Bauspardarlehen – Funktionsweise, Besonderheiten & Probleme

Wir von Vermietet.de wissen, dass die Wahl der passenden Immobilienfinanzierung nicht immer einfach ist. Sie ziehen in Betracht, ein Bauspardarlehen in Anspruch zu nehmen? Bei dieser Entscheidung hilft Ihnen dieser Beitrag über die Funktionsweise, Vor- und Nachteile sowie etwaiger Probleme beim Bausparvertrag und dessen Darlehen.

Nach § 1 Bausparkassengesetz (BauSparkG) handelt es sich bei einem Bauspardarlehen um ein Darlehen, dass von einer Bausparkasse im Rahmen eines Bausparvertrags vergeben wird. Mit dem Abschluss des Bausparvertrags hat der Bausparer (Vertragsnehmer) einen gesetzlichen Anspruch auf das Bauspardarlehen. Verwendet werden darf das Darlehen nach § 1 Abs. 3 BauSparkG nur für wohnungswirtschaftliche Maßnahmen wie zur Errichtung, Beschaffung, Erhaltung und Verbesserung von überwiegend zu Wohnzwecken bestimmten Gebäuden und von Wohnungen.

Zugeteilt wird das Bauspardarlehen nach folgendem beispielhaften Ablauf:

  • Ansparphase: Der Bausparer schließt einen Vertrag mit der Bausparkasse ab und spart je nach Bauspartarif 40 oder 50 Prozent der vereinbarten Bausparsumme auf seinem Bausparkonto an. Das Mindestsparguthaben muss in einer Mindestsparlaufzeit angespart werden. Durch Zuschüsse, wie vermögenswirksame Leistungen, kann der Bausparvertrag staatlich gefördert werden und die Ansparphase wird mitunter verkürzt beziehungsweise das Guthaben erhöht.
  • Zuteilungsphase: Ist das definierte Guthaben erreicht, ist der Bausparvertrag zuteilungsreif. Das ist die erste Voraussetzung für die Zuteilung des Bauspardarlehens. Die Auszahlung des Darlehens erfolgt dann, wenn die Zielbewertungszahl passt. Diese setzt das Guthaben, die Spardauer und die Bausparsumme ins Verhältnis mit anderen Bausparern. Um in einer frühen Zuteilungsperiode berücksichtigt zu werden, empfiehlt es sich, relativ viel Guthaben innerhalb der Mindestsparlaufzeit anzusparen. Ist die Zielbewertungszahl zu niedrig, wird das Bauspardarlehen gegebenenfalls erst in der nächsten Zuteilungsperiode ausgezahlt.
    Auszahlungs- und Tilgungsphase: Die Differenz zwischen Bausparsumme und Bausparguthaben wird als Bauspardarlehen ausgezahlt. Die Rückzahlung des Darlehens erfolgt in der Regel wie bei einem Annuitätendarlehen. Die Rückzahlungsdauer ist mit sieben bis zwölf Jahren vergleichsweise kurz. Daraus ergeben sich recht hohe monatliche Belastungen, die aus dem Darlehenszins und der Tilgungsrate bestehen.

Vorteile beim Darlehen mit Bausparvertrag

Der größte Vorteil des Bauspardarlehens besteht darin, dass beim Bausparvertrag die Zinsen vergleichsweise niedrig sind. Bausparer können sich also schon heute mit Abschluss eines Bausparvertrags günstige Darlehenszinsen für die Zukunft sichern. Das Bausparen insgesamt bietet Vorteile in Bezug auf staatliche Förderungen und eine feste Verzinsung, wodurch Sie über die gesamte Laufzeit eine Zinssicherheit haben. Zudem sind Sondertilgungen jederzeit und in unbegrenzter Höhe möglich.

bausparkonto

Probleme beim Bausparen

Größtes Problem beim Bausparen ist die aktuelle Niedrigzinsphase, die zwar ein günstiges Bauspardarlehen sichert, aber auch das Guthaben beeinflusst. Wer aktuelle Bauspartarife vergleicht, findet Guthabenzinsen in Höhe von 0,1 bis 1,0 Prozent. Unter Umständen wäre es sogar vorteilhafter einen Kredit über die gesamte Bausumme (ohne Eigenkapital) aufzunehmen, als heute mit dem Bausparen für 0,5 Prozent Zinsen zu beginnen, um Eigenkapital anzusparen. Ein langfristiges Darlehen mit günstigen Zinsen sichern Sie sich auch ohne Bausparvertrag, mit einer Zinsbindungsfrist von 15 bis 30 Jahren.

Ein weiteres Problem ist die Zuteilung des Bauspardarlehens. Müssen Sie auf die nächste Zuteilungsperiode warten, haben aber ein passendes Objekt oder Grundstück gefunden, muss eine Zwischenfinanzierung her. Damit sind nicht nur Extrakosten, sondern auch zusätzlicher Aufwand verbunden, um die Konditionen mit der Bank zu verhandeln.

Hinzu kommt die aktuell sehr intransparente Marktsituation. In der Regel sind die Bausparverträge, Konditionen und Tarifmodelle sehr kompliziert. Zwar müssen Bausparkassen mittlerweile den Effektivzins angeben, damit Kunden die Tarife besser vergleichen können. Dennoch sind sie teilweise sehr komplex.

Fazit zum Bauspardarlehen & Bausparvertrag

Prüfen Sie Angebote sehr gründlich – nicht nur auf die Konditionen und Abschlussgebühren, sondern ob die Tarife überhaupt zu Ihren Anforderungen passen. Erwägen Sie auch andere Finanzierungsformen. Ein Bausparvertrag mit der Option auf ein günstiges Bauspardarlehen ist als finanzielle Sicherheit eine Möglichkeit, ein Annuitätendarlehen bietet Ihnen jedoch ebenfalls die Möglichkeit, das aktuell niedrige Zinsniveau zu nutzen. Der Pluspunkt beim regulären Annuitätendarlehen: Sie fangen direkt mit der Rückzahlung an.

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