Smart Home Anwendungen für Vermieter

Smart Home Anwendungen können in der Vermietung dabei helfen, Kosten zu optimieren. Für digitale Systeme beim altersgerechten Wohnen oder zur Steigerung der Energieeffizienz gibt es interessante Förderprogramme.

Das Thema Smart Home hat eine Brandbreite wie kaum ein anderes. In den letzten Jahren haben große Techkonzerne wie Apple, Amazon oder Google den Markt für die Automatisierung der Haustechnik massiv besetzt. Deren Fokus waren dabei Entertainment und Sprachsteuerung. Die bekannten sprachgesteuerten Boxen setzen die Nutzer vielfach für die Musik-Wiedergabe oder das Streaming von Filmen und Serien ein.

Wachstumsmarkt Smart Home Anwendungen

Die Boxen lassen darüber hinaus auch Smart Home Anwendungen zu, wie die Steuerung des Lichts, der Heizung, der Belüftung, des Türschlosses und vieles mehr. Das praktische an der neuen Technologie ist: Der Nutzer kann alle Anwendungen selbst konfigurieren und installieren. Experten rechnen derzeit mit einem weiteren Wachstum des Marktes. Bis 2024 soll sich die Anzahl der Haushalte mit Smart Home Anwendungen auf 13,2 Millionen verdoppeln. Neben dem Entertainment Bereich wird das größte Wachstum bei der Lichtsteuerung und beim Energiemanagement erwartet.

Welcher Funkstandard?

Auch in Mietwohnungen lassen sich viele Smart Home Anwendungen installieren. Dabei ist zuerst die Frage nach dem Funkstandard zu beantworten. WLAN ist heute in fast jedem Haushalten vorhanden und wird von den meisten Smart Home Produkten unterstützt. Nachteile sind der hohe Energieverbrauch und die Störanfälligkeit. Auch Bluetooth lässt sich für Smart Home Anwendungen nutzen, hat aber eine geringere Reichweite und ist nicht immer mit allen Geräten kompatibel.

Weltweit am meisten verbreitet ist derzeit der Funkstandard ZigBee. Damit lassen sich smarte Lampen, Steckdosen oder intelligente Türschlösser zu einem Heimnetzwerk verbinden. ZigBee 3.0 verwenden viele große Hersteller bei ihren Produkten, darunter Philips Hue, Osram Lightify, Innr, Belkin WeMo oder auch Ikea Tradfri. ZigBee lässt sich ebenso mit der Amazon Alexa Box steuern.

Für Mieter

All diese Anwendung kann der Mieter selbst installieren. Smarte Glühbirnen oder Entertainment Systeme sind dabei wie persönliche Einrichtungsgegenstände des Mieters zu bewerten. Einige smarte Produkte verlangen aber eine bauliche Veränderung. Das können zum Beispiel Heizungsthermostate sein oder der automatisierte Sonnenschutz an den Fenstern. Diese muss der Mieter wie sonstige Einbauten beim Auszug aus der Wohnung wieder zurück bauen.

Für Vermieter

Auch für den Vermieter kann es interessant sein, Smart Home Anwendungen zu installieren. Das wertet die Immobilie auf und bietet den Mietern mehr Service. Für eine gut ausgestattete Wohnung mit neuester Technologie sind einkommensstarke Mieter bereit, auch eine höhere Miete zu zahlen. Auch lassen sich zum Beispiel Wohnungen im Erdgeschoss besser vermieten, wenn sie durch smarte Kameratechnik einen Einbruchsschutz erhalten.

Förderung beim altersgerechten Wohnen

Besonders interessant für Vermieter sind Smart Home Anwendungen, die das altersgerechte Wohnen unterstützen. Unter dem Titel „Altersgerechter Umbau“ können Eigentümer Zuschüsse bei der KFW beantragen und damit Smart Home Anwendungen finanzieren. Intelligente Systeme können zum Beispiel Menschen mit Bewegungseinschränkungen dabei helfen, das Licht zu steuern oder die Wohnungstür zu öffnen. In das Heimnetz eingebundene Sensoren können Bewegungen erfassen und bei Stürzen einen Alarm senden. Auch ein verbesserter Einbruchschutz bezuschusst die KFW im Rahmen der Förderung des altersgerechten Wohnens.

Förderung energieeffizientes Heizen

Die Heizungssteuerung ist eines der wichtigsten Themen, welches auch für Vermieter interessant ist. Intelligente Thermostate führen zu einer deutlichen Energieersparnis. Die Bewohner können damit ihr Heizverhalten an ihren individuellen Tagesablauf anpassen. Wenn niemand zu Hause ist, kann die Heizung automatisch herunterfahren. Mit automatischen Fensteröffnungssystemen kann der Eigentümer dafür sorgen, dass die Belüftung der Wohnung garantiert ist. Das verbessert auch die Leistung der Heizung. Nicht zuletzt verhindert ein systematisches Lüften auch die Bildung von Schimmel, was ein immer wiederkehrender Streitfall in der Vermietung ist.

Für die Optimierung der Energiebilanz können Vermieter das seit dem 1. Juli 2021 in Kraft getretene neue Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) in Anspruch nehmen. Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) fördert auch den Einbau von digitalen Systemen, die den Energieverbrauch optimieren oder technische Anlagen smart steuerbar machen.