So erkennen Sie ein seriöses Bauunternehmen

Viele Bauherren möchten ihre Eigenheime individuell gestalten und nehmen den Hausbau selbst in die Hand. In den meisten Fällen ist jedoch ein kompetenter Baupartner unverzichtbar. Der nachfolgende Beitrag erklärt Ihnen das Bauunternehmen seitens offerierter Dienstleistungen und möglicher Spezialisierungen. Mit unseren Ausführungen erkennen Sie mühelos, ob ein Baubetrieb oder eine auf den Hausbau spezialisierte Gesellschaft seriös ist.

Ein Bauunternehmer verfügt über einen mehr oder weniger großen Baubetrieb, der Ihnen auf Wunsch ein Haus auf dem vorhandenen Grundstück errichtet. Wichtig sind hierbei die Begriffe „schlüsselfertig“ und „Festpreis“. In der Regel haben Sie bei einem Bauunternehmen die Wahl zwischen Massivbau- und Fertigbauweise. Erstere Variante erlaubt Ihnen jedoch das Einbringen individueller Wünsche. Für die individuellen Anforderungen ist allerdings der Gebäude planende Architekt zuständig. Der Bauunternehmer handelt strikt nach dessen Vorgaben und geht mit Ihnen eine darauf beruhende detaillierte Vereinbarung ein.

Auf Unterschiede achten

Ein Bauunternehmen kann als sogenanntes Generalunternehmen (GU) auftreten. Als Generalunternehmen bietet es sämtliche Bauleistungen aus einer Hand und ist während der gesamten Bauphase für die Ausführung verantwortlich. Dieses umfassende Leistungsspektrum wird vor allem von den größeren Baufirmen offeriert.

Es gibt aber auch Unternehmer, die sich auf einzelne Bereiche des Hausbaus spezialisiert haben und mit unterschiedlichen Gewerk-Leistungen werben. Ein als Generalunternehmer agierender Betrieb nimmt Ihnen die oft mühevolle Suche nach spezialisierten Handwerkern ab. Zudem koordiniert das GU die Arbeiten einzelner Handwerksbetriebe zeitsparend und überwacht die Ausführungen im Hinblick auf Qualität. Oft sind Baufachbetriebe bereits unter Vertrag, arbeiten lange Zeit unter einem Dach zusammen und erbringen erstklassige Leistungen. Das von Ihnen engagierte Bauunternehmen haftet für termingerecht und fehlerfrei ausgeführte Bauleistungen aller Subunternehmer.

Diese Koordination ist natürlich mit Zeitaufwand verbunden, ein GU-Bauunternehmen kostet in der Regel etwa 15 % mehr, als Sie für die Leistungen im Einzelfall bezahlen müssten. Der so bezeichnete „GU-Zuschlag“ lohnt sich jedoch, weil er Ihnen viel Arbeit, Risiko und Verantwortung abnimmt.

Was ist der Unterschied zwischen einem Bauunternehmen und einem Bauträger?

Wenn Sie ein Bauunternehmen mit dem Hausbau beauftragen, muss das Grundstück fertig erschlossen bereits vorhanden sein. Außerdem muss ein Bauplan vorliegen, nach welchem sich der Generalunternehmer auch bei der Kalkulation richten kann.

Als Bauträger wird eine Baugesellschaft bezeichnet, die gewerbsmäßig Wohn- oder Gewerbeimmobilien auf eigenen oder extra dazu erworbenen Grundstücken erstellt und verkauft. Oft treten derartige Bauunternehmen in Deutschland als Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) auf, sie sind aber auch als Aktiengesellschaften (AG), Einzelunternehmungen und Kommanditgesellschaften (KG) anzutreffen.

Die Bauabwicklung bei diesen Bauträgern beginnt mit dem Bodenankauf oder der Entwicklung eines vorhandenen Grundstücks. Bezeichnend für bautragende Unternehmen ist jedoch, dass sie keine eigenen Bauleistungen erbringen. Sämtliche Leistungen von der Einholung erforderlicher Genehmigungen über die Bauplanung hin zum Hausbau werden beauftragt. Lediglich den Vertrieb übernimmt eine Bauträgergesellschaft selbst.

unrenovierte Wohnung, Zimmer vor Renovierung

Ein Bauträgervertrag beinhaltet die Kombination aus Werksvertrag und Kaufvertrag. Er schließt Grundbesitz ein, der beim Verkauf notariell beurkundet werden muss. Bauträgerverträge unterliegen den Regelungen der MaBV (Makler- und Bauträgerverordnung), die Unternehmen selbst benötigen Genehmigungen gemäß Paragraf 34c Gewerbeordnung. Ein derart aufgestelltes Bauunternehmen bietet potenziellen Kunden umfangreiche Sicherheit, ist aber bei individuellen Bauvorhaben nicht der geeignete Baupartner. Käufer wählen ausschließlich unter bereits fertigen Objekten, persönliche Wünsche werden nicht berücksichtigt.

