Modernisierung
September 25, 2022 von Peter Steinhauer peter.steinhauer@scout24.com

Energie sparen: Digitalisierung der zentralen Heizungssteuerung

Auch die Digitalisierung der Heizungskomponenten im Keller kann dazu beitragen, Energie zu sparen. Die Ersparnis kann im Idealfall größer sein, als beim rein mechanisch funktionierenden hydraulischen Abgleich.

Die Energiekosten schießen seit Beginn des Jahres unkontrolliert in die Höhe. Deshalb müssen jetzt alle Möglichkeiten zum Energie sparen ausgeschöpft werden. Derzeit wird von vielen Seiten gefordert, in Bestandsimmobilien bestehende Heizsysteme zu optimieren. Die Bundesregierung hat den hydraulischen Abgleich bereits für Teile der Vermieter zur Pflicht gemacht.

Ein großes Potential zum Energie sparen sehen Experten in der digitalen Steuerung der Heizungsanlage. Bei der Heizungssteuerung muss man zwischen zentralen und dezentralen Komponenten unterscheiden. Dezentral lässt sich die Heizung mit Thermostaten regulieren. Über das Potential mit digitalen Thermostaten Energie zu sparen, haben wir Dich bereits in einem ausführlichem Magazin-Artikel informiert. Die zentrale Steuerung der Heizung findet im Keller statt.

 

Smarte Technik im Keller spart Energie

Im Keller lassen sich auch die Pumpe, der Heizkessel oder die Zirkulationspumpe fürs Warmwasser in die digitale Hausautomation integrieren. Bei neuerer Heiztechnik ist die Möglichkeit zur Einbindung in Smart Home Netze bereits Standard. Moderne Kessel können oft per Plug-and-Play-Lösungen mit dem Internet verbunden werden. Ebenso kann die Kellerinstallation mit den gängigen Funkstandards in das Hausnetz eingebunden werden. Viele ältere Modelle lassen sich nachrüsten. Hier ist der Rat eines Fachbetriebs gefragt.

Sind alle Komponenten intelligent vernetzt, weiß das gesamte System zum Beispiel, wann die Bewohner zu Hause sind oder wie das Wetter wird. Die Wärmeversorgung kann so deutlich individueller und bedarfsorientierter erfolgen. Das bedeutet für die Bewohner nicht nur mehr Komfort, sondern spart vor allem Energie und die damit verbundenen Kosten.

Die digitale Technik optimiert nicht nur die Steuerung, sondern unterstützt darüber hinaus die Wartung. Der Installateur erhält die Wartungstermine per App. Er sieht eventuell schon vorab, ob Störungen vorliegen. Müssen Reparaturen ausgeführt werden, dann kann er im Voraus die Ersatzteile vorbestellen.

TippDie Vorlauftemperatur ist die wichtigste Kennzahl bei der Heizungssteuerung. Mit dem Vorlauf bezeichnet man die Strecke, die das erwärmte Wasser durch die Heizungsrohre vom Wärmeerzeuger zur Heizfläche – Heizkörper oder Fußbodenheizung – zurücklegt. Je höher diese Temperatur ist, desto mehr Energieaufwand ist notwenig. Ist die Heizungsanlage intelligent vernetzt, lässt sich die Vorlauftemperatur präziser und bedarfsgerechter einstellen.

 

Heizen nach Wetterbericht

Sind Temperaturfühler oder andere Sensoren montiert, können auch diese intelligent vernetzt werden. Smarte Sensoren liefern Daten des Wetterberichts und senden diese Daten an die Heizung. Gerade mit der Anpassung der Heizkurve an die Witterung lassen sich große Energiesparpotenziale realisieren.

Lüftungssysteme lassen sich ebenso über ein Hausnetz mit der Heizung verbinden. Wird die Wohnung belüftet, fährt dadurch die Heizungstemperatur herunter. Auch das spart Energie und damit bares Geld.

Sensoren liefern ebenso Daten, um den Druck im Heizkessel präziser einzustellen oder einfach Wasser nachzufüllen. Räume, die zeitweise keine oder weniger Heizung benötigen, werden über eine intelligente zentrale Steuerung präziser mit Wärme versorgt.

 

Laptop statt Schraubenschlüssel

Die Heizungsanlage ist immer ein Zusammenspiel vieler Komponenten. Beim hydraulischen Abgleich nimmt der Installateur die Feinabstimmung des gesamten Systems überwiegend mechanisch vor. Sind alle Komponenten digitalisiert, erfolgt die Feinjustierung nicht mehr mit dem Schraubenschlüssel, sondern am Laptop. Sind die entsprechenden Thermostate verbaut, kann der hydraulische Abgleich vollkommen automatisch erfolgen.

Der Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie (BDH) hält Einsparungen von 15 Prozent möglich, wenn die komplette Heiztechnik einschließlich Thermostate digitalisiert wird. Manche Hersteller setzen bei den Prognosen sogar noch höhere Werte an. Wie hoch am Ende die Ersparnis ist, zeigt sich immer erst in der Praxis.

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