Messi als Mieter? So handeln Sie als Vermieter richtig

Die Wohnung ist vermüllt und zahlreiche Gegenstände sammeln sich in den Räumen? Die Obhutspflicht des Mieters ist sichtbar vernachlässigt worden. Wenn ein Messi Ihr Mieter ist, bedeutet das viel Ärger und hohe Kosten – im schlimmsten Fall für Sie. Aber so einfach können Sie Messi-Mieter nicht loswerden. Wir von Vermietet.de erklären, wie Sie am besten vorgehen.

Wenn Sie vermuten, einen Messi als Mieter zu haben, erkennen Sie diesen häufig an der Hortung von Gegenständen aller Art. Zeitungen, Bücher, selbst vermeintlicher Müll wie leere Verpackungen oder Speisereste werden aufgehoben. Meist geht das zwanghafte Sammeln unbrauchbarer, wertloser Gegenstände mit einer Unordentlichkeit und unhygienischen Zuständen in der Wohnung einher. Messi-Mieter sind oftmals Personen, die ein Problem mit dem richtigen Setzen von Prioritäten haben. Daher fällt es Ihnen schwer, ihren Alltag zu organisieren, Geplantes umzusetzen oder Unannehmlichkeiten zu beseitigen.
Für Sie als Vermieter ist ein Messi in der Wohnung natürlich ein großes Problem – angefangen bei der Vermüllung der Räumlichkeiten und damit einhergehender Geruchsbelästigung oder Schädlingsbefall bis zu ausbleibenden Mietzahlungen.

Was können Sie bei einem Messi-Mieter tun?

Bis ein Messi-Mieter die Wohnung verlässt – und Sie diese neu vermieten können – ist es in der Regel ein langer Weg. Zum einen können Sie einem Messi-Mieter nur kündigen, wenn sich andere Mieter belästigt fühlen oder gar die Bausubstanz aufgrund mangelnder Obhutspflege beschädigt ist. Zum anderen ignorieren Messi-Mieter gerne Schreiben vom Vermieter, Fristen oder Abmahnungen, sodass oftmals die Räumungsklage das letzte Mittel ist.

So gehen Sie als Vermieter am besten vor

Die folgenden Schritte empfehlen wir Ihnen, wenn Sie einen Messi-Mieter in Ihrer Immobilie haben:

  • Haben Sie einen begründeten Verdacht (z. B. Geruchsbelästigung, Schädlingsbefall), dass es sich bei Ihrem Mieter um einen Messi handelt, dürfen Sie nach (!) vorheriger Ankündigung auf eine Wohnungsbegehung bestehen.
  • Bestätigt sich Ihr Verdacht, fordern Sie den Mieter schriftlich zur Unterlassung und Müll- bzw. Schadensbeseitigung auf. Wichtig ist, dass Sie Ihrem Messi-Mieter hierfür eine Frist setzen.
  • Ignoriert der Mieter die Abmahnung und ändert nichts am Zustand der Mietsache, können Sie dem Mieter kündigen. Im Falle einer deutlichen Gefährdung der Mietsache infolge der mangelnden Obhutspflicht können Sie laut § 543 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) fristlos kündigen.
  • Wird der Kündigung nicht widersprochen und zieht der Mieter nicht innerhalb der gesetzten Frist von (in der Regel) 14 Tagen aus, bleibt Ihnen als Vermieter lediglich der Rechtsweg, um den Messi-Mieter aus der Wohnung zu bekommen.
  • Eine Räumungsklage reichen Sie beim zuständigen Amtsgericht ein. Hilfreich sind hierzu Beschwerdebriefe anderer Mieter, Abmahnschreiben, Kündigungsschreiben oder andere Nachweise.
  • Erst mit einem rechtskräftigen Urteil vom Amtsgericht können Sie den Mieter zwangsräumen lassen. Zuvor dürfen Sie weder die Wohnung räumen lassen noch die Schlossanlage austauschen.

Sollten Sie zusammen mit der Räumungsklage für den gleichen Mieter eine Zahlungsklage anstreben, können Sie nach § 283a Zivilprozessordnung (ZPO) eine nachträgliche Sicherheit, beispielsweise in Form einer Bürgschaft für die Miete, anfordern.

messi mieter loswerden

Wie können Sie sich vor einem Messi-Mieter schützen?

In den wenigsten Fällen sieht man einem Mietinteressent an, dass er unter einem Messi-Syndrom leidet. Als Vermieter haben Sie dennoch verschiedene Möglichkeiten, sich vor Messi-Mietern oder Mietnomaden zu schützen:

  • Fragen Sie nach einer Vorvermieterbescheinigung oder Mietschuldenfreiheitsbescheinigung des Vormieters.
  • Unterschreiben Sie den Mietvertrag nicht ohne eine Ausfallbürgschaft, über die Sie zumindest die Miete im Fall eines Mietrückstands einfordern können.
  • Im Falle von Messi-Mietern ist eine Mietkautionsbürgschaft durch eine Bank nicht vorteilhaft, da Sie als Vermieter keinen Zugriff auf die Kaution haben. Vereinbaren Sie daher am besten eine klassische Mietkautionszahlung in Bar oder per Überweisung.

Messi in der Wohnung zu haben, ist ein großes Ärgernis. Umso wichtiger ist es, frühzeitig zu handeln, wenn Sie den Verdacht haben, ein Messi-Mieter wohnt in Ihrer Immobilie oder wenn gar entsprechende Beschwerden von Mietern und Nachbarn eingehen.

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