Die letzte Rettung: Mietausfallversicherung

Gründe gibt es viele, warum Dein Mieter nicht zahlt. Damit Du am Ende nicht auf dem Trockenen sitzt und gar die Finanzierung ins Wackelt gerät und am Ende in die Zwangsversteigerung muss, gibt es die Mietausfallversicherung, die Dir im Fall der Fälle zur Seite springt.

Im Idealfall schließt Du die Versicherung ab, bevor Du die Wohnung oder das Haus vermietest. Solltest Du sie während einer laufenden Vermietung abschließen, musst Du eine entsprechende Wartezeit über mehrere Monate bis zur Auszahlung einplanen. Lasse Dir am besten ein Angebot von Deinem Versicherer machen. Für die Berechnung der Leistung ist auch die Nebenkostenabrechnung von Bedeutung.

Manche Versicherer decken Zeiträume zwischen 3 und 24 Monate ab. Andere wählen feste Summen zwischen 5000 und 20.000 Euro. Bei den Kosten für die Mietausfallversicherung musst Du mit mindestens 100 Euro pro Jahr rechnen. Lässt Du Zusatzleistungen versichern, kann der Beitrag auch bis zu  fünf Prozent der Jahreskaltmiete betragen. Die Laufzeit der Versicherung beträgt 12 Monate ab einem Vertragsabschluss. Spätere Mietausfälle werden nicht beglichen.

mietausfallversicherung für vermieter

Je nach Vertragsart ist nicht nur der Mietausfall als solches abgesichert, sondern auch 

  • Aufräumen und Entsorgen von Sperrmüll
  • Einlagern von Möbeln
  • Renovieren oder sanieren
  • Mietausfall während der Instandsetzung
  • Desinfektion

Dann spricht man von einer Mietnomadenversicherung. Solltest Dich dieses Schicksal ereilt haben, dann solltest Du schleunigst schauen, dass Du diese unliebsamen Mieter los wirst. Bei Mietrückständen hast Du die Möglichkeit über fristgerechte und fristlose Kündigung. Und dann als letztes Mittel die Räumungsklage. Du hast auch die Möglichkeit, die Mietnomaden bei der Polizei wegen Betrugs anzuzeigen. Von zweifelhaften Datenbanken im Internet – sozusagen als öffentlicher Pranger – lässt Du besser die Finger. Auch wenn Frust, Wut und Enttäuschung groß sind.

Achtung: Die Mietausfallversicherung für Vermieter kommt aber nicht für den Leerstand zwischen zwei Mietverhältnissen auf. Auch verjährte Ansprüche oder Ansprüche nach dem Tod werden nicht übernommen.

Du kannst auch die Kosten der Versicherung nicht auf den Mieter umlegen. Du kannst allerdings Deinen Jahresbeitrag senken, in dem Du eine Selbstbeteiligung wählst. Diese kannst Du aber als Kaution von Deinem Mieter hinterlegen. Die Selbstbeteiligung beträgt meist drei Monatsmieten oder 20 Prozent des Schadensfalls.

Auch steuerlich lässt sich die Versicherung nicht absetzen.

Eine Mietausfallversicherung für Mieter gibt es nicht.

Voraussetzungen

Der Versicherer knüpft Voraussetzungen an den Abschluss einer solchen Mietausfall Police. Dazu prüft der Versicherer die Bonität des Mieters. Dazu musst Du aber dem Versicherung datenschutzrelevante Informationen überlassen. Du darfst also nicht einfach den Namen Deiner Mieter weitergeben. Diese müssen dem zustimmen. Ansonsten musst auch Du im Vorfeld die Zahlungsfähigkeit der Mieter überprüft haben. Entweder mit einer Bonitätsauskunft oder einer Mietschuldenfreiheitsbescheinigung. Zu dieser ist der Vorvermieter allerdings nicht verpflichtet. Wenn das die erste eigene Wohnung werden soll, können auch die Eltern eine solche Bescheinigung ausstellen, dass keine Mietschulden bestehen, da bislang noch kein Mietverhältnis bestand. Wenn die Versicherung während eines laufenden Mietverhältnisses abgeschlossen wird, muss der Vertrag ungekündigt sein und alle Mieten bisher vollständig und fristgerecht beglichen worden sein.

Wann zahlt die Versicherung?