So finden Sie ein wirklich seriöses Bauunternehmen zum Hausbau

Im Internet entdecken Sie zahlreiche Firmen, die sich als Generalunternehmen für den Hausbau anbieten. Auf einigen Portalen sind Bewertungen von Bauherren zu lesen, deren Kritiken und positive Aussagen geben Ihnen Aufschluss über die Qualität eines Bauunternehmens. Wählen Sie ein regional agierendes Unternehmen, ist die Überwachung seitens verwendeter Materialien und beteiligter Subunternehmer einfacher als bei einer überregional arbeitenden Baugesellschaft.

Lassen Sie sich nicht von schönen Prospekten beeindrucken, bestehen Sie stattdessen auf die Besichtigung bestehender Referenzobjekte. Achten Sie beim favorisierten Bauunternehmen auf Transparenz. Die Webseite sollte klar Partnerbetriebe und deren Professionalität in konkreten Bereichen herausstellen. Wirtschaftliche Auskünfte holen Sie idealerweise über einen Verbraucherschutzbund, den Verband privater Bauherren oder den Bauherren Schutzbund ein.

Sobald wie möglich in die Praxis übergehen

Beauftragen Sie ein gewähltes Bauunternehmen mit der Ausfertigung eines Bauvertrags. An dessen Gestaltung lässt sich unverbindlich viel über die Geschäftsauffassung der Firma erkennen. Erhalten Sie lediglich einen Mustervertrag, suchen Sie besser einen neuen Partner für Ihr Vorhaben. Der perfekte Bauvertrag eines seriösen Unternehmens sollte folgendes beinhalten:

  • Genau definierter Leistungsumfang inklusive aller Baustoffe und deren Qualität.
  • Konkreter Termin für den Baubeginn und exakte Benennung des Zeitraums der Fertigstellung.
  • Ein Bausachverständiger muss jederzeit die Bautätigkeit prüfen können. Dieser Aspekt sollte unbedingt im Vertrag festgelegt sein.
  • Eine seriöse Baufirma bietet mittels Erfüllungsbürgschaft Sicherheit in Bezug auf die Erfüllung des vereinbarten Vertrags.

Nachdem Sie das Dokument erhalten haben, gewährt Ihnen das ideale Unternehmen ausreichend Zeit für Rücksprachen mit einem Anwalt oder Bauherrenberater. Als Bauherr müssen Sie den Vertrag unter anderem auf versteckte Kosten prüfen lassen.

Den Vertrag unterschreiben sollten Sie jedoch erst, nachdem alle Unklarheiten beseitigt sind. Wichtig ist, dass Sie hier keinen Bauträgervertrag unterschreiben, sondern als Bauherr viel Verantwortung übernehmen. Damit es nicht zu unerwünschten Verzögerungen und Mehrkosten kommt, muss ein Bausachverständiger den Bauplan begutachten. Kostengünstiger ist es, wenn der Sachverständige vor Bauplanerstellung, den Architekten über die Realisierbarkeit Ihrer Vorstellungen informiert.

Die Baubetreuung wird in der Planungsphase vom Sachverständigen übernommen. Während der Fertigstellung obliegt die Baubetreuung dem GU-Bauunternehmen. Verzichten Sie jedoch auf ein Generalunternehmen, muss ein Baubetreuer unbedingt die einzelnen Fachbetriebe überwachen und koordinieren. Er kann Ihnen zudem bei den Verträgen helfen und die Endabnahme begleiten.

Sie haben die Wahl

Bauunternehmen in Deutschland sind auf Massivhäuser, Fertighäuser, Holzhäuser und Energiesparhäuser spezialisiert. Sie liefern entweder schlüsselfertig oder für den Ausbau vorbereitet zum Festpreis ab. Suchen Sie den passenden Anbieter für Ihr Vorhaben auf einer kompetenten Webseite und beziehen Sie unsere Tipps in die Entscheidung ein. Mit dem richtigen Bauunternehmen kommen Sie mühelos zu Ihrem Traumhaus und ersparen sich unnötige Mehrkosten. Begutachten Sie vor dem Entschluss unbedingt Referenzhäuser und sprechen Sie mit den Besitzern.

Wissenswertes zum Begriff „schlüsselfertig“

Damit ist in der Baubranche die völlige Fertigstellung eines Hauses gemeint, es wird bezugsbereit übergeben.

Was bedeutet bei einer Baufirma der Festpreis?

Garantiert Ihnen die Baufirma einen Festpreis, muss dieser auch bei unerwarteten Mehrkosten eingehalten werden. Achten Sie in diesem Kontext unbedingt auf Klauseln im Vertrag.

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