Bausparvertrag mit Sofortauszahlung – kurz & bündig erklärt

Neben den klassischen Bausparverträgen bieten Bausparkassen eine weitere Finanzierungsform an: den Bausparvertrag mit Sofortauszahlung. Wie das genau funktioniert, was Sie beachten sollten und für wen es sich lohnt? Wir von Vermietet.de informieren Sie.

Bausparvertrag mit Sofortauszahlung – wie funktioniert’s?

Bei einem klassischen Bausparvertrag spart der Bausparer zunächst einen gewissen Teil der Bausparsumme als Guthaben auf seinem Bausparkonto an. Über den restlichen Betrag erhält er ein Bauspardarlehen. Nach der Auszahlung beginnt die Rückzahlungsphase wie bei einem herkömmlichen Annuitätendarlehen.

Bei einem Bausparvertrag mit Sofortauszahlung ist der Ablauf etwas anders: Mit dem Abschluss des Bausparvertrags erhält der Bausparer sein tilgungsfreies Bauspar-Sofort-Darlehen in Höhe der gesamten Bausparsumme. Damit kann er sein Haus bauen oder kaufen. Zeitgleich zahlt er Monatsraten, bestehend aus der Ansparsumme und den Darlehenszinsen (ohne Tilgungsanteil). Sobald der Bausparvertrag zuteilungsreif ist, werden Guthaben und Bauspardarlehen ausgezahlt, um damit das Vorausdarlehen zu tilgen. Das Bauspardarlehen wird dann wie gewohnt als Annuitätendarlehen getilgt. Oftmals wird diese Form des Bausparvertrags auch als Vorausdarlehen oder Kombikredit bezeichnet.

Vorteile des Bausparvertrags mit Sofortauszahlung

Wenngleich Sie innerhalb kurzer Zeit ein bestimmtes Guthaben ansparen, erfolgt die Zuteilung des Bauspardarlehens erst nach einer gewissen Frist. Je nach Tarif verlangen die Bausparkassen beim Bausparvertrag eine Mindestlaufzeit von 1,5 bis 5 Jahren. Beim klassischen Bausparen müssen Sie also frühzeitig planen, wenn Sie Immobilien erwerben möchten.

Wie der Name bereits ankündigt, wird bei einem Bausparvertrag mit Sofortauszahlung das Darlehen sofort ausgezahlt. Sie können also direkt über die Darlehenssumme verfügen und kurzfristig ein Haus erwerben oder bauen. Dadurch müssen Sie nicht erst Eigenkapital ansparen. Zudem entfällt (theoretisch) das Risiko des klassischen Bausparvertrags für einen Zwischenkredit, wenn Sie z. B. zwischen Zuteilungsreife und Auszahlung eine Zuteilungsperiode warten müssen, den Zuschlag für eine Immobilie aber nicht verlieren möchten.

bauspar-sofortdarlehen

Welche Nachteile hat ein Bausparvertrag mit Sofortauszahlung?

Ein Bausparvertrag mit Sofortdarlehen hat ebenso gewisse Nachteile. Einer ergibt sich aus der Zuteilung, die beim Bausparvertrag mit Sofortauszahlung eine wichtige Rolle spielt – und zwar zum Zeitpunkt der Ablösung des tilgungsreifen Vorausdarlehens. Dieses wird durch das Guthaben und ein Bauspardarlehen abgelöst. Meist vereinbaren die Bausparkassen eine Zinsbindung von zehn Jahren. Erfolgt innerhalb dieser Zeit aber keine Zuteilung (und die Zinsbindung für das Vorausdarlehen ist abgelaufen), müssen Bausparer mit höheren Zinsen rechnen.

Weiterhin ist ein Vergleich sehr schwierig, da die Bausparkassen für einen Bausparvertrag mit Sofortauszahlung keinen Gesamteffektivzins angeben. So bleiben tatsächliche Zinskosten und Gebühren intransparent. Die Zinsbelastung zu berechnen, ist für den Verbraucher zudem relativ kompliziert, da in der ersten Phase Darlehenszinsen ohne Tilgungszinsen anfallen, Guthabenzinsen für die Ansparleistung gezahlt werden und zur Tilgung des Bauspardarlehens wieder Zinsen erhoben werden.

Für wen lohnt sich der Bausparvertrag als Sofortauszahlung?

Grundsätzlich entscheiden individuelle Bedürfnisse und Voraussetzungen darüber, welche Finanzierungsform passend ist. Ein Bausparvertrag mit Sofortauszahlung lohnt sich unter anderem dann, wenn Sie von einer langfristigen Zinssicherheit profitieren möchten. Wir empfehlen Ihnen: Vergleichen Sie hierzu aber auch andere Finanzierungsformen mit einer langen Zinsbindung.

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