Die Versicherung zahlt aber nicht sofort bei jedem Mietrückstand. Die greift erst, wenn alle anderen Mittel nicht mehr zur Verfügung stehen. Allen voran steht da eine Klage gegen Mieter mit Vollstreckung des Urteils. Erst, wenn dann nichts holen ist, bekommst Du Dein Geld vom Versicherer. 

Aber so ein Verfahren kann sich über mehrere Monate oder gar bis zu einem Jahr hinziehen. Sollte Dein Mieter allerdings untergetaucht und nicht mehr auffindbar sein, zahlt die Versicherung nicht. Bei Mietnomaden erhältst Du nur einen Ausgleich während der Renovierungszeit.

Der Schaden muss grundsätzlich unverzüglich gemeldet und dokumentiert werden. Au0erdem obliegt es Dir, den Schaden zu mindern. Du musst Verträge, Übergabeprotokolle und Kündigungen nachweisen können. Du musst sofort eine Räumungsklage anstreben. Du musst alles im Ursprungszustand belassen, bis ein Gutachter der Versicherung da war. Außerdem musst Du vorherige Mahnungen nachweisen sowie die Kaution aufgebraucht sein. Du musst Deinem Mieter aber eine genaue Abrechnung schreiben, wie Du die Kaution eingesetzt hast. 

Bei Mietverzug hast Du darüber hinaus das Recht einer fristlosen Kündigung.

Genau prüfen

Bevor Du eine solche Versicherung abschließen, schaue Dir wirklich genau an, ob Du davon profitieren kannst, oder ob Du Dir nicht selbst jedes Jahr eine Summe x auf die Seite legst, um gewissen Rücklagen für Mietausfall Notfälle zu haben. Bei den oben genannten Beträgen kannst Du Dir selbst ausrechnen, ob eine Versicherung rentabel ist.

Wirf auch mal einen Blick in Deine Gebäude oder Rechtsschutzversicherung. Da kann unter Umständen Mietausfall und -minderung abgedeckt sein.

Liest man in einschlägigen Internetforen, berichten die Betroffenen über ihre Erfahrung mit Mietausfallversicherungen

Der Bund der Versicherten rät allerdings von dieser Versicherung ab. Nach deren Ansicht stehen die Kosten in keinem Verhältnis zu den eventuell erbrachten Leistungen.

Alternativen

Mietfactoring

Hier kannst Du Deine offenen Forderungen an eine Firma verkaufen, die Dir dann das Geld erstattet. Sollten Die Ansprüche nicht gerechtfertigt sein, muss Du die Schadenssumme wieder zurückzahlen. Im Großen und Ganzen gleichen sich die Anforderungen mit der Mietausfallversicherung. Eine große Ausnahme gibt es aber bei der Auszahlung: Hier muss kein Gerichtsverfahren angestrebt bzw. abgeschlossen sein.

Gründlicher Bonitätscheck

Du wirst Deine Mieter vermutlich sowieso nicht ohne einen gründlichen Bonitätscheck auswählen. Den kannst Du auch einfach über Vermietet.de durchführen. Du kannst vom Mietinteressenten erst einmal eine Selbstauskunft verlangen. Du darfst also nach Einkommen, Arbeitsverhältnis oder Insolvenzen fragen. Solltest Du eine Schufa-Auskunft benötigen und Dein Mietbewerber legt sie nicht unaufgefordert vor, darfst Du die bei ihm erst einfordern, wenn es kurz vor dem Vertragsabschluss steht. Für den künftigen Mieter ist die Abfrage kostenlos. Wenn Du die Abfrage bei der Schufa über Deinen potenziellen Mieter startest, ist sie kostenpflichtig.

 Aus den ganzen Unterlagen kannst Du Dir dann die Bonität erreichen. Je höher der Wert ist, desto wahrscheinlicher ist es, dass Du regelmäßig Deine Miete erhältst. 

Lasse Dir auch die Ausweise der Interessenten zeigen. Ein Indiz für Mietnomaden ist, dass kein fester Wohnsitz eingetragen ist.

Zu guter Letzt

Welche weiteren Versicherungen, wie beispielsweise Gebäudeversicherung oder verschiedene Haftpflichtversicherung als Bauherr oder Grundbesitzer für Dich als Vermieter verpflichtend und auch nützlich sind, findest Du unter Vermietet.de. Außerdem kannst Du in unserem Magazin nach weiteren wichtigen und interessanten Themen stöbern, um auf Stand zu bleiben.

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