Zwischenfinanzierung & Zinssatz – was Sie darüber wissen sollten

Das Konzept der Zwischenfinanzierung hört sich zunächst praktisch an. Wenn eine Finanzierungslücke kurzfristig geschlossen werden muss, können Sie dadurch Ihre Immobilie wie geplant weiter finanzieren. Hier gibt es allerdings einiges zu beachten – unter anderem, dass die Zwischenfinanzierung einen höheren Zinssatz hat als andere Darlehensformen. Erfahren Sie hier mehr zum Thema.

Ist das Bauspardarlehen zum Zeitpunkt des Immobilienerwerbs noch nicht zuteilungsreif oder verzögert sich die Auszahlung von Eigenkapital zur Ablösung der Restschuld, sollten Sie über eine Zwischenfinanzierung nachdenken. In der Regel geschieht dies recht kurzfristig, im Vergleich zu anderen Finanzierungen, und bezieht sich auf eine relativ kurze Laufzeit (meist zwischen sechs und 24 Monaten).
Der Bearbeitungsprozess für die Bank ist dennoch genauso hoch wie bei langfristigen Finanzierungen. Zudem gehen Banken mit der Zwischenfinanzierung ein höheres Risiko ein, da die Immobilie nicht als Sicherheit genutzt werden kann. Im Gegenzug fordern diese daher meist eine Grundschuld im Grundbuch.

Der Nachteil für die Kreditinstitute besteht darin, dass ihre Einnahmen durch die Zwischenfinanzierung insgesamt niedriger sind als bei anderen Finanzierungsformen. Aufgrund der kurzen Laufzeit und des dennoch gleichbleibenden Aufwands veranschlagt die Bank für eine Zwischenfinanzierung einen hohen Zinssatz, der über dem üblichen Sollzins für Baudarlehen liegt.

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Hinweis: Sie zahlen für die Zwischenfinanzierung nur die Sollzinsen. Tilgungszinsen werden nicht veranschlagt.

Wie hoch sind die Zwischenfinanzierungszinsen aktuell?

Die Angebote der Banken unterscheiden sich mitunter stark. Da bei der Zwischenfinanzierung der Zinssatz nicht festgeschrieben werden kann, sondern den aktuellen Marktschwankungen unterliegt, ist eine konkrete Angabe schwierig. Hinzukommt, dass die Höhe der Zinsen für die Zwischenfinanzierung immer von individuellen Faktoren abhängt – zum Beispiel von der gewünschten Laufzeit. Bei der Zwischenfinanzierung ist ein Zinssatz von drei bis fünf Prozent durchaus üblich. Zum Vergleich: Die aktuellen Bauzinsen für reguläre Baufinanzierungen liegen bei ein bis zwei Prozent, teilweise sogar darunter.

Lohnt sich die Zwischenfinanzierung angesichts des Zinssatzes?

Wenn die eigentliche Baufinanzierungssumme noch nicht zugeteilt worden ist, Sie aber den Verkäufer schon bezahlen müssen, oder eine Finanzierungslücke zwischen Baukredit und Anschlussfinanzierung entsteht, haben Sie häufig keine andere Wahl. Prüfen Sie aber im Detail, ob sich die Finanzierungslücke – je nachdem wie hoch die Summe ist – nicht doch durch anderes Kapital schließen lässt.

Fazit: Die Zwischenfinanzierung zum Ablösen der Baufinanzierung mit Sondertilgung nutzen? Ob sich das lohnt, müssen Sie im Einzelfall prüfen. Grundsätzlich empfiehlt es sich aber nur dann, wenn der Zwischenfinanzierungs-Zinssatz niedriger ist als der Ihrer bisherigen Baufinanzierung.

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