte.

